Spanien steuert auf neues Rekordjahr im Tourismus zu

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Madrid (Reuters) - Spanien steuert auf ein neues Rekordjahr im Tourismusgeschäft zu.

Die Zahl der ausländischen Urlauber ist im ersten Halbjahr um 13 Prozent gestiegen, wie das Statistikamt INE am Freitag mitteilte. Demnach kamen insgesamt 42,5 Millionen internationale Besucher ins Land. Allein im Juni wurde zu Beginn der Sommersaison ein Anstieg um zwölf Prozent auf neun Millionen verzeichnet. Die Zahlen lassen darauf schließen, dass sich das Jahr 2024 zu einem weiteren Rekordjahr entwickelt. Spanien ist nach Frankreich das am zweithäufigsten besuchte Land der Welt. Wahrscheinlich wird es 2024 die Rekordmarke des vergangenen Jahres von 85 Millionen Urlaubern knacken.

PROTESTE GEGEN MASSENTOURISMUS

Doch mit dem Massentourismus zeigt sich auch die Kehrseite der Medaille: In Touristenhochburgen wie Mallorca, Barcelona und den Kanaren wächst der Unmut angesichts der vielen Urlauber und der Auswirkungen auf die Wohnkosten. Der Mangel an bezahlbarem Wohnraum wird durch den Boom bei Ferienvermietungen auf Plattformen wie Airbnb und Booking.com verschärft. Dies führt zu Protesten: Anfang Juli hat eine Gruppe von Tourismusgegnern in Barcelona ausländische Besucher mit Wasserpistolen bespritzt und "Touristen, geht nach Hause" skandiert.

Bereits im April waren Tausende Menschen auf Teneriffa gegen den Massentourismus auf die Straße gegangen. Die Demonstranten forderten dazu auf, die Zahl der Touristen vorübergehend zu begrenzen, um den Boom bei Kurzzeitvermietungen und Hotelbauten einzudämmen. Die Inselgruppe der Kanaren mit ihren 2,2 Millionen Einwohnern wurde 2023 von 14 Millionen ausländischen Gästen besucht, 13 Prozent mehr als im Jahr zuvor.

Der Tourismus ist ein wichtiges Standbein der Wirtschaft in Spanien: Die Urlauber gaben allein im Juni 12,3 Milliarden Euro aus, 17 Prozent mehr als im Vorjahresmonat. Dies trug zum Wirtschaftswachstum in Spanien bei, wo es auch dank der Ausgaben ausländischer Besucher konjunkturell weit besser läuft als in Deutschland. Das südeuropäische Land steigerte die Wirtschaftsleistung im zweiten Quartal um 0,8 Prozent, während das deutsche Bruttoinlandsprodukt um 0,1 Prozent schrumpfte.

(Bericht von Sarah Young, geschrieben von Reinhard Becker, redigiert von Kerstin Dörr. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte).)

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