K+S: Aktionäre blicken weiterem Horrorjahr entgegen – Analysten lassen kein gutes Haar an dem Wert

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K+S: Aktionäre blicken weiterem Horrorjahr entgegen – Analysten lassen kein gutes Haar an dem Wert

Die Furcht der Aktionäre von K+S vor den Folgen der aktuellen Kali-Branchenflaute wächst. So warnte Analyst Marc Gabriel vom Bankhaus Lampe am Donnerstag in einer Studie, dass dem Dünger- und Salzkonzern 2020 ein Rutsch in die Verlustzone drohe, sollten sich die Kalidüngerpreise in Brasilien nicht erholen. Er rät nun zum Verkauf der Aktien. Der Kurs fiel daraufhin am Vormittag um 1,66 Prozent auf 9,12 Euro – und damit auf ein Tief seit Anfang 2005.

Kommt K+S dieses Jahr in die finanzielle Bredouille? 

Gabriel hält die Markterwartungen für 2020 für viel zu hoch und kalkuliert für das laufende Jahr nun mit einem operativen Gewinn (Ebitda) von etwa 524 Millionen Euro, nach bisher erwarteten 732 Millionen Euro. Das Problem sei die hohe Verschuldung von K+S und der mögliche Nettoverlust. Daher steige der Druck für Notverkäufe von Unternehmensteilen.

K+S erwägt seit Dezember Abspaltungen von Unternehmensteilen, um die Schuldenlast zu mildern. Denn eigentlich hatte sich der Konzern zum Ziel gesetzt, den Verschuldungsgrad relativ zum ersten Halbjahr 2017 bis Ende 2020 zu halbieren. Doch gerade als Produktionsausfälle infolge nicht ausreichender Kapazitäten zur Abwasserentsorgung endlich überwunden schienen, machten dem Konzern beim Schuldenabbau sinkende Kalipreise einen Strich durch die Rechnung. Wesentlicher Grund der hohen Verschuldung ist ein milliardenschwerer Neubau eines Kaliwerks in Kanada in den vergangenen Jahren.

Angebotsverknappung hat bisher nicht gefruchtet

Die Hessen reagierten zwar – wie andere Branchenteilnehmer auch – mit einer deutlichen Produktionsdrosselung in der Hoffnung, dass bei einem geringeren Angebot die Lager der Kunden schneller leer werden und dann höhere Verkaufspreise durchgesetzt werden können. Bisher blieb der Erfolg aber aus, weshalb das Management um Konzernchef Burkhard Lohr nun nach anderen Möglichkeiten sucht, an Geld zu kommen. Mit dem im Dezember angekündigten Maßnahmenpaket hatte das Management auch ein Stück weit auf Spekulationen über eine Kapitalerhöhung reagiert.

Ob Verkäufe von Unternehmensteilen aber wirklich ein Befreiungsschlag wären, darf laut den Analysten der Bank of America bezweifelt werden. Sie hatten sich erst zur Wochenmitte geäußert und die Aktien mit „Underperform“ und einem Kursziel von lediglich 4,20 Euro in die Bewertung aufgenommen.

Lampe-Analyst Gabriel liegt mit seinem von 11,00 auf 6,50 Euro gesenkten Kursziel nicht allzu weit darüber. Die beiden sind die mit Abstand pessimistischen Analysten zu K+S. Dabei hat auch Gabriel mit Blick auf Teilveräußerungen des Amerika-Geschäfts wenig Hoffnung: Nur ein Komplettverkauf für geschätzte zwei Milliarden Euro würde vermutlich die Möglichkeit für einen Schuldenabbau und die Erreichung eines Investment-Grade-Ratings eröffnen, erklärt der Experte.

Keine effiziente Lösung in Sicht

Laut Einschätzung der Bank of America-Analysten hat K+S keine attraktiven Möglichkeiten, um die hohe Verschuldung zu senken. So würde etwa ein Teilverkauf des Salzgeschäfts in Amerika zwar die Verschuldung senken, gleichzeitig aber den freien Mittelzufluss deutlich verringern, erklärten die Analysten. Denn: In den Jahren 2020 bis 2023 sei die Sparte im Grunde der einzige Barmittelbringer für K+S. „Dies impliziert, dass die verbleibenden Vermögenswerte noch mehr Bargeld verbrennen“, schrieben die Experten. Zudem würde die Abhängigkeit vom stark schwankenden Düngermarkt wachsen.

K+S steht schon seit Jahren unter Druck: Vom Rekordhoch der Aktien über der Marke von 97 Euro zu Zeiten des Düngerbooms kurz vor der Weltfinanzkrise sind weniger als zehn Prozent übrig. 2019 waren die Anteilsscheine mit einem Minus von mehr als 29 Prozent das Schlusslicht im Index der mittelgroßen Werte MDax.

Auf Wochensicht musste das Papier gut 8 Prozent hergeben. Auf Monatssicht sieht es noch schlechter aus: Das Minus beläuft sich auf 17,5 Prozent.

onvista/dpa-AFX

Titelfoto: Aleksandra Berzhets / Shutterstock.com

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