Warum Netflix’ Finanzen stark sind und jetzt immer stärker werden

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Warum Netflix’ Finanzen stark sind und jetzt immer stärker werden

Netflix ist gleich aus mehreren Gründen eine perfekte Coronavirus-Aktie: Das Unternehmen besitzt starke globale Wachstumschancen und profitiert von zunehmender Nachfrage von vielen zuhause festsitzenden Menschen aus der ganzen Welt. Aufgrund des niedrigen Preises und des hohen Wertangebots seines Services ist Netflix zudem recht immun gegen Rezessionssorgen.

Skeptiker verweisen wiederholt auf die schwache Bilanz und den negativen freien Cashflow des Unternehmens. Doch bei beidem gibt es Missverständnisse. Tatsächlich ist Netflix’ finanzielle Position stark und wird in der aktuellen Situation immer besser. Lies hier, warum.

Die Bilanz passt

Netflix hatte Ende letzten Jahres langfristige Schulden von 14,8 Milliarden Dollar. Das ist für kein Unternehmen ein Betrag, den man unter den Tisch fallen lassen kann - schon gar nicht für Netflix, das im letzten Jahr nur 2,6 Milliarden Dollar an operativem Gewinn generierte. Es ist also verständlich, warum manche denken, dass die Finanzlage des Konzerns wacklig ist.

Doch der wichtige Punkt ist, dass nur sehr wenige dieser Schulden in nächster Zeit fällig werden. Nur 1,2 Milliarden Dollar muss Netflix in den nächsten drei Jahren zurückzahlen, in den nächsten sechs Jahren sind es insgesamt 2,4 Milliarden. Wenn wir außerdem noch bedenken, dass das Unternehmen Ende 2019 auf einem Cashbestand von 5 Milliarden Dollar saß, sollten diese Rückzahlungen für das Unternehmen gut leistbar sein. Vor allem im Lichte des sich verbessernden freien Cashflows.

Der freie Cashflow verbessert sich

Netflix verbuchte letztes Jahr einen negativen freien Cashflow von 3,3 Milliarden Dollar. Im Bericht zum vierten Quartal im Januar gab das Management an, dass man im laufenden Jahr eine Verbesserung auf -2,5 Milliarden Dollar erwarte.

Der negative freie Cashflow wird vor allem von den Milliardeninvestitionen in eigene Inhalte verursacht. Deren Produktion kostet Unmengen an Geld, noch weit bevor die fertigen Inhalte ausgestrahlt werden können. Die Verbesserungen, die das Unternehmen nun erwartet, dürften hauptsächlich auf steigende Umsätze und noch stärker steigende operative Gewinne zurückgehen. Letzteres liegt daran, dass die Bereitstellung von Inhalten größtenteils fixe Kosten verursacht: Wenn Netflix Inhalte lizenziert oder selbst erschafft, dann sind diese Kosten konstant, unabhängig von der Anzahl der Abonnenten des Unternehmens oder davon, wie oft die Inhalte angesehen werden. Zusätzliche Abonnenten bringen daher sehr hohe zusätzliche Gewinnmargen mit sich.

Das Management hat sich dafür entschieden, den Großteil dieser zusätzlichen Gewinne in die Lizenzierung und Erstellung von noch mehr Content zu stecken. Ein kleiner Teil bleibt jedoch auch als Gewinn übrig. Das ist der Grund, warum Netflix’ operative Marge in den letzten Jahren stets um circa drei Prozentpunkte angestiegen ist.

Die Auswirkungen des Coronavirus

In der aktuellen Situation steigt der Netflix-Konsum stark an, da viele Menschen zuhause bleiben, um die Verbreitung von COVID-19 einzudämmen. Zwar zahlen bestehende Netflix-Kunden keinen Cent mehr, um mehr Inhalte schauen zu dürfen. Doch das Unternehmen gewinnt derzeit wahrscheinlich mehr neue Abonnenten und verliert weniger bestehende Abonnenten als üblich. Beides sollte zu höheren Nutzerzahlen und damit höheren Umsätzen führen. Wie wir gelernt haben, sind zusätzliche Abonnenten für Netflix sehr lukrativ. Der freie Cashflow sollte sich daher verbessern.

Die globale Pandemie hat außerdem bei vielen Unternehmen Störungen verursacht. Netflix hat alle seine Produktionen aufgrund der Coronavirus-Pandemie ausgesetzt. Das bedeutet, dass das Unternehmen aktuell weniger in eigene Inhalte investiert, was im Umkehrschluss eine Verbesserung des freien Cashflows gegenüber dem Normalzustand bedeuten würde. Die Pausierung der Content-Produktion ist langfristig natürlich nicht förderlich, doch das Management sagt, dass das Unternehmen noch für mehrere Monate genug neue eigene Inhalte in der Pipeline habe.

Diese zwei Faktoren - höhere Gewinne und weniger Ausgaben für Content - haben das Potenzial, Netflix’ freien Cashflow näher an den Breakeven zu bringen als die -2,5 Milliarden Dollar, die das Unternehmen im Januar prognostiziert hatte. Investoren könnten überrascht sein, wie schnell Netflix seinen freien Cashflow verbessert.

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Andrew Tseng besitzt Aktien von Netflix. The Motley Fool besitzt und empfiehlt Aktien von Netflix.

Dieser Artikel erschien am 30. März 2020 auf Fool.com und wurde für unsere deutschen Leser übersetzt.

Motley Fool Deutschland 2020

Foto: The Motley Fool

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