Reaktionen auf diplomatischen Boykott der USA bei Olympischen Winterspielen in China

Reuters

(Korrigiert Überschrift)

Washington/Peking (Reuters) - Nachdem die USA einen diplomatischen Boykott der Olympischen Winterspiele 2022 in China angekündigt haben, hat es weitere internationale Reaktionen auf die Entscheidung gegeben.

Auch Neuseeland will keine diplomatischen Vertreter im Februar nach Peking schicken. Wie der stellvertretende Ministerpräsident Grant Robertson am Dienstag erklärte, sei aber eher die anhaltende Pandemie einer der Hauptgründe für die Entscheidung: "Wir haben China gegenüber bei zahlreichen Gelegenheiten unsere Besorgnis über Menschenrechtsfragen deutlich gemacht - erst kürzlich hat die Ministerpräsidentin mit Präsident Xi darüber gesprochen", sagte Robertson laut dem staatlichen Fernsehsender TVNZ. "China weiß sehr wohl, wie wir zu den Menschenrechten stehen, aber wir hatten uns bereits entschieden, nicht teilzunehmen", erklärte Neuseelands stellvertretender Ministerpräsident und fügte hinzu, dass China über die Entscheidung bereits im Oktober informiert worden sei.

Sowohl die australische als auch die japanische Regierung haben angekündigt, in der Frage der Entsendung eines diplomatischen Vertreters noch beraten zu wollen. Japans Ministerpräsident Fumio Kishida erklärte am Dienstag, sein Land werde bei der Entscheidung eine Reihe von Faktoren berücksichtigen. Dazu zählten der Zweck der Olympischen Spiele, die diplomatische Situation und Japans eigene nationale Interessen, so Kishida. Das kanadische Außenministerium teilte mit, dass Kanada "zutiefst beunruhigt" über die Berichte über Menschenrechtsverletzungen in China sei. "Wir wurden über die Entscheidung der USA informiert und werden diese Angelegenheit weiterhin mit unseren Partnern und Verbündeten diskutieren", erklärte das Ministerium. Der einzige Staatschef, der Chinas Einladung zu den Spielen bisher angenommen hat, ist der russische Präsident Wladimir Putin.

Die USA hatten am Montag angekündigt, die Olympischen Winterspiele 2022 in China diplomatisch boykottieren zu wollen. Grund seien der "anhaltende Völkermord und die Verbrechen gegen die Menschlichkeit in Xinjiang sowie anderer Menschenrechtsverletzungen", wie Regierungssprecherin Jen Psaki mitteilte. US-Sportler seien allerdings nicht betroffen. Die chinesische Botschaft in Washington nannte den Boykott "nur eine politische Manipulation". Er werde keinerlei Auswirkungen auf eine erfolgreiche Umsetzung der Spiele haben. Das Internationale Olympische Komitee (IOC) erklärte auf Twitter https://twitter.com/iocmedia/status/1467970641584431115: "Die Präsenz von Regierungsvertretern und Diplomaten ist eine rein politische Entscheidung der jeweiligen Regierung, die das IOC in seiner politischen Neutralität voll respektiert."

Ein Sprecher des chinesischen Außenministeriums hatte vor der US-Ankündigung erklärt, sein Land werde im Falle eines diplomatischen Boykotts "entschlossene Gegenmaßnahmen" ergreifen. Details nannte er nicht. US-Abgeordnete haben seit längerem einen diplomatischen Boykott der Spiele gefordert. China hat wiederholt Anschuldigungen von Menschenrechtlern zurückgewiesen, in der überwiegend muslimischen Uiguren-Provinz Xinjiang einen Völkermord zu begehen.

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