Hellofresh: Sprung in die Gewinnzone geglückt ++ Teamviewer: Übernahme im Bereich Augmented Reality ++ Morphosys: Überraschend gutes Geschäftsjahr

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Nach der kräftigen Erholung am Vortag mit kurzzeitiger Rückeroberung der 14.000-Punkte-Marke dürften die Dax-Anleger am Dienstag wieder etwas defensiver agieren.

Hellofresh: Sprung in die Gewinnzone geglückt ++ Teamviewer: Übernahme im Bereich Augmented Reality ++ Morphosys: Überraschend gutes Geschäftsjahr

Ähnliches gab es zuvor bereits an den Asien-Börsen zu beobachten, während es an US-Börsen am Vorabend mit deutlichen Gewinnen noch keine Schwächeanzeichen gab. „Die asiatischen Märkte scheinen heute Morgen eine Verschnaufpause einzulegen, nachdem sie gestern die weltweite Erholung der Aktien eingeleitet haben“, schrieb etwa Marktanalyst Jeffrey Halley vom Broker Oanda. Er vermutet schon wieder schnelle Gewinnmitnahmen als Grund.

Anleihemärkte bleiben ruhig

Die Situation an den Anleihemärkten sorgt derweil weiter für Entspannung und setzt die Börsen nicht noch stärker unter Druck. Die Rendite auf zehnjährige US-Staatsanleihen bewegte sich zuletzt bei etwas über 1,4 Prozent. „Wir sehen zwar einen deutlichen Anstieg der Teuerung in diesem Jahr – Steueranpassungen, höhere Energiepreise und Nachholeffekte beim Konsum sind dabei die wesentlichen Treiber. Triftige Gründe für eine anhaltende Preisspirale können wir jedoch nicht ausmachen“, schrieben die Ökonomen der LBBW am Morgen. Sorgen vor steigender Inflation und in der Folge ein Anziehen der Zinsen hatten gerade in der vergangenen Woche die Aktienmärkte teils deutlich ausgebremst.

Anhalten dürfte die Diskussion über mögliche oder nicht mögliche Lockerungen in der Corona-Krise. Die nächsten Beratungen unter Kanzlerin Angela Merkel und den Ministerpräsidenten der Länder sind für Mittwoch anberaumt.

Hellofresh und Kion öffnen die Bücher

Die Agenda am Dienstag hält diverse Unternehmenszahlen bereit, so von Hellofresh und Kion. Die Zahlen des Kochboxenversenders Hellofresh dürften zunächst gut ankommen, sagte ein Händler. Auf Tradegate gewannen die Papiere vorbörslich 3,3 Prozent zum Xetra-Schluss. Der Kochboxenversender hat dank einer ungebremsten Nachfrage nach seinen Produkten seine Ziele für 2020 erreicht und die Erwartungen von Analysten erfüllt. So habe sich der Umsatz mehr als verdoppelt und die erhoffte Marge des bereinigten operativen Ergebnisses (ber. Ebitda-Marge) sei auf 13,5 Prozent gestiegen, teilte das Berliner Unternehmen am Dienstagmorgen mit. Besonders stark war die Entwicklung des bereinigten Gewinns vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda), welches das Start-Up im Corona-Jahr auf 505 Millionen Euro mehr als verzehnfachen konnte.

Auch ungeachtet der Krise setzt Hellofresh-Chef Dominik Richter auf den langfristigen Erfolg seines Unternehmens: „Während die Pandemie im Laufe des Jahres hoffentlich abklingen wird, rechnen wir fest damit, dass Verbraucher auch weiterhin auf E-Commerce-Lösungen setzen werden, um Lebensmittel einzukaufen.“ Mahlzeiten zu Hause zuzubereiten und zu essen, hätten in 2020 eine ganz neue Bedeutung bekommen.“

Unterm Strich schaffte Hellofresh den Sprung in die Gewinnzone. Nach einem Verlust von 7,4 Millionen Euro im Vorjahr erreichte der Konzern nun ein Ergebnis von 350,9 Millionen Euro.

