Saudi-Arabien und Emirate fachen Ölpreiskrieg weiter an

dpa-AFX

RIAD/ABU DHABI (dpa-AFX) - Der Preiskampf am Ölmarkt scheint sich zu verschärfen. Wie der Ölriese Saudi-Arabien am Mittwoch in Riad mitteilte, soll die Förderkapazität erstmals seit langer Zeit ausgeweitet werden. Der enge Verbündete des Landes, die Vereinigten Arabischen Emirate, wollen unterdessen ihre tatsächliche Förderung über die Kapazitätsgrenze hinaus ausweiten. Die Schritte folgen auf gescheiterte Verhandlungen über eine Förderkürzung großer Ölnationen und dürften vor allem auf Russland abzielen. Das Land hatte sich in der vergangenen Woche gegen eine Förderdeckelung gesperrt.

Die Führung Saudi-Arabiens wies am Mittwoch den staatlich kontrollierten Konzern Saudi Aramco an, seine Förderkapazität von 12 auf 13 Millionen Barrel je Tag zu erhöhen. Eine Kapazitätsausweitung in dieser Größenordnung dürfte laut Experten einige Zeit, womöglich Jahre in Anspruch nehmen. Vor wenigen Tagen hatte Saudi-Arabien mitgeteilt, seine Tagesförderung auf 12,3 Millionen Barrel und damit über die derzeitige Kapazität hinaus erhöhen zu wollen.

Am Mittwoch teilte der Staatskonzern der Vereinigten Arabischen Emirate, Abu Dhabi National Oil, mit, seine Förderung von 3 auf 4 Millionen Barrel je Tag zu erhöhen. Auch dieses Förderziel liegt über der Produktionskapazität, das für die Vereinigten Arabischen Emirate etwa 3,5 Millionen Barrel je Tag beträgt. Der Ölminister des Emirats, Suhail Al Mazrouei, sagte jedoch, es gebe ausreichend ungenutzte Kapazität, die kurzfristig aktiviert werden könne.

Russland hat seinerseits bereits angekündigt, seine Förderung erhöhen zu wollen. Zugleich hat Energieminister Alexander Nowak jedoch seine grundsätzliche Bereitschaft zu neuen Verhandlungen über eine Kooperation mit dem Ölkartell Opec erklärt.

Am vergangen Freitag war es der Opec, die durch Saudi-Arabien angeführt wird, und verbündeten Ländern wie Russland, zusammen genannt Opec+, nicht gelungen, sich auf eine Begrenzung der Erdölförderung zu einigen. Ab April können die Staaten damit wieder so viel Rohöl fördern, wie sie wollen. In der Folge waren die Ölpreise am Montag in historischem Ausmaß eingebrochen./bgf/jsl/jha/

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