Österreich verlängert Lockdown für Wien - Lage in Kliniken ernst

Reuters

Wien (Reuters) - Österreich hat angesichts einer drohenden Überlastung des Gesundheitswesens für die Hauptstadt Wien und zwei weitere Bundesländer den harten Lockdown bis zum 18. April verlängert.

"Wir haben nach wie vor eine regional sehr unterschiedliche Situation, gerade was die Belegung der Intensivstationen betrifft", sagte Bundeskanzler Sebastian Kurz am Dienstag nach Gesprächen mit Experten, den Landeschefs und der Opposition. Im Osten Österreichs mit den Bundesländern Wien, Niederösterreich und dem Burgenland hat sich die ansteckendere britische Virus-Variante, die auch zu schwereren Verläufen führt, stark verbreitet. Das sorgt für eine angespannte Lage auf den Intensivstationen in dieser Region.

Für die sechs weiteren Bundesländer wurden trotz teilweise steigender Infektionszahlen keine Änderungen beschlossen. "In Absprache mit den Experten haben wir uns verständigt, dass wir weiterhin auf ein regionales Vorgehen setzen", sagte Kurz. Der konservative Politiker begründete dies damit, dass in den restlichen Bundesländern die Lage in den Kliniken stabil sei. Die größte Oppositionspartei SPÖ hatte zuletzt auf einen bundesweiten Lockdown gedrungen.

Die Sieben-Tage-Inzidenz liegt landesweit derzeit bei 233 Infektionen binnen einer Woche je 100.000 Einwohner. In Wien liegt der Wert bei 318. In der Hauptstadt mit 1,9 Millionen Einwohnern werden Angaben des Gesundheitsministeriums zufolge derzeit 224 Menschen auf Intensivstationen betreut - etwa 70 mehr als zum pandemischen Höhepunkt im Herbst. "Die Lage ist sehr ernst", sagte der Wiener Bürgermeister Michael Ludwig. Die Regierung will mit der Verlängerung des Lockdowns um eine weitere Woche die Neuinfektionszahlen drücken und die sogenannte Triage vermeiden. Das bedeutet, dass verhindert werden muss, dass das medizinische Personal aufgrund von mangelnden Kapazitäten entscheiden muss, wer eine lebensrettende Behandlungen erhält und wer nicht.

Zum 1. April wurden in Wien, Niederösterreich und im Burgenland der Handel, körpernahe Dienstleister wie Friseure sowie Museen und Tiergärten geschlossen. Die Schulen wurden nach den Osterferien auf Fernunterricht umgestellt. Darüber hinaus gelten ganztags Ausgangsbeschränkungen. Ende März wurde der Lockdown bis zum 11. April verlängert. In zwei Wochen will die Regierung erneut über die Corona-Maßnahmen beraten. Öffnungsschritte sind laut Kurz ab Mai möglich.

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