secunet-Aktie: IT-Security-Spezialist liefert Ausrufe- und Fragezeichen zugleich

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IT-Security ist ein wichtiges Thema. Nicht erst seit der saudische Kronprinz das Handy von Amazon-Gründer Jeff Bezos geknackt hat. Mehr als 20 Jahre Erfahrung auf diesem Gebiet hat das deutsche Unternehmen Secunet Security Networks. Das verhilft dem Unternehmen nicht nur zu rasanten Umsatzsteigerungen, sondern der Secunet-Aktie auch zu einem fulminanten Kursanstieg in den letzten Jahren. Nun hat das Unternehmen die Zahlen für das Geschäftsjahr 2019 vorgelegt und lieferte dabei ein dickes Ausrufezeichen und ein kleines Fragezeichen.

Ein weiteres grandioses Jahr für die secunet-Aktie!

Im letzten Geschäftsjahr stieg der Umsatz um grandiose 39 % auf 226,9 Mio. Euro. Das operative Ergebnis vor Zinsen und Steuern verbessere sich um 23 % auf 33,2 Mio. Euro. Auch wenn also die Profitabilität des Unternehmens etwas gelitten hat, sind diese Zahlen auf Jahressicht wirklich fantastisch.

Die mehr als 500 Experten, die secunet im den Themen Kryptografie, E-Government sowie Business Security und Automotive Security einsetzt, haben also einmal mehr ein grandioses Jahr abgeliefert. Auch wenn wir die Umsatzverteilung für das Gesamtjahr 2019 noch nicht kennen, bleiben die Geschäfte mit der öffentlichen Hand wohl weiterhin der wichtigste Geschäftsbereich. Nach den ersten neun Monaten des Jahres 2019 entfielen nämlich ganze 69 % der Unternehmensumsätze auf die SINA-Produktfamilie (Software- und Hardwarelösungen für verschlüsselte Datenspeicherung und -übermittlung) sowie die Geschäfte mit elektronischen Reisepässen und Grenzkontrollen. Lediglich 31 % der Umsätze entfielen auf Geschäfte mit anderen Unternehmen. Darunter insbesondere Kunden aus der Automobil- und der Gesundheitsbranche.

Besonderes letzter Punkt war dabei eines der großen Themen für secunet im Jahr 2019. Der gesetzlich vorgeschriebene Einbau einer sicheren IT-Kommunikationsplattform im Gesundheitswesen, unter Experten auch als Telematikinfrastruktur bekannt, wurde vom secunet-Team genutzt, um eine neue Branche zu erobern. Das war im vergangenen Jahr zwar ziemlich erfolgreich, bringt für das aktuelle Jahr aber das bereits erwähnte kleine Fragezeichen.

Sind die Ambitionen zu groß für ein mögliches Übergangsjahr 2020?

Stolze 40 Mio. Euro verdiente man im vergangenen Jahr mit dem Verkauf der Gesundheitskonnektoren, die quasi das Herzstück der Telematikinfrastruktur darstellen. Darüber soll nämlich künftig der komplette Datenaustausch zwischen den Akteuren des Gesundheitswesens stattfinden. Die 40 Mio. Euro sind ein grandioser Erfolg in einem zuvor überhaupt nicht adressierten Markt. Aber ohne diesen zunächst einmalig anfallenden Sondereffekt wäre das Umsatzwachstum im Jahr 2019 mit rund 14 % nicht derart grandios ausgefallen.

Bereits in den nun kommunizierten Zahlen für das vierte Quartal 2019 zeigt sich das darin steckende Risiko für das aktuelle Jahr. Weder der Umsatz noch das operative Ergebnis konnte im vierten Quartal gesteigert werden. Im Vorjahresvergleich sank der Umsatz um 3 % und das operative Ergebnis gar um 16 %. Das könnte eine Vorschau auf das aktuelle Jahr sein, in dem man im Jahresvergleich noch dazu mit den hohen Konnektorumsätzen konkurrieren muss, die in dieser Höhe wohl nicht mehr anfallen.

Auch wenn das Unternehmen für das Jahr 2020 noch keine Umsatzprognose ausgegeben hat, sprach der Finanzvorstand bereits von einem wahrscheinlich eher ruhigeren Jahr. Das ist natürlich kein Beinbruch für die langfristige Entwicklung des Unternehmens - schließlich bleibt IT-Security für staatliche Einrichtungen sicherlich noch sehr lange, wahrscheinlich für immer, ein wichtiges Thema. Kurzfristig orientierten Investoren könnte das aber dennoch zum Verhängnis werden.

Wenn secunet im nächsten Jahr seinen Umsatz gar nicht oder lediglich im einstelligen oder niedrigen zweistelligen Bereich steigern sollte, dann könnte sich die heutige Börsenbewertung mit dem Vierfachen des zuletzt erzielten Jahresumsatzes als deutlich zu ambitioniert herausstellen. Zumindest kurzfristig. Denn wenn es secunet schaffen sollte, auf Basis der nun verbauten Konnektoren ein profitables Geschäft im Gesundheitsbereich aufzubauen, könnten langfristig orientierte Investoren ein mögliches Übergangsjahr gelassen angehen und in eine weiter entfernte Zukunft blicken. Derzeit fehlt mir persönlich aber noch ein handfester Beweis für diese These.

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Sven besitzt keine der erwähnten Aktien. John Mackey, CEO von Amazon-Tochter Whole Foods Market, sitzt im Board of Directors von The Motley Fool. The Motley Fool besitzt und empfiehlt Aktien von Amazon.

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