Varta: Highflyer oder Bruchpilot? – Vorläufige Zahlen für 2019 zeigen ungebremstes Wachstum und bereits erhöhte Prognose wird deutlich überboten

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An das Jahr 2019 werden sich die Anleger beim Batterie-Spezialisten mit viel Freude erinnern. Im Dezember erst stieg das Unternehmen nach fulminanter Kursentwicklung in den MDax auf und war zum Jahresende dann auch dessen bester Wert. Im abgelaufenen Jahr legte die Aktie um 390 Prozent zu.

Varta: Highflyer oder Bruchpilot? – Vorläufige Zahlen für 2019 zeigen ungebremstes Wachstum und bereits erhöhte Prognose wird deutlich überboten

Mittlerweile sieht die Lage etwas anders aus. Trotz des heutigen Kurssprunges von etwa 6 Prozent ist die Aktie von Varta im MDax mit Abstand das schlechteste Papier seit Jahresanfang. 2020 steht bislang ein Verlust von rund 30 Prozent zu Buche.

Starke Nachfrage hat Konkurrenz und Zweifler auf den Plan gerufen

Die starke Nachfrage nach wiederaufladbaren Lithium-Ionen-Zellen hat Varta 2019 deutlich Schub verliehen. Die Batterien werden unter anderem für die stark nachgefragten kabellosen Kopfhörer benötigt, aber auch für das Wachstumsfeld mit Hörgeräten.

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Der Markt für Varta wächst rasant, laut Unternehmensangaben jährlich um über 30 Prozent. „Wir stehen am Anfang eines großen Booms bei den Lithium-Ionen-Batterien für kabellose Kopfhörer, von dem wir am stärksten profitieren“, sagte Unternehmenschef Herbert Schein im September. Varta geht für dieses Jahr von einem Marktanteil von mindestens 50 Prozent bei Batterien für schnurlose Kopfhörer aus – weltweit.

Um den steigenden Bedarf zu decken baut Varta seine Produktionskapazitäten derzeit stark aus. Bis Ende des Jahres 2021 sollen über 200 Millionen Zellen jährlich produziert werden. Bis Mitte dieses Jahres will Varta die Produktion bereits auf das Niveau von mindestens 100 Millionen Zellen jährlich hochfahren. Dafür nimmt das Unternehmen viel Geld in die Hand. Eine Kapitalerhöhung für neue Anlagen im vergangenen Jahr wurde entgegen der üblichen Börsenarithmetik sogar so positiv aufgenommen, dass der Aktienkurs stark anstieg.

Varta gehört zudem zu mehreren Unternehmen, die von einer Milliardenförderung für die europäische Batteriezellfertigung profitieren könnten. Bei Varta gehe es um die Weiterentwicklung der Lithium-Ionen-Technologie und dabei um die Entwicklung sogenannter Silizium-dominierter Anoden. Diese neue Technologie solle in die Massenproduktion überführt werden – sowohl für bestehende als auch für größere Zellenformate, die zum Beispiel für Elektroautos genutzt werden könnten.

Doch die Wachstumsstory des Unternehmens hat zuletzt einen deutlichen Kratzer bekommen. Varta fürchtet Patentverletzungen durch chinesische Nachahmer und will rechtlich gegen diese vorgehen. Hintergrund ist, dass laut Unternehmensangaben im Dezember Geräte mit Batterien chinesischer Hersteller auftauchten, die Varta-Patente verletzten. Die Aktie brach im frühen Januar auf erste Berichte hin deutlich ein.

Womöglich war die Nachfrage nach den Knopfzellen sogar so stark, dass Gerätehersteller auf fremde Imitate zurückgriffen, weil Varta nicht schnell genug liefern konnte. In diesem Jahr muss sich zeigen, ob Varta die Produktion schnell genug hochfahren kann, um Nachahmern oder ernsthaften Konkurrenten nicht zu viel vom Feld zu überlassen.

Vorläufige Zahlen zeigen ungebremstes Wachstum – Aber Ausblick fehlt noch

Varta hat nach vorläufigen, ungeprüften Zahlen ihre Jahresprognose für das Geschäftsjahr 2019 deutlich übertroffen. Der Konzern blickt auf ein weiteres erfolgreiches Geschäftsjahr zurück. Das hohe Umsatz- und Ergebniswachstum wurde nochmals gesteigert. Der Konzern-Umsatz ist im Geschäftsjahr 2019 um ca. 34 Prozent auf ca. 364 Millionen Euro (2018: 271,7 Millionen Euro) gewachsen. Gegenüber dem Mittelwert der zuletzt am 29. Oktober 2019 angehobenen Prognose-Bandbreite für den Konzernumsatz (330 bis 340 Millionen Euro) beträgt die Abweichung ca. 8,7 Prozent.

Das bereinigte EBITDA stieg um ca. 95 Prozent auf ca. 98 Millionen Euro, was einer Steigerung gegenüber dem Mittelwert des mit der Veröffentlichung der Neunmonatszahlen 2019 ebenfalls angehobenen Prognose-Korridors (84 bis 88 Millionen Euro) von ca. 14 Prozent entspricht. Das mit Abstand stärkste Umsatzwachstum wird weiter bei wiederaufladbaren Lithium-Ionen Zellen für Hightech-Consumerprodukte, insbesondere für kabellose Premium-Kopfhörer (Hearables), erzielt. Hintergrund ist die ungebrochen hohe Kundennachfrage in einem sehr dynamisch wachsenden Markt. Als Technologie- und Innovationsführer wächst die Varta deutlich schneller als der Markt und hat ein sehr erfolgreiches Geschäftsmodell aufgebaut.

Einen Ausblick auf das laufende Jahr lieferte Varta allerdings noch nicht mit. Den wird es wohl erst mit Vorlage der endgültigen Zahlen geben. Die sollen dann am 31.03.2020 vorgelegt werden. Bis dahin darf wohl noch ein wenig spekuliert werden, wie der Ausblick für das laufende Jahr bei Varta aussehen könnte.

Von Markus Weingran

Foto: MircoV / Shutterstock.com

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