Auch die Jahreszahlen von Kion und dessen Ausblick färbten positiv auf den Aktienkurs, wie das vorbörsliche Plus von 2,5 Prozent auf Tradegate zeigte. Der Gabelstapler-Hersteller will nach einem Umsatz- und Ergebnisrückgang im vergangenen Jahr 2021 wieder wachsen. So sollen die Erlöse von 8,3 Milliarden Euro auf 9,15 Milliarden bis 9,75 Milliarden Euro zulegen, teilte das Unternehmen am Dienstag in Frankfurt mit. Das bereinigte operative Ergebnis (Ebit) sieht das Unternehmen bei 720 Millionen bis 800 Millionen Euro, nach rund 547 Millionen Euro im Vorjahr. Dabei rechnet Kion mit einer anhaltend positiven Entwicklung im Geschäft mit automatisierten Lagersystemen – angetrieben durch den verstärkten Trend zum E-Commerce. Bei den Flurförderzeugen wird eine schrittweise Erholung erwartet.

2020 waren Umsatz und Ergebnis deutlich zurückgegangen, im Zuge der Corona-Pandemie wurde vor allem das Geschäft mit Flurförderzeugen belastet. Gute Geschäfte mit der Lagerlogistik konnten die Rückgänge bei den Flurförderzeugen nur teilweise kompensieren. Unter dem Strich verdiente Kion mit 210,9 Millionen Euro weniger als die Hälfte des Vorjahres.

Teamviewer macht Übernahme im Bereich Augmented Reality

Der Softwareanbieter Teamviewer ist derweil weiter auf Einkaufstour und baut mit einer Übernahme in den USA den Bereich Augmented Reality für die Industrie aus. Das US-Unternehmen Upskill bietet Echtzeit-Schnittstellen über Datenbrillen und andere mobile Endgeräte, die unter anderem für Facharbeiter und Wartungsteams nützlich sein können, wie Teamviewer mitteilte. Anleger zeigten sich erfreut, es ging vorbörlich um 1,4 Prozent hoch.

Morphosys überrascht sich selbst mit glänzendem Geschäftsjahr

Das Biotechunternehmen Morphosys hat im abgelaufenen Geschäftsjahr besser abgeschnitten als von ihm selbst erwartet. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern werde voraussichtlich bei 27,4 Millionen Euro liegen, teilte das Unternehmen am späten Montagabend mit. Angepeilt hatte Morphosys mit 10 bis 20 Millionen Euro deutlich weniger. Der Umsatz dürfte mit 327,7 Millionen Euro immerhin leicht über dem oberen Ende der Prognosespanne von 317 bis 327 Millionen Euro liegen. Die vollständigen Zahlen will Morphosys am 15. März veröffentlichen.

Infineon rückt in den Eurostoxx 50 auf

Der deutsche Chiphersteller Infineon ersetzt wie von Experten erwartet den finnischen Netzwerkausrüster Nokia im Eurostoxx 50. Umgesetzt wird die Änderungen am 22. März. Infineon gewannen vorbörslich auf Tradegate leicht dazu zum Xetra-Schluss. Die Aktien haussieren schon seit einem Jahr.

Zoom erwartet weitere Zuwächse

Der Videokonferenz-Dienst Zoom rechnet nach dem explosiven Wachstum in der Corona-Krise auch für dieses Jahr mit einem rasantem Wachstum. Für das angebrochene Geschäftsjahr peilt die Firma ein Umsatzplus von mindestens 42 Prozent an. Anleger feierten die frischen Quartalszahlen und die Prognose mit einem Kurssprung von zeitweise gut elf Prozent im nachbörslichen Handel am Montag. Im Ende Januar abgeschlossenen vergangenen Geschäftsjahr sprang der Umsatz von 623 Millionen auf 2,65 Milliarden Dollar (2,19 Mrd Euro) hoch. Die große Frage ist danach, ob Zoom noch weiter wachsen kann – oder im Corona-Boom sein Marktpotenzial weitgehend ausgeschöpft hat.

Im vergangenen Quartal stieg der Umsatz auf 882,5 Millionen Dollar von gut 188 Millionen Dollar ein Jahr zuvor. Der Quartalsgewinn schoss von 15 Millionen auf 260 Millionen Dollar hoch. Im gesamten Geschäftsjahr blieb ein Überschuss von 671,5 Millionen Dollar in der Bilanz – nach vergleichsweise mageren 25 Millionen Dollar im Vorjahr.

Zoom war mit der Corona-Krise in eine neue Liga aufgestiegen. Die Firma sollte ursprünglich Videokonferenzen für Unternehmen zur Verfügung stellen. In der Pandemie nahm aber nicht nur die Nutzung in Firmen zu, sondern auch Verbraucher greifen zu Zoom für alle möglichen Szenarien – von Familientreffen bis Yoga-Stunden. Das Geld verdient Zoom allerdings nach wie vor im Geschäft mit größeren Unternehmen.

onvista/dpa-AFX

Titelfoto: Dafinchi / Shutterstock.com

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