Kutzers Zwischenruf: Jetzt brauchen wir mutmachende Zuversicht!

Hermann Kutzer

Ja, es gibt sie - Nachrichten zur Covid-Pandemie, die leise Hoffnung wecken. Aber nur vereinzelt und auch nicht weltweit. Andererseits können neue Entwicklungen und Statistiken die Menschen beruflich und privat tief erschrecken. Niemand, wirklich niemand kann zuverlässig vorhersagen, wie die Welt nach Überwindung der Krise aussehen wird: Wo stehen wir wann? Umso mehr ist jetzt Optimismus angesagt, wie ihn unser Parlament mit einem beispiellosen Hilfsprogramm und dazu mit einer Aussprache von historischer Qualität verbreitet hat. Mehr davon!

Aktuelle Meldungen belegen die massiven Auswirkungen des Coronavirus auf die Verbraucherstimmung in Deutschland. Laut GfK bricht das Konsumklima tief ein, und zwar auf den niedrigsten Stand seit der Finanz- und Wirtschaftskrise von 2009. Sowohl die Konjunktur- und Einkommenserwartung als auch die Anschaffungsneigung der Bundesbürger müssen starke Einbußen hinnehmen. Das kann ebenso wenig überraschen wie die Nachricht, dass sich die Stimmung unter den deutschen Exporteuren massiv verschlechtert hat: Die Ifo-Indikator der industriellen Exporterwartungen ist im März so stark wie seit Wiedervereinigung nicht mehr zurückgegangen und damit auf den niedrigsten Wert seit Mai 2009 gesunken.

Die Börsen proben seit Tagen schon mal die Stabilisierung, doch bleiben die Kurse ein extrem wackliges Spiegelbild der Pandemie und ihren denkbaren Folgen. Schon Zwischenerholungen gelten als Erfolg, wenngleich offen bleiben muss, ob Dow und Dax bereits das Schlimmste hinter sich haben. Sicher ist nur, dass sich die Anleger auf heftige Kursschwankungen an den Aktienmärkten einstellen müssen. Ein Trend ist noch nicht zu erkennen.

Vorschlag: Es wäre in dieser gefährlichen Stimmungslage schon hilfreich, wenn prominente Köpfe bereit wären, Wirtschaft und Gesellschaft - letztlich dem ganzen Land - durch mutmachenden Optimismus ein Gefühl der Hoffnung zu vermitteln. Ich denke neben Angela Merkel an beliebte Künstler und Wissenschaftler. Am besten durch Kurzkommentare im Fernsehen. Täglich. Es geht ja nicht allein um medizinische Seite der Krise, um unsere Gesundheit. Wir stehen auch vor einer Rezession, die sehr teuer werden und viele Arbeitsplätze kosten kann. Dann würde die Börse noch viel tiefer in die Knie gehen.

Von mir das Fazit einer bemerkenswerten Betrachtung des bekannten Zukunftsforschers Matthias Horx, der sich ein Stück weiter in die Zukunft versetzt und dann quasi rückblickend schreibt: Vielleicht war der Virus nur ein Sendbote aus der Zukunft. Seine drastische Botschaft lautet: Die menschliche Zivilisation ist zu dicht, zu

schnell, zu überhitzt geworden. Sie rast zu sehr in eine bestimmte Richtung, in der es keine Zukunft gibt. Aber sie kann sich neu erfinden. System reset. Cool down! Musik auf den Balkonen! So geht Zukunft.

Ich ergänze: Die Welt wird sich durch diese Krise verändern. Tun Sie jetzt alles, geschätzte Anleger, um gesund und munter zu bleiben!

Hinweis: Die Inhalte der Kolumnen dienen ausschließlich der Information und stellen weder eine Anlageberatung oder sonstige Empfehlung im Sinne des Wertpapierhandelsgesetzes dar noch sind sie als Zusicherung etwaiger Kursentwicklungen zu verstehen. Die geäußerten Ansichten geben allein die Meinung des jeweiligen Autors wieder. Für den Inhalt der Kolumne ist allein der jeweilige Autor verantwortlich.
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Expertenprofil
Hermann Kutzer Hermann Kutzer Freier Wirtschaftsjournalist, Finanzmarkt-Kommentator

Hermann Kutzer ist der dienstälteste journalistische Finanzmarktbeobachter in Deutschland: Seit mittlerweile 50 Jahren beobachtet er die nationalen Börsen und internationalen Wertpapier- und Rohstoffmärkte. Davon war er gut drei Jahrzehnte lang für die Verlagsgruppe Handelsblatt tätig, zuletzt als Chefredakteur des Monatsmagazins „DMEuro“.

Seit 2007 bietet der Routinier seine Erfahrung freiberuflich an: Analysen und Kolumnen, TV-Kommentare, Vorträge, Moderationen und Kommunikationsberatung. Nach seinem Hörbuch „Verstehen Sie Börse!“ (Finanzbuch Verlag, 2008) erschien im Frühjahr 2012 als Kutzers Manifest im Börsenbuchverlag „Vom Raubtierkapitalismus zur Planwirtschaft?“ Zu seinem umfangreichen Web-Auftritt gehört seit einiger Zeit „Kutzers Marktplatz“ mit Beiträgen über die unterschiedlichsten Anlagemöglichkeiten. Außerdem ist im Frühjahr 2013 der neue Internet-Kanal KUTZER-TV auf Sendung gegangen.

Der Journalist und Publizist engagiert sich seit Jahrzehnten für die privaten Anleger und in diesem Zusammenhang für die Weiterentwicklung der Aktienkultur. Er betrachtet es als seine vorrangige Aufgabe, die Vermittlung von Wissen über die Zusammenhänge des Sparens und Anlegens zu unterstützen. Dabei ist der „Marktmensch“ ein bekennender Marktwirtschaftler, der mit großer Skepsis die zunehmende Regulierung der Märkte durch die Politik auf nationaler und europäischer Ebene betrachtet.

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