Frau von ukrainischem Spionage-Chef nach Vergiftung im Krankenhaus

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Kiew (Reuters) - In der Ukraine ist die Frau des Chefs vom Militärgeheimdienst GUR offiziellen Angaben zufolge mit Schwermetallen vergiftet worden.

Sie werde in einem Krankenhaus behandelt, bestätigte ein Sprecher des Geheimdienstes am Dienstag entsprechende Medienberichte. Er sagte nicht, wann der Vorfall stattgefunden habe. Die Zeitung "Ukrainska Prawda" zitierte Geheimdienstkreise, wonach sie vergiftetes Essen erhalten habe. Mehrere GUR-Mitarbeiter seien ebenfalls vergiftet worden. Hinweise auf Drahtzieher des möglichen Anschlags wurden in den Berichten nicht genannt.

Marianna Budanowa ist die Ehefrau von GUR-Chef Kyrylo Budanow, der in seiner Heimat als verdeckter Planer von Gegenschlägen gegen die russischen Invasoren große Popularität genießt. In russischen Medien ist er eine Hassfigur. Der 37-Jährige war selbst Ziel mehrerer gescheiterter Anschläge, darunter ein Versuch mit einer Autobombe. Sollte es sich bei Budanowa tatsächlich um einen Giftanschlag handeln, wäre dies das schwerwiegendste Attentat auf ein Familienmitglied einer hochrangigen ukrainischen Führungsperson seit Beginn der russischen Invasion Ende Februar vergangenen Jahres. Russland macht ukrainische Geheimdienste für die Ermordung eines prominenten Militärbloggers und einer bekannten Publizistin auf russischem Boden verantwortlich. Die Regierung in Kiew bestreitet eine Verwicklung in diese Vorfälle.

(Bericht von Max Hunder und Tom Balmforth, geschrieben von Hans Busemann und Christian Götz, redigiert von Kerstin Dörr. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte)

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