Sicherheitsbehörden warnen vor Brandsätze in Paketen

Düsseldorf (Reuters) - Die deutschen Sicherheitsbehörden warnen vor Brandsätzen in Paketsendungen, die in die Netzwerke von Paketdiensten eingeschleust wurden.
"In den vergangenen Wochen erhielten BfV und BKA Kenntnis von mehreren Paketsendungen, die von Privatpersonen an Standorten in Europa aufgegeben wurden und auf dem Weg zu ihren Adressaten in mehreren europäischen Ländern in Brand gerieten", heißt es in einem Hinweis an Logistikfirmen des Bundesamts für Verfassungsschutz (BfV), des Bundeskriminalamts (BKA) und der Initiative Wirtschaftsschutz vom 28. August, der Reuters am Freitag vorlag. "Nach gegenwärtigem Stand ist anzunehmen, dass die unkonventionellen Brandsätze vorsätzlich verschickt wurden, um Frachtdienstleistungsunternehmen und weitere logistische Infrastruktur zu schädigen", hieß es weiter. Es könne sein, dass weitere solche Pakete im Umlauf seien.
Branchenkreisen zufolge stellten mehrere Paketdienstleister Pakete mit Brandvorrichtungen in ihren Netzwerken fest. Betroffen war unter anderem DHL. Der Konkurrent DPD erklärte: "Inwieweit DPD von den aktuellen Vorfällen betroffen ist, können wir aus ermittlungstechnischen Gründen leider nicht sagen." DPD stehe in engem Austausch mit den Sicherheitsbehörden. Der Paketdienstleister DHL erklärte, ihm seien zwei aktuelle Vorfälle bekannt, die Sendungen im DHL-Netzwerk beträfen. DHL Express habe als Reaktion auf die laufenden Ermittlungen "in allen europäischen Ländern Maßnahmen ergriffen, um sein Netzwerk, seine Mitarbeitenden und Einrichtungen sowie die Sendungen seiner Kunden zu schützen".
"Uns sind die aktuellen Entwicklungen grundsätzlich bekannt", teilte Lufthansa Cargo mit. "Wir stehen dazu im engen Austausch mit den Behörden." Der Transport von Luftfracht unterliege grundsätzlich strengen Sicherheitsauflagen. "Bei Lufthansa Cargo gab es keine Vorfälle mit Brandsätzen", betonte eine Sprecherin. Auch die Bahn-Logistiktochter Schenker erklärte, bei ihr habe es keine Zwischenfälle mit Brandsätzen gegeben.
Der Bundesverband Paket- und Expresslogistik (BPEX) erklärte, von den Sicherheitsbehörden informiert worden zu sein. Die Warnungen seien an die Mitgliedsunternehmen weitergeleitet worden. In Branchenkreisen hieß es, neben DHL seien auch andere Fälle bei Logistikern bekannt, in denen sich Pakete entzündet hätten.
(Bericht von Matthias Inverardi, unter Mitarbeit von Alexander Ratz und Markus Wacket, redigiert von Scot W. Stevenson; Bei Rückfragen wenden Sie sich bittean unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com)