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Was der Angriff auf die Ölinfrastruktur Saudi-Arabiens für den Ölmarkt bedeutet

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Was der Angriff auf die Ölinfrastruktur Saudi-Arabiens für den Ölmarkt bedeutet

Die Drohnenangriffe auf die Ölinfrastruktur Saudi-Arabiens letztes Wochenende erschütterten den Ölmarkt zutiefst. Sie veranlassten den führenden Ölproduzenten, die Hälfte seiner Produktion stillzulegen. Mit mehr als 5 Mio. Barrel pro Tag entspricht das 5 % des weltweiten Angebots, das vom Markt verschwand. Das ist die größte Erschütterung, die den Ölmarkt je getroffen hat.

Die Ölpreise reagierten in gleicher Weise. Der US-Öl-Richtwert WTI stieg um mehr als 15 % auf über 60 US-Dollar pro Barrel. Das war die größte Ein-Tages-Bewegung seit mehr als einem Jahrzehnt. Unterdessen stieg der globale Referenzpreis Brent auf einen Schlag um bis zu 19,5 %, was den größten Zuwachs seit Bestehen der Aufzeichnungen darstellt. Diese Spitze ließ die Aktien von vielen Ölproduzenten ausrasten.

Der Ölmarkt prüft noch, wie dieser Angriff die globale Ölversorgung beeinflussen wird. Werfen wir einen genaueren Blick darauf, wie es sich auf den Ölmarkt auswirken könnte.

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Der Schock, der um die Welt ging

Die Drohnen trafen am Samstag das Abqaiq-Werk von Saudi Aramco und zerstörten einen Teil einer der größten Ölverarbeitungsanlagen der Welt. Es wurde auch ein nahe gelegenes Ölfeld beschossen. Die Angriffe legten damit 5,7 Mio. Barrel der täglichen Ölversorgung lahm, was 5 % der gesamten globalen Produktion entspricht.

Es ist noch nicht klar, wie schnell die Produktion wieder den Betrieb aufnehmen wird. Das Land hatte gehofft, ein Drittel davon bis Montag wieder in Gang setzen zu können, obwohl man sagte, dass es Wochen dauern könnte, bis man die volle Kapazität erreicht hat.

Abgesehen von diesem unsicheren Zeitplan ist nicht bekannt, wer hinter dem Angriff steckt. Obwohl sich zuerst jemenitische Rebellen dazu bekannt haben, zeigt Saudi-Arabien mit dem Finger auf den Iran. Sollte tatsächlich der Iran dafür verantwortlich sein, könnte es die gesamte Region in einen Krieg stürzen.

Was der Angriff für den Ölpreis bedeutet

Der Markt hasst Unsicherheit. Deshalb stiegen die Ölpreise nach dem Angriff an. Sie hätten noch weiter steigen können.

Die Analysten sehen zwei mögliche Szenarien. Im besten Fall repariert Saudi-Arabien die beschädigte Anlage schnell und stellt die volle Kapazität in wenigen Wochen wieder her. Wenn das passiert, werden sich die Ölpreise wahrscheinlich nicht viel höher bewegen, obwohl das Rohöl auch wahrscheinlich nicht zu viel von seinen jüngsten Gewinnen zurückgeben wird, weil es Bedenken wegen eines weiteren Angriffs gibt. Nach Ansicht vieler Analysten wird nun eine Risikoprämie von 5 bis 10 US-Dollar pro Barrel zum Ölpreis hinzukommen. Als solches würde Rohöl in den kommenden Monaten wahrscheinlich im Bereich von 55 bis 65 US-Dollar pro Barrel handeln, im Gegensatz zu 50 bis 60 US-Dollar, zu denen es einen Großteil des Jahres gehandelt wurde.

