Keine Anzeichen für Ende von Raketenbeschuss und Luftangriffen in Nahost

Reuters

(Korrigiert Schreibweise Vornamen vom US-Außenminister im 5. Absatz : Antony (nicht: Anthony)

- von Nidal al-Mughrabi und Rami Ayyub

Gaza/Jerusalem (Reuters) - In Nahost zeichnet sich kein Ende der Kämpfe zwischen Israel und militanten Palästinensern ab.

Israel flog am Donnerstag erneut zahlreiche Luftangriffe auf den Gazastreifen, die radikal-islamische Hamas feuerte weitere Raketen auf israelische Städte wie Tel Aviv. Tausende Menschen im Süden Landes flüchteten sich in Luftschutzbunker. Das israelische Militär zog zudem Kampftruppen an der Grenze zum Gazastreifen zusammen, was Erinnerungen an die Kriege 2008/2009 und 2014 weckte.

US-Präsident Joe Biden erklärte nach einem Telefonat mit dem israelischen Regierungschef Benjamin Netanjahu, er gehe davon aus, dass die Kämpfe bald enden würden. Anzeichen dafür gab es aber nicht. Netanjahu hatte zuvor gesagt, die bisherigen Kämpfe seien nur der Anfang. "Wir werden sie schlagen, wie sie es nie für möglich gehalten hätten." Hamas-Chef Ismail Hanijeh sprach von einer "unbefristeten Konfrontation mit dem Feind".

Bei dem israelischen Beschuss starb am Donnerstag nach Angaben von Medizinern ein Mann in der Stadt Chan Yunis im südlichen Gazastreifen. In Gaza-Stadt wurde ein sechsstöckiges Wohnhaus zerstört. Auf israelischer Seite wurden nach Angaben der Polizei fünf Menschen nahe Tel Aviv durch eine Rakete verletzt, die von Palästinensern abgefeuert worden war.

Seit Beginn der Kämpfe am Montag starben damit nach Angaben von Medizinern im Gaza-Streifen mindestens 72 Menschen. In Israel wurden nach Angaben des Militärs sieben Menschen getötet. Israel flog Hunderte Luftangriffe, die Hamas feuerte nach Angaben des Militärs bislang rund 1600 Raketen ab. Früheren Angaben zufolge fängt die Luftabwehr 90 Prozent der Geschosse ab, die die Grenze überqueren.

Die diplomatischen Bemühungen zu einer Beilegung der Kämpfe blieben ohne erkennbaren Erfolg. Aus Palästinenser-Kreisen verlautete, Vermittlungsbemühungen der Vereinten Nationen, Ägyptens und Katars hätten keine Fortschritte gebracht. US-Außenminister Antony Blinken hatte die Entsendung des Nahost-Experten Hady Amr als Sondergesandten in die Region angekündigt. Er solle sich um eine Deeskalation bemühen.

Die neuen Gefechte hatten am Montag begonnen. In den Tagen zuvor war es an der Al-Aksa-Moschee in Ost-Jerusalem zu Ausschreitungen gekommen. Verschärft wurden die Spannungen durch Pläne, Häuser palästinensischer Familien in Ost-Jerusalem zu räumen. Das Land, auf dem sie leben, wird von jüdischen Siedlern beansprucht. Unabhängig von den aktuellen Spannungen sind die Palästinenser frustriert über Rückschläge in den letzten Jahren bei ihren Bestrebungen nach einem unabhängigen Staat. Dazu gehört Washingtons Anerkennung des umstrittenen Jerusalem als Israels Hauptstadt, der Aufbau jüdischer Siedlungen und ein US-Plan zur Beendigung des Konflikts, den die Palästinenser als günstig für Israel betrachten.

Der aufgeflammte Streit hat zunehmend auch wirtschaftliche Folgen. Nach den US-Airlines United, Delta und American strichen auch British Airways und Lufthansa Flüge nach Israel. Der US-Energiekonzern Chevron fuhr die Produktion auf der Erdgas-Plattform "Tamar" vor der Küste Israels herunter.

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