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Wieviel Gold gibt es überhaupt noch auf der Welt?

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Im Jahr 2016 stießen Archäologen, die an einer Ausgrabungsstätte in Bulgarien arbeiteten, auf einen winzigen, aber bedeutenden Fund: Eine Goldperle, die ungefähr drei Millimeter im Durchmesser misst und von der Wissenschaftler annehmen, dass sie das älteste Stück von Menschenhand angefertigten Goldschmucks überhaupt ist - man geht davon aus, dass sie aus dem Zeitraum von etwa 4600 v. Chr. stammt.

Diese Entdeckung ist nicht nur für Wissenschaftler, sondern auch für Investoren von Bedeutung. Einfach ausgedrückt bedeutet das, dass die Menschen seit mehr als 6.600 Jahren Gold abbauen und veredeln. Und wenn das stimmt, werden sich Goldinvestoren fragen: Wie viel Gold ist nach sieben Jahrtausenden des Abbaus in der Welt überhaupt noch vorhanden, das man zu entdecken, abbauen und veredeln kann?

Wie viel Gold wurde bereits abgebaut?

Die Industriehandelsgruppe The World Gold Council schätzt, dass seit dieser ersten Goldperle rund 190.000 Tonnen Gold abgebaut wurden – etwa 77 % der weltweit förderbaren Reserven. Und weil Gold praktisch unzerstörbar ist, ist der größte Teil des abgebauten Goldes noch heute in Form von Schmuck, Goldmünzen, Goldbarren und Elektronik vorhanden. (Gold ist nützlich als Leiter, der nicht anläuft).

Interessanterweise wurde das meiste Gold erst im letzten halben Jahrhundert abgebaut. Gold galt als wertvoll und wurde sowohl als Schmuck als auch als Währung für den größten Teil jener Weltgeschichte benutzt, die mehr als 7.000 Jahre zurückreicht. Und doch wurden in den ersten 6.800 Jahren dieser Geschichte (bis 1835) weniger als 20.000 Tonnen Gold produziert. Es dauerte von 1848 bis 1855, bis die gesamte weltweite historische Goldproduktion über 20.000 Tonnen anstieg. Im nächsten Jahrhundert jedoch verdreifachte sich die kumulierte Goldproduktion bis Anfang der 1940er Jahre auf 60.000 Tonnen, gefolgt von einem raschen Anstieg um 50 % auf 90.000 Tonnen in den nächsten drei Jahrzehnten.

Tatsächlich wurden seit 1967 etwa 50 % des jemals abgebauten Goldes abgebaut, und 80 % des jemals über Tage gebrachten Goldes wurde nach Angaben des U.S. Geological Survey seit 1910 abgebaut.

Wie viel abbaubares Gold ist noch übrig?

Das World Gold Council schätzt, dass die verbleibenden Reserven weltweit nur noch 30 % dessen betragen, was bereits abgebaut wurde – 54.000 Tonnen Gold in ausreichender Konzentration und in ausreichend zugänglichen Tiefen, um zu vernünftigen Kosten abgebaut zu werden.

Bei einer globalen Produktionsrate von zuletzt rund 3.100 Tonnen pro Jahr bedeutet dies, dass in weniger als 20 Jahren alle förderbaren Goldreserven weltweit (oder zumindest die, die mit vertretbarem Aufwand gefördert werden können) erschöpft sein sollten.

Was das für Bergbauunternehmen bedeutet

Da die Goldreserven bald erschöpft und neue Goldvorkommen schwieriger zu finden sind, werden die Produktionskosten im Laufe der Zeit steigen, was die Rentabilität der Abbauunternehmen weltweit beeinträchtigen könnte. Im Jahr 2004 z.B. berichtete das Bergbauunternehmen Barrick Gold durchschnittliche Produktionskosten von nur 300 Dollar pro geförderter Unze Gold. Bis 2011 hatte sich diese Zahl auf 630 Dollar pro Unze mehr als verdoppelt und stieg bis 2014 auf 800 Dollar pro Unze an. Die Produktionskosten haben sich seitdem eingependelt, wobei Barrick nach Angaben von S&P Global Market Intelligence im vergangenen Jahr Produktionskosten in Höhe von 780 Dollar verkündet hat.

