Neue Daten zum US-Jobmarkt mitten in der Corona-Krise

dpa-AFX

WASHINGTON (dpa-AFX) - Nach düsteren Wochen für die US-Wirtschaft stehen neue Zahlen zur Entwicklung des US-Jobmarktes aus. Das US-Arbeitsministerium veröffentlicht an diesem Donnerstag (14.30 Uhr MESZ) erneut die wöchentliche Zahl neuer Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe. Seit Mitte März haben in den USA bereits mehr als 36 Millionen Menschen mindestens zeitweise ihren Job verloren - so viele wie nie zuvor in solch kurzer Zeit. Experten rechnen wegen der anhaltenden Coronavirus-Pandemie mit einem weiteren Anstieg der Arbeitslosigkeit in der größten Volkswirtschaft der Welt.

Die neuen Zahlen am Donnerstag werden die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe in der Woche bis einschließlich 16. Mai zeigen. In der Vorwoche hatte es knapp drei Millionen Neuanträge gegeben. Analysten rechnen nun mit weniger Anträgen, da viele Bundesstaaten begonnen haben, ihre wegen der Pandemie verhängten Ausgangsbeschränkungen wieder zu lockern. Viele Geschäfte, Fabriken und Restaurants dürfen inzwischen wieder unter Auflagen öffnen, was sich positiv auf den Arbeitsmarkt auswirken dürfte.

Die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe gelten als Indikator für die kurzfristige Entwicklung des US-Arbeitsmarkts. Die Arbeitslosenquote lag im April bereits bei 14,7 Prozent. Wegen Fehlern bei der Erhebung der Daten warnte die zuständige Behörde jedoch, dass die Quote bereits bei etwa 20 Prozent liegen dürfte. Die Mai-Statistik wird erst Anfang Juni veröffentlicht. Vor der Zuspitzung der Pandemie hatte die Arbeitslosenquote noch bei niedrigen 3,5 Prozent rangiert.

Nach Einschätzung von Notenbankchef Jerome Powell hat die Corona-Pandemie die US-Wirtschaft in die schlimmste Rezession seit dem Zweiten Weltkrieg gestürzt. Am Dienstag hatte Powell im US-Senat gesagt, es gebe in der jüngeren Geschichte kein Vorbild für das Ausmaß und die Geschwindigkeit des gegenwärtigen Abschwungs. Die Pandemie habe in den USA innerhalb von nur zwei Monaten die positiven Arbeitsmarkt-Entwicklungen eines Jahrzehnts zunichte gemacht. Der Abschwung sei "erheblich schlimmer als jegliche Rezession seit dem Zweiten Weltkrieg". Erneut ermunterte Powell den Kongress, weitere Maßnahmen zur Stabilisierung der Konjunktur zu erwägen.

Der US-Kongress hat bislang mit Unterstützung beider Parteien Konjunkturpakete von rund 2,7 Billionen US-Dollar beschlossen, was etwa zehn Prozent der jährlichen US-Wirtschaftsleistung entspricht. Das von den Demokraten kontrollierte Repräsentantenhaus will nun ein weiteres Paket von rund 3 Billionen Dollar durchsetzen, der von Republikanern kontrollierte Senat will das Paket jedoch blockieren.

Powell hatte am Wochenende gewarnt, eine vollständige Erholung der Wirtschaft könne sich bis Ende kommenden Jahres hinziehen./jbz/jac/DP/jha

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