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Wird das gut gehen? Die Deutsche Bank startet ihren Radikalumbau womöglich zu spät

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Wird das gut gehen? Die Deutsche Bank startet ihren Radikalumbau womöglich zu spät
Dass die deutschen Privatbanken durch die Finanzkrise in Mitleidenschaft gezogen wurden, ist ja hinlänglich bekannt. Doch ein Institut scheint besonders angeschlagen zu sein und konnte sich bis heute nicht von den Ereignissen der Jahre 2008 und 2009 erholen.Die Rede ist natürlich von der Deutschen Bank (WKN: 514000), unserem früheren Aushängeschild, wenn es um deutsche Finanzinstitute ging. Doch jetzt sieht es düster aus für das Unternehmen. Und die Aktie der Deutschen Bank kennt, angetrieben von schlechten Nachrichten, seit Jahren nur den Weg nach unten.

Um sich wieder besser aufstellen zu können, hatte Konzernchef Christian Sewing ja schon im Mai auf der diesjährigen Hauptversammlung „harte Einschnitte“ angekündigt. Und was das bedeutet, zeigt sich nun eindrucksvoll an den Maßnahmen für einen radikalen Konzernumbau, die ab sofort zügig umgesetzt werden.

Was hat die Deutsche Bank vor?

Ihr Sprecher nennt es „den wohl umfassendsten Umbau seit Jahrzehnten“ und Deutsche-Bank-Chef Sewing bezeichnet es als „nichts anderes als eine grundlegende Transformation“.

Gemeint sind die einschneidenden Maßnahmen, mit denen sich das Finanzinstitut wieder auf Kurs bringen möchte. Insgesamt sollen 18.000 Jobs wegfallen, man will das Investmentbanking radikal zusammenstreichen und sich aus dem Aktienhandel zurückziehen.

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Das sieht nicht nur nach einem Kurswechsel, sondern nach Radikalumbau aus. Doch womöglich kommt der jetzt etwas zu spät. Die Schweizer Großbank UBS (WKN: A12DFH) zum Beispiel hat ihr Investmentbanking schon gleich nach der Finanzkrise radikal eingedampft und ist heute einer der größten Vermögensverwalter der Welt.

Und der radikale Umbruch verursacht auch immense Kosten. Rund 7,4 Mrd. Euro soll die Sanierung kosten. Aber die Deutsche Bank will sich kein neues Kapital von den Aktionären besorgen, sondern den Umbau selbst finanzieren.

Das hört sich erst einmal gut an, denn eine Kapitalerhöhung würde den Gewinn je Aktie verwässern. Doch stellt sich andererseits die Frage, ob das Unternehmen seine selbst gesteckten Ziele ohne frisches Geld auch erfüllen kann.

Die Experten bleiben vorsichtig

Dass es um die Deutsche Bank nicht allzu gut bestellt ist, erkennt man auch, wenn man sich die aktuellen Analystenmeinungen einmal näher ansieht.

Der Experte Jernej Omahen von Goldman Sachs (WKN: 920332) äußerte sich skeptisch. Er meint, dass die strukturellen Herausforderungen für den Konzern noch nicht vom Tisch seien. Auch herrsche noch immer Unsicherheit darüber, wie umfangreich das Investmentbanking nach dem Umbau tatsächlich sein werde, und es würden der Bank auch weiterhin sehr renditeträchtige Geschäftsfelder fehlen.

Der Analyst der Berenberg Bank, Eoin Mullany, rät Anlegern sogar dazu, die Aktien der Deutschen Bank eben aufgrund der ausbleibenden Kapitalerhöhung in eine Kursstärke hinein zu verkaufen. Er führt hier die enormen Umsetzungsrisiken an und dass es wenig Raum für Fehler mit Blick auf die Kapitaldecke gäbe.

Die Lage bleibt also erst einmal ernst und die Deutsche Bank wird für eine Daseinsberechtigung im europäischen Bankensektor wahrscheinlich hart kämpfen müssen.

Wie verhält sich die Aktie?

Nachdem die Aktie der Deutschen Bank seit Anfang Juni zu einer kleinen Aufwärtsbewegung angesetzt hatte, zeigten sich die Anleger nach Bekanntwerden der hohen Kosten für den Umbau des Konzerns nicht begeistert. Denn der Deutschen Bank drohen dadurch im Gesamtjahr 2019 erneut tiefrote Zahlen.

Und so verlor die Deutsche-Bank-Aktie heute 5,39 % an Wert und ging mit einem Kurs von 6,79 Euro (08.07.2019) aus dem Xetra-Handel. Und das Umfeld könnte weiter ungünstig bleiben. Denn sollte der radikale Umbau des Konzerns doch zu spät gestartet sein, könnte die Deutsche Bank tatsächlich in die Bedeutungslosigkeit abrutschen.

So weit muss es natürlich nicht kommen. Die Aktie der Deutschen Bank bleibt aber meiner Meinung nach ein Hochrisikopapier und ist somit auch nur für sehr spekulativ eingestellte Marktteilnehmer geeignet.

Andre Kulpa, Motley Fool beitragender Investmentanalyst

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Andre Kulpa besitzt keine der erwähnten Aktien. The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.Foto: kurhan / Shutterstock.com
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