Investor - Russischer Stromkonzern sollte Uniper-Tochter übernehmen

Reuters

- von Christoph Steitz und Tom Käckenhoff

Frankfurt/Düsseldorf (Reuters) - Der Finanzinvestor Odey Asset Management macht sich für eine Übernahme des russischen Stromgeschäfts von Uniper durch den Versorger Inter RAO stark.

Das Russlandgeschäft der Uniper-Mutter Fortum solle Inter RAO auch noch hinzunehmen, sagte Odey-Portfolio-Manager Henry Steel in einem am Freitag veröffentlichten Interview der Nachrichtenagentur Reuters. Das mögliche Gesamt-Volumen einer solchen Transaktion bezifferte er auf 5,5 Milliarden Dollar (4,3 Milliarden Euro).

"Unserer Meinung nach gibt es nur einen Käufer und das ist Inter RAO", betonte Steel. Ein Verkauf der Geschäfte, zu denen mehrere Kohlekraftwerke gehören, wäre auch im Sinne der Dekarbonisierungs-Strategie beider Unternehmen. Odey war bis zum vergangenen Jahr nach eigenen Angaben an Uniper beteiligt und hält heute Anteile an Inter RAO. Zur Höhe der Beteiligung äußerte sich Odey nicht. Insgesamt verwaltet Odey ein Vermögen von rund drei Milliarden Dollar.

Inter RAO, Fortum und Uniper wollten sich dazu nicht äußern. Ein Uniper-Sprecher verwies auf die jüngsten Aussagen von Vorstands-Chef Andreas Schierenbeck. Dieser hatte in einem Reuters-Interview Spekulationen über mögliche Veränderungen im Russlandgeschäft genährt. "Grundsätzlich schauen wir uns immer alle Optionen für unsere Assets an." Uniper sei zwar derzeit in keinerlei Gesprächen, um irgendwo komplett auszusteigen. "Wenn wir feststellen, dass ein Angebot für ein Asset so attraktiv ist, dass es für uns Sinn macht, darüber nachzudenken, dann tun wir das natürlich auch." Uniper hält an der russischen Tochter Unipro 83,7 Prozent.

RUSSISCHER STROMMARKT WÜRDE NEU GEORDNET

Für Inter RAO biete eine solche Transaktion die Chance, eine höhere Bewertung zu bekommen, sagte Steel. Die Aktie des Konzerns sei stark unterbewertet. Inter RAO gehört zu den größten Stromerzeugern in Russland. Die russische Uniper-Tochter Unipro betreibt in Russland Kraftwerke mit einer Leistung von elf Gigawatt. Dazu gehört etwa das seit Jahren nach einem Brand stillstehende Kohlekraftwerk Beresowskaja 3. Dies soll im ersten Halbjahr wieder ans Netz gehen. In Russland verfügt Fortum über acht Kraftwerke, die meisten davon Gaskraftwerke. Zudem ist Fortum mit 29,5 Prozent an der Gazprom-Tochter TGK-1 PAO beteiligt. Fortum hält wiederum an Uniper 75 Prozent. Die Finnen haben zugesagt, bis 2022 keinen Beherrschungsvertrag bei Uniper anzustreben.

"Inter RAO hat genügend Geld in der Kasse", sagte Steel. Das Unternehmen müsse für einen solchen Deal nicht erst eine breite Finanzierungsrunde auf die Beine stellen. Auch ein Kauf von Teilen sei möglich. Ein Deal könne noch in diesem Jahr bekanntgegeben und im nächsten abgeschlossen werden. Größere Kartellauflagen seien wohl nicht zu erwarten. "Es entsteht keine marktbeherrschende Position." Er gehe davon aus, dass Inter RAO einen solchen Deal bereits durchspiele.

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