Ampel für US-Zinswende steht auf grün - Währungshüter bereit für Senkung

Reuters · Uhr
Quelle: (c) Copyright Thomson Reuters 2024. Click For Restrictions - https://agency.reuters.com/en/copyright.html

Jackson Hole/New York (Reuters) - Die Signale aus der US-Notenbank Federal Reserve für eine baldige Zinssenkung werden immer klarer.

Mehrere US-Währungshüter deuteten am Donnerstag Bereitschaft für einen solchen Lockerungsschritt im September an. Der Chef des regionalen Notenbankbezirks Philadelphia, Patrick Harker, sagte der Nachrichtenagentur Reuters am Donnerstag, er sei zu einer Senkung bereit, sofern die Datenlage es zulasse. Seine Kollegin Susan Collins aus Boston hält es ebenfalls für bald angebracht, mit einer Lockerung zu beginnen, wie sie dem Sender Fox Business sagte. Mit Blick auf den weiteren geldpolitischen Pfad sei ein schrittweises, methodisches Vorgehen angemessen.

Dies befürwortet auch Harker. Er sagte, die Fed solle es dabei ruhig angehen lassen. Seine Geschäftskontakte forderten berechenbare Maßnahmen auf dem Lockerungskurs. Sie wollten nicht, dass die Gangart ähnlich aggressiv ausfalle, wie es spiegelbildlich betrachtet bei den geldpolitischen Straffungsschritten im Frühjahr 2022 der Fall gewesen sei. Harker geht davon aus, dass der geldpolitische Schlüsselsatz am Ende eines Zinssenkungszyklus bei rund drei Prozent landen wird.

Die Fed hält ihn derzeit noch in der Spanne von 5,25 Prozent bis 5,50 Prozent und öffnete jüngst die Tür für eine baldige Senkung. Nachdem zwischenzeitlich über einen großen Zinsschritt von einem halben Prozentpunkt spekuliert wurde, gilt mittlerweile ein eher üblicher von einem Viertelprozentpunkt als wahrscheinlich.

SPANNUNG STEIGT VOR POWELL-REDE

Signale mit Blick auf den weiteren geldpolitischen Kurs erhoffen sich Anleger von einer Rede des Fed-Chefs Jerome Powell am Freitag auf dem Notenbanksymposium in Jackson Hole. Dieser sollte schon einen "sehr konkreten Hinweis" darauf geben, dass im September die Zinsen gesenkt werden, meint Jochen Stanzl, Chef-Marktanalyst beim Broker CMC Markets. Alles andere wäre aus seiner Sicht eine große Enttäuschung und für viele Anleger ziemlich irreführend. Er verweist darauf, dass bereits auf der Sitzung Ende Juli eine große Mehrheit des Offenmarktausschusses eine Zinssenkung im September als angebracht betrachtet habe.

Wie aus den Protokollen der Sitzung hervorgeht, war eine "überwältigende Mehrheit" der Währungshüter der Ansicht, dass im September eine Senkung wahrscheinlich angebracht sein dürfte. Dafür müssten allerdings die eingehenden Konjunkturdaten weiterhin in etwa den Erwartungen entsprechen.

Nach Ansicht des Chefs der Federal Reserve Bank of Kansas City, Jeff Schmid, hat sich der Arbeitsmarkt zwar abgekühlt. Er sei aber noch in guter Verfassung. Mit Blick auf eine mögliche Zinswende im September wolle er sich von der Datenlage leiten lassen, sagte Schmid dem Sender CNBC zu Beginn des Jackson Hole-Symposiums in Wyoming, das von seinem regionalen Fed-Ableger ausgerichtet wird.

(Bericht von Lindsay Dunsmuir, An Saphir, geschrieben von Reinhard Becker; Redigiert von Hans Busemann; Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte).)

onvista Premium-Artikel

onvista Trading-Impuls
Favoritenwechsel bei den US-Techwerten: IBM ist zurück!02. Apr. · onvista
Favoritenwechsel bei den US-Techwerten: IBM ist zurück!
Gold, Aktien, exotische ETFs
So schützt du dich vor Inflation01. Apr. · onvista
So schützt du dich vor Inflation
Chartzeit Wochenausgabe vom 30.03.2025
US-Zölle und Inflation: Warum der Abschwung noch weiter gehen könnte30. März · onvista
US-Zölle und Inflation: Warum der Abschwung noch weiter gehen könnte

Das könnte dich auch interessieren

Dax Tagesrückblick 03.04.2025
Trumps Zölle reißen Dax ins Minus - Adidas verliert über 11 Prozentgestern, 17:59 Uhr · onvista
Trumps Zölle reißen Dax ins Minus - Adidas verliert über 11 Prozent
EUR/USD Wochenausblick 31.03.2025
Euro hat seine Korrektur potenziell abgeschlossen - 1,10 Dollar möglich31. März · onvista
Euro hat seine Korrektur potenziell abgeschlossen - 1,10 Dollar möglich
Dax fällt zwischenzeitlich unter 22.000 Punkte
Märkte tiefrot: Zittern über US-Zollpolitik drückt Börsen31. März · Reuters
Märkte tiefrot: Zittern über US-Zollpolitik drückt Börsen