Ähnlich beim größeren Bergbauunternehmen Newmont Mining. Newmont berichtete über Goldproduktionskosten pro Unze von 278 Dollar in 2004 und sprang auf 752 Dollar in 2011, dann 920 Dollar in 2014, aber seine Produktionskosten haben sich ebenfalls eingependelt und lagen im Durchschnitt bei 922 Dollar in 2017. Auf der einen Seite kann diese jüngste Kostenerhöhung den Anlegern versichern, dass die Goldproduktionskosten nicht unaufhaltsam steigen müssen.

Andererseits deutet der starke Anstieg der Produktionskosten in den letzten 15 Jahren in Verbindung mit der zunehmenden Geschwindigkeit der Förderung darauf hin, dass die Produktionskosten in den kommenden Jahren noch einmal ansteigen könnten. Solange die Goldproduzenten in der Lage sind, Gold zu Preisen zu verkaufen, die über ihren Produktionskosten liegen, sollte dies die Nachfrage nach Gold hoch halten und die Bergbauunternehmen dazu anhalten, nach Gold zu graben.

Wird der Markt seinen Höhepunkt erreichen?

Befürchtungen um knapper werdendes Gold dürften einige Investoren an die Sorgen über knapper werdendes Öl erinnern. Vor etwas mehr als einem Jahrzehnt, als der Preis für ein Barrel Rohöl auf weit über 100 Dollar pro Barrel stieg, kamen die Analysten von Goldman Sachs mit ihrer mittlerweile berühmten Prognose heraus, dass der Ölpreis auf bis zu 200 Dollar steigen würde. Die Erde näherte sich laut Bericht schnell dem Punkt der „Spitzenölproduktion“, und aufgrund der riesigen Nachfrage noch und nöcher könnte der Ölpreis folglich nur steigen.

Natürlich ist das nicht so passiert. Die Ölpreise stiegen, schwankten und bewegten sich dann im Bereich von 100 Dollar – dann stürzten sie ein. Ein Barrel Rohöl lag 2016 bei unter 40 Dollar, den Großteil des Jahres 2017 unter 50 Dollar und derzeit bei fast 70 Dollar.

Könnte dasselbe mit Gold passieren? Das kommt darauf an.

Warum sich die Menge des förderbaren Goldes im Laufe der Zeit ändern könnte

Teil des Grundes, warum die Ölpreise 2014 einstürzten, ist, dass die Menge des Öls (oder des Goldes) in der Welt nicht eine konstante Zahl ist. Vielmehr schwankt sie mit der Technologie, mit dem Erfindungsreichtum der Menschheit, neue Wege zu finden, um die Ressourcen zu nutzen, auch mit den Preisen. (Einfach ausgedrückt: je höher die Ölpreise, desto lohnenswerter ist es für Forscher, es zu finden und zu fördern – was wiederum mehr Öl förderbar macht und die Reserven erhöht.

Im Falle des Öls wurde die Fracking-Technologie, die in den 1940er Jahren erstmals eingeführt wurde, im 21. Jahrhundert verfeinert, um bisher unerschlossene Ölvorkommen zu erschließen. Hohe Preise waren ein Treiber für die Kommerzialisierung von Fracking und anderen Techniken wie Horizontalbohrungen. Als diese Techniken kommerziell nutzbar wurden, wurden mehrere Milliarden Barrel Öl erschlossen, die zuvor als nicht extrahierbar galten - was dann zu niedrigeren Preisen geführt hat.

Könnte etwas Ähnliches mit Gold passieren? Vielleicht.

