onvista-Börsenfuchs: Anleger sollten wegen Corona „neu denken“

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onvista-Börsenfuchs: Anleger sollten wegen Corona „neu denken“

Hallo Leute! Flexibel sein, mehr Fingerspitzengefühl beweisen, aktiv handeln und so weiter - es werden immer mal neue Mottos ausgegeben (oder aus der Tonne geholt). Ein Slogan, den so oder sinngemäß jetzt immer mehr internationale Strategen ihren Kunden nahebringen, könnte Tiefenwirkung erreichen: „Neu denken“. Denn das soll keine kursabhängige Modeerscheinung sein, sondern eine sich abzeichnende Folge der Corona-Pandemie. Denkt mal drüber nach, meine Freunde!“

Warum neu denken? In einer Studie heißt es, die Gesellschaft hat begonnen, vom bisherigen Modell abzurücken, das den Aktionärsinteressen Vorrang vor allem anderen einräumt. Die Covid-19-Katastrophe dürfte dieses Umdenken beschleunigen, denn nun müssen Anleger verstehen, welchen Wert Unternehmen für alle (!) Interessengruppen geschaffen haben und welche Kosten sie verursachen. Das könnte sich zu einer Art Bremse für die Aktienkurse entwickeln. Andererseits sind sich Investmentprofis einig, dass die sogenannten ESG-Kriterien immer wichtiger werden. ESG steht für Environmental, Social and Governance, also Umwelt, Soziales und gute Unternehmensführung. Vor allem die marktbestimmenden großen Investoren werden sich immer mehr bewusst, wie sie ihr Kapital sinnvoll einsetzen sollen. Weil ESG-konforme Fonds in dieser Krisenzeit überdurchschnittliche Ergebnisse erzielt haben, wird die Stimme nachhaltiger Anleger immer lauter. Die Entscheidungen der Unternehmensleitung und des Vorstands werden zukünftig immer stärker unter die Lupe genommen, da ihnen zunehmend die Verantwortung für den langfristigen Nutzen aller Interessengruppen übertragen wird. In den Fokus wird somit rücken, dass jegliche Kapitalzuwendung - wie eine Dividende oder ein Aktienrückkauf - gegenüber Investitionen für Wachstum oder andere Verwendungen, die langfristiger und somit von Natur aus wertsteigender sein könnten, gerechtfertigt werden müssen. Mit anderen Worten: Die Dividendenrendite verliert an Gewicht.

Manche „grüne“ Berater werben in diesen Tagen mit diversen Anlagemöglichkeiten (meist Fondstypen), die bei unterschiedlichen Laufzeiten angeblich sichere Renditen zwischen 3,5% und 7,5% versprechen. Dabei geht es stets um produktive Sachwerte - beispielsweise um nachhaltige Immobilienprojekte und nachwachsende Rohstoffe (Holz, Kautschuk etc.).

Auffallend ist ebenfalls, dass im Interesse der Portfoliomischung zunehmend Segmente des Rentenmarkts empfohlen werden. Dazu gehören neben ausgewählten Industrieanleihen und den aktiennahen Wandelanleihen (die ich seit langem schätze) die Hochzinsanleihen in unterschiedlichen Währungen. Das Vertrauen in China ist bei Investoren durch die Corona-Folgen und die Maßnahmen der Pekinger Machthaber tendenziell gewachsen - und das strahlt auf andere Emittenten der Emerging Markets aus. Ein soeben bekanntgegebenes neues Angebot: UBS Asset Management lanciert einen neuen Exchange Traded Fund (ETF), der Zugang zu chinesischen Staatsanleihen und chinesischen Policy Bank Anleihen in Renminbi (CNY) bietet.

„Neu denken“ heißt aber ebenso, sich nach Alternativen zum bisher Bewährten umzuschauen. Auf alle Fälle: Bleibt weiter wachsam und gesund, meine Freunde.

Hinweis: Die Inhalte des „onvista-Börsenfuchs“ dienen ausschließlich der Information und stellen weder eine Anlageberatung oder sonstige Empfehlung im Sinne des Wertpapierhandelsgesetzes dar noch sind sie als Zusicherung etwaiger Kursentwicklungen zu verstehen. Die geäußerten Ansichten geben allein die Meinung des Autors wieder.
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