Rekordbeteiligung zum Auftakt der US-Präsidentenwahl in Georgia

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New York/Washington (Reuters) - In den USA hat die vorzeitige Stimmabgabe für die US-Präsidentenwahl begonnen.

Der stark umkämpfte US-Bundesstaat Georgia verzeichnete zum Auftakt eine Rekordbeteiligung. Mehr als 300.000 Wähler hätten ihre Stimme am ersten Tag bereits abgegeben, teilte Gabriel Sterling, Vertreter des Wahlleiters auf X mit. "Spektakuläre Wahlbeteiligung", schrieb er.

Georgia ist einer der sieben sogenannten Swing States, in denen es im Vorfeld der Wahl keine klare Tendenz für einen der beiden Kandidaten gibt. Sie sind daher stark umkämpft und können für den Wahlausgang entscheidend sein. Kurz vor der Wahl wird insbesondere hier verstärkt Wahlkampf betrieben. Die eigentliche Wahl zwischen Vizepräsidentin Kamala Harris von den Demokraten und Donald Trump von den Republikanern findet am 5. November statt. Viele US-Bürger nutzen inzwischen jedoch auch die Möglichkeiten zur vorzeitigen Stimmabgabe oder Briefwahl, um den Andrang am eigentlichen Wahltag zu vermeiden.

Briefwahl ist in den USA aber vor allem bei den Republikanern umstritten. So erklärte Trump nach der Abstimmung 2020, dass seine Niederlage gegen Amtsinhaber Joe Biden Folge von Wahlbetrug sei. Dabei bezog er sich auch auf die Briefwahl. In Georgia setzte das Büro des Wahlleiters auf