WTO - Einkommensschwache Haushalte von Importzöllen besonders betroffen

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Brüssel (Reuters) - Importzölle treffen besonders einkommensschwache Haushalte.

Das geht aus einem am Montag veröffentlichten Bericht der Welthandelsorganisation WTO hervor. Eine restriktive Handelspolitik habe oft unverhältnismäßig starke Auswirkungen auf Haushalte mit niedrigem Einkommen, Frauen und kleinere Unternehmen, die mit steigenden Fixkosten zu kämpfen hätten, heißt es in dem WTO-Bericht. Protektionistische Maßnahmen führten häufig zu höheren Inlandspreisen und damit zu Konsumzurückhaltung. Zudem könnten sie Vergeltungsmaßnahmen seitens verärgerter Handelspartner nach sich ziehen

WTO-Chefin Ngozi Okonjo-Iweala erklärte, der Welthandelsbericht 2024 bekräftige die Rolle des Handels bei der Armutsreduzierung und der Verteilung des Wohlstands. Damit werde der gängigen Meinung widersprochen, dass der Handel zu einer ungleicheren Welt führe. Zudem erwiesen sich Zölle als schwer wieder abzuschaffen, selbst wenn kein Schutz für einen Sektor erforderlich sei.

Die USA stehen kurz davor, die Zölle auf eine Reihe chinesischer Importe anzuheben, darunter eine Vervierfachung der Zölle auf Elektrofahrzeuge. Kanada hat sich dem US-amerikanischen Zolltarif für Elektrofahrzeuge angeschlossen und die Europäische Union hat eigene Zölle auf Elektrofahrzeuge eingeführt. China erklärte daraufhin zu prüfen, ob Importe von Milchprodukten, Schweinefleisch und Brandy aus der EU sowie Raps aus Kanada mit Gebühren belegt werden sollten.

Der US-Präsidentschaftskandidat Donald Trump hat einen Zollsatz von zehn Prozent auf alle Importe und einen höheren für Einfuhren aus China vorgeschlagen. In den USA werden Konsumgüter aus China, die von Importzöllen befreit sind, überwiegend in einkommensschwache Regionen geliefert, was ärmeren Haushalten zugutekomme. Wohlhabendere Haushalte konsumierten einen größeren Anteil der Importe aus Volkswirtschaften mit hohem Einkommen, heißt es im WTO-Bericht.

(Bericht von Anneli Palmen; Redigiert von Hans Busemann; Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte).)

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