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Kutzers Zwischenruf: Der unglaubliche Rentenmarkt wird immer verrückter

Hermann Kutzer

Als aktiver Aktien-Fan und -Förderer habe ich lange den Rentenmarkt vernachlässigt, ganz bewusst, aber zu Unrecht. Ehrlich gesagt, hatte ich nie geglaubt, mit Nahe-Nullzins-Anleihen derart gigantische Kursgewinne einfahren zu können. Im Gegenteil, eine Normalisierung der Zinsen und Inflationsraten (die man schon vor Jahren erwarten konnte) hätte für Anleihe-Fans fatale Folgen gehabt. Jetzt liest man Formulierungen der Investmentstrategen wie „An Renten führt wohl weiterhin kein Weg vorbei“. So sieht’s tatsächlich aus.

Zuletzt sind die Kurse immer gestiegen und im Gegenzug die Renditen gesunken, unabhängig vom Risikostatus an den Finanzmärkten. Die Verzinsung der 10-jährigen US-Treasuries ist inzwischen unter 1,5 % gerutscht, die Rendite der 10-jährigen italienischen Staatsanleihe notiert sogar unter 1 %. In diesem Jahr war der Zinsrutsch vor allem bei uns beispiellos: Im internationalen Vergleich rangieren nun deutsche und französische Anleihen unterhalb der japanischen, während die USA das „Hochzinsland“ noch vor Italien sind.

Schreibt mir ein Frankfurter Profi: Sie sehe noch Lockerungspotenzial für die EZB. Folglich wäre es nicht verwunderlich, wenn neben den USA auch Deutschland über die Begebung von 100-jährigen Anleihen nachdenken würde. Damit könnte die aktuelle Diskussion um ein Konjunkturpaket eine etwas andere Note bekommen. Anleger, die dieses Jahr bei 100-jährigen aus Österreich oder Australien zugegriffen haben, erfreuen sich an Kursgewinnen, die weder Aktien noch Gold gebracht haben! Auch andere Akteure schütteln verbal mit dem Kopf: Hohe politische Unsicherheiten, Rezessionsängste, eine niedrige Inflation und Zentralbanken im Risikomanagement-Modus - all das hat im Zusammenspiel zu einer Rally am Anleihemarkt geführt, die für den gesunden Menschenverstand nicht mehr nachvollziehbar ist.

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Die internationalen Kapitalströme sind schuld - raus aus Aktien (weltweit -197 Mrd. Dollar), rein in Anleihen (+313 Mrd. Dollar), so amerikanische Berechnungen. Jüngste Umfragen zeigen, dass die Mehrheit der Finanzmarktakteure weltweit mit immer noch weiter fallenden Leitzinsen und Renditen rechnet - trotz schon erreichter historischer Tiefstände. Der Optimismus für die Kursentwicklung im Anleihemarkt ist so groß wie zuletzt 2008.

Diese Positionierung und Erwartungshaltung gilt als typisch, wenn mit einer bevorstehenden schweren Rezession gerechnet wird. Euphorie? Übertreibung? Ich bleibe dabei, dass man langfristig - trotz der aktuell grotesken Phase - auch in Zukunft an Aktien (Aktien!) nicht vorbeikommen wird.

Hinweis: Die Inhalte der Kolumnen dienen ausschließlich der Information und stellen weder eine Anlageberatung oder sonstige Empfehlung im Sinne des Wertpapierhandelsgesetzes dar noch sind sie als Zusicherung etwaiger Kursentwicklungen zu verstehen. Die geäußerten Ansichten geben allein die Meinung des jeweiligen Autors wieder. Für den Inhalt der Kolumne ist allein der jeweilige Autor verantwortlich.
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Expertenprofil
Hermann Kutzer Hermann Kutzer Freier Wirtschaftsjournalist, Finanzmarkt-Kommentator

Hermann Kutzer ist der dienstälteste journalistische Finanzmarktbeobachter in Deutschland: Seit mittlerweile 50 Jahren beobachtet er die nationalen Börsen und internationalen Wertpapier- und Rohstoffmärkte. Davon war er gut drei Jahrzehnte lang für die Verlagsgruppe Handelsblatt tätig, zuletzt als Chefredakteur des Monatsmagazins „DMEuro“.

Seit 2007 bietet der Routinier seine Erfahrung freiberuflich an: Analysen und Kolumnen, TV-Kommentare, Vorträge, Moderationen und Kommunikationsberatung. Nach seinem Hörbuch „Verstehen Sie Börse!“ (Finanzbuch Verlag, 2008) erschien im Frühjahr 2012 als Kutzers Manifest im Börsenbuchverlag „Vom Raubtierkapitalismus zur Planwirtschaft?“ Zu seinem umfangreichen Web-Auftritt gehört seit einiger Zeit „Kutzers Marktplatz“ mit Beiträgen über die unterschiedlichsten Anlagemöglichkeiten. Außerdem ist im Frühjahr 2013 der neue Internet-Kanal KUTZER-TV auf Sendung gegangen.

Der Journalist und Publizist engagiert sich seit Jahrzehnten für die privaten Anleger und in diesem Zusammenhang für die Weiterentwicklung der Aktienkultur. Er betrachtet es als seine vorrangige Aufgabe, die Vermittlung von Wissen über die Zusammenhänge des Sparens und Anlegens zu unterstützen. Dabei ist der „Marktmensch“ ein bekennender Marktwirtschaftler, der mit großer Skepsis die zunehmende Regulierung der Märkte durch die Politik auf nationaler und europäischer Ebene betrachtet.

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14.10.2019, 12:56, Deutsche Bank Indikation

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