Leitzins in Russland steigt - Weitere Straffung nicht ausgeschlossen

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Moskau (Reuters) - Die russische Zentralbank hat angesichts der steigenden Inflation den Leitzins angehoben.

Die Währungshüter erhöhten den geldpolitischen Schlüsselsatz am Freitag um zwei volle Punkte auf 18,00 Prozent. Dies ist das höchste Niveau seit April 2022. Experten hatten nach entsprechenden Signalen der Notenbank mit der Erhöhung gerechnet. "Wir schließen weitere Erhöhungen nicht aus", sagte Zentralbankchefin Elvira Nabiullina nach dem Zinsbeschluss vor der Presse. Dies sei von den einlaufenden Daten abhängig.

Die Währungshüter verwiesen auf den Mangel an Arbeitskräften und die anhaltende Ausweitung der Kreditvergabe an Privat- und Firmenkunden als Hauptfaktoren für die hohe Inflation. Die Teuerungsrate stieg im Juni auf 8,6 Prozent. Das ist mehr als doppelt so hoch wie von der Notenbank angestrebt. Mittlerweile steht sie bei 9,18 Prozent. Die Zentralbank erhöhte angesichts dieser Entwicklung ihre Inflationsprognose für 2024 auf 6,5 bis 7,0 Prozent. Sie erwartet, dass die Teuerungsrate 2025 auf 4,0 bis 4,5 Prozent sinken wird, was ihrem Ziel von vier Prozent annähernd entsprechen würde.

NOTENBANK ERHÖHT WACHSTUMSPROGNOSE

Die Notenbank stellte zugleich fest, dass die Wirtschaft von einem "ausgewogenen Wachstumspfad" nach oben abweiche. Den Begriff "Überhitzung", den viele Ökonomen zur Beschreibung der aktuellen Wirtschaftslage verwenden, vermieden die Währungshüter. Die Zentralbank erhöhte ihre Prognose für das Wachstum des Bruttoinlandsprodukts (BIP) im Jahr 2024 auf 3,5 bis 4 Prozent von zuvor 2,5 bis 3,5 Prozent. Die Währungshüter um Zentralbankchefin Nabiullina haben mit ihrer elastischen Geldpolitik mit dazu beigetragen, die Auswirkungen des Ukraine-Krieges und der westlichen Sanktionen gegen Russland auf die heimische Wirtschaft abzufedern.

(Bericht von Alexander Marrow, Gleb Bryanski, bearbeitet von Reinhard Becker, redigiert von Jörn Poltz. - Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com)

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