Wie viel Gold wird für den Bergbau benötigt, damit es sich lohnt?

Gold ist ein wertvolles, aber relativ seltenes Element, das nur 0,0011 Gramm pro Tonne Erdkruste und nur 0,00001 Gramm pro Tonne Meerwasser ausmacht. Das Problem ist, dass Goldabbau mit der heutigen Technologie wirtschaftlich ist, da die Bergbauunternehmen Goldlagerstätten finden müssen, in denen Gold in größerer Dichte konzentriert ist.

Die Reserven von Barrick Gold liegen beispielsweise bei 1,5 Gramm pro Tonne (Gramm pro Tonne wird als „Erzgehalt“ bezeichnet). Newmont Mining hingegen kommt mit nur 1,14 Gramm pro Tonne aus.

Gold in so hoher Dichte zu finden, ist nicht einfach.

Welche neuen Wege gibt es, Gold zu gewinnen?

Bei geringerer Dichte. Experten gehen davon aus, dass selbst bei der ultraverdünnten Durchschnittskonzentration allein die oberen vier Kilometer der Erdkruste bis zu 122 Milliarden Tonnen Gold enthalten (geschweige denn, was sich in den Meeren befindet). Dies deutet darauf hin, dass, wenn neue Technologien entwickelt werden sollten, die eine gewinnbringende Gewinnung von Gold bei niedrigeren als den üblichen Golddichten ermöglichen, es viel mehr Gold auf der Welt geben könnte – auffindbar, abbaubar und veredelbar – als es derzeit der Fall zu sein scheint.

Vom Meeresboden. Alternativ können Goldgräber auch Goldtaucher werden. Jüngste Entdeckungen von Edelmetallvorkommen in der Umgebung von thermischen Schloten auf dem Meeresboden deuten darauf hin, dass bestimmte erstklassige Meeresbodenstandorte Goldlagerstätten mit einer Konzentration von bis zu 6 Gramm pro Tonne enthalten könnten. Das ist viermal so reichhaltig wie die durchschnittliche Dichte von Barrick Gold und fünfmal so reichhaltig wie die von Newmont. Sollten sich solche Vorkommen als üblich erweisen, könnte der steigende Goldpreis in Verbindung mit dem abnehmenden Angebot an Gold an Land einen neuen Goldrausch unter Wasser auslösen – und die Menge an Gold, die angeblich weltweit noch übrig war, auf einen Schlag vervielfachen.

Im Weltraum. Selbst wenn alle Goldreserven auf der Erde erschöpft wären, könnte der Welt immer noch nicht das Gold ausgehen. Der Astrophysiker Neil deGrasse Tyson hat vorgeschlagen, dass einzelne Asteroiden, die den Asteroidengürtel bilden, buchstäblich mit Gold beladen sein könnten – vielleicht sogar mit einer halben Tonne oder mehr, die im Kern eines beliebigen Asteroiden enthalten sind. Während Dr. Tyson nicht so weit ging, zu versprechen, dass dies für jeden Asteroiden im Gürtel gilt, gibt es mehr als 150 Millionen Asteroiden mit einem Durchmesser von mehr als 100 Metern im Asteroidengürtel zur Auswahl. Wenn auch nur ein kleiner Teil dieser Weltraumgesteine Gold enthält, könnte es die Menge dieses Elements, die auf der Erdoberfläche leicht zugänglich ist, in den Schatten stellen. Da die Goldreserven auf der Erde schwinden und die Goldpreise auf der Erde steigen, könnte dies die Forscher und Entwickler anspornen, neue Goldquellen in Weiten zugänglich zu machen, wo noch kein Bergmann je zuvor gewesen ist.

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The Motley Fool besitzt keine der angegebenen Aktien.

Dieser Artikel von Rich Smith erschien am 12.5.18 auf Fool.com. Hinzufügen Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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Foto: Lisa S. / Shutterstock.com

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