US-Zinssenkungshoffnungen geben Europas Börsen Rückenwind

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Frankfurt (Reuters) - In Erwartung von nahenden Zinssenkungen in den USA haben Anleger am Dienstag bei europäischen Aktien wieder zugegriffen.

Mut machten ihnen außerdem entsprechende Signale eines US-Notenbankers. Der Dax stieg daher am Dienstag um 0,4 Prozent auf 18.131,97 Punkte und der EuroStoxx50 um 0,7 Prozent auf 4915,47 Zähler. Die US-Indizes konnten nach der Rekordjagd der vergangenen Tage ihre anfänglichen Gewinne allerdings nicht halten und notierten kaum verändert.

Die US-Einzelhändler konnten ihre Umsätze im Mai kaum steigern. Ohne den robusten Pkw-Absatz wären sie sogar gefallen. Analysten hatten auf ein Plus von 0,3 Prozent gehofft. Dies komme der Fed sicher gelegen, sagte Stuart Cole, Chef-Volkswirt des Brokerhauses Equiti Capital. "Es erleichtert ihr die Aufgabe, die Inflation auf den Zielwert zu bringen, da ja der Konsum der wichtigste Faktor für die Konjunktur ist." Schätzungen zufolge repräsentieren die Käufe der Verbraucher zwei Drittel der US-Wirtschaftskraft.

Bei einem öffentlichen Auftritt wollte der Chef der Federal Reserve Bank von New York, John Williams, zwar kein genaues Datum für eine Zinssenkung nennen, allerdings bewegten sich die Dinge in die richtige Richtung. "Der Umfang und die Geschwindigkeit des Zinssenkungszyklus ist zwar noch unklar", sagte John Velis, Konjunkturexperte beim Vermögensberater BNY Mellon. "Wir erwarten aber zwei Schritte in laufenden Kalenderjahr."

ÖLPREIS ZIEHT WIEDER AN - KRYPTOWÄHRUNGEN UNTER DRUCK

Williams' Aussagen hoben auch die Stimmung am Rohstoffmarkt. Die Rohöl-Sorte Brent aus der Nordsee verteuerte sich um ein Prozent auf 85,11 Dollar je Barrel (159 Liter). Außerdem erwarteten Börsianer zum Auftakt der Sommerreise-Saison einen Rückgang der US-Lagerbestände.

Abwärts ging es dagegen für Kryptowährungen. Der Kurs von Bitcoin fiel um bis zu 3,2 Prozent auf ein Fünf-Wochen-Tief von 64.230,41 Dollar. Die zweitwichtigste Cyber-Devise Ethereum verlor zeitweise 4,4 Prozent und war mit 3359,12 Dollar so billig wie zuletzt vor gut einem Monat. Solange die Notenbank Fed keine zusätzlichen Zinssenkungen signalisiere, würden Investoren riskante Anlagen tendenziell meiden, sagte Analyst Timo Emden von Emden Research.

BANKEN AUF ERHOLUNGSKURS - ENGES RENNEN UM BÖRSENWERT-KRONE

Nach dem Rücksetzer der Vorwoche ging vor allem der Finanzsektor auf Erholungskurs. Der Index für die Banken der Euro-Zone stieg um gut ein Prozent. Mit einem Kursgewinn von 1,5 Prozent gehörte die Commerzbank zu den Favoriten.

An der Wall Street standen erneut die "Glorreichen Sieben" größten US-Technologiewerte im Rampenlicht. Unter ihnen lieferten sich der Softwarekonzern Microsoft, der iPhone-Anbieter Apple und der Chip-Hersteller Nvidia ein erneutes Kopf-an-Kopf-Rennen um die Krone als wertvollster Börsenwert der Welt. Zuletzt hatte Microsoft mit einer Marktkapitalisierung von 3,316 Billionen Dollar knapp die Nase vorn.

(Bericht von Hakan Ersen.; Redigiert von Hans Busemann; Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte)

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