Ein Worst-Case-Szenario hingegen wäre, dass die Spannungen überkochen und Saudi-Arabien durch einen Angriff auf den Iran Vergeltung übt. Das könnte wiederum den Iran veranlassen, die Straße von Hormuz im Persischen Golf zu schließen, was bis zu 20 % der weltweiten Lieferungen abschneiden könnte. Ein solches Ereignis könnte dazu führen, dass der Ölpreis schnell über 100 US-Dollar pro Barrel steigt, was einer sich bereits abschwächenden Weltwirtschaft einen verheerenden Schlag versetzen könnte.

Was der Angriff für die Ölunternehmen bedeutet

Vor dem Angriff war die größte Sorge des Ölmarktes, dass er wegen der stark ansteigenden US-Produktion über zu viel Öl verfügt. Aus diesem Grund hielten sich Ölförderländer wie Saudi-Arabien sowie viele Ölgesellschaften zurück. Im Moment ist jedoch niemand bestrebt, die Leistung zu steigern. Die OPEC sagte etwa, man habe keine unmittelbaren Pläne, die weltweiten Ölfördermengen zu erhöhen.

Ebenso werden die meisten US-amerikanischen Ölproduzenten wahrscheinlich an ihren aktuellen Ausgabenplänen festhalten, auch wenn die Ölpreise durch die Decke gehen. Anstatt mehr Geld für zusätzliche Bohrungen auszugeben, werden sie von höheren Ölpreisen profitieren. Das wird es vielen ermöglichen, noch mehr Aktien zurückzukaufen.

Die US-amerikanischen Ölproduzenten ConocoPhillips, Pioneer Natural Resources und Concho Resources haben ihre Aktienrückkauf-Bemühungen in diesem Jahr verstärkt. ConocoPhillips zum Beispiel plante zunächst, dieses Jahr 3 Mrd. US-Dollar seiner Aktien zurückzukaufen, und hat das Volumen dank seines stärkeren freien Cashflows infolge höherer Ölpreise kürzlich um 500 Mio. US-Dollar erhöht. Pioneer Natural Resources steigerte unterdessen seinen Rückkauf von 100 Mio. US-Dollar auf 2 Mrd. US-Dollar. Das Unternehmen kauft seine Aktien, die eingebrochen waren, aggressiv zurück, obwohl die Ölpreise in diesem Jahr höher stehen. Concho Resources hat auch gerade ein Rückkaufprogramm im Wert von 2 Mrd. US-Dollar gestartet, das durch den Verkauf einiger Vermögenswerte in Gang gesetzt wurde.

Solange der Ölpreis im Bereich von 55 bis 65 US-Dollar pro Barrel bleibt, werden die Ölproduzenten ihren steigenden freien Cashflow wahrscheinlich in den Rückkauf weiterer Aktien investieren. Wenn der Ölpreis jedoch aufgrund eines eskalierenden Konflikts im Nahen Osten über dieses Niveau steigt, könnten die Unternehmen eine Erhöhung der Bohrbemühungen in Betracht ziehen.

Verstärkte Unsicherheit

Der Angriff auf das Zentrum der Ölinfrastruktur Saudi-Arabiens verursachte die größte Erschütterung der globalen Ölversorgung, die der Markt je erlebt hat. Das führte zu einer der heftigsten Ölpreiserholungen in der Geschichte.

Unklar ist, wie lange die Unterbrechung andauern wird und wie Saudi-Arabien reagieren wird. Wenn es sich nur um einen kurzfristigen Ausfall handelt, dann werden sich die Ölpreise wahrscheinlich schnell in der neuen Spanne einpendeln. Wenn die Spannungen jedoch eskalieren, dann könnte der Ölpreis — und die Ölaktienkurse — noch viel höher steigen. Deshalb sollten die Anleger den Ölmarkt in den kommenden Tagen genau im Auge behalten und nach Hinweisen suchen, wie viel Auftrieb bei Energieaktien möglich sein könnte.

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Dieser Artikel wurde von Matthew DiLallo auf Englisch verfasst und am 16.09.2019 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

The Motley Fool besitzt keine der angegebenen Aktien.

Motley Fool Deutschland 2019

Foto: Getty Images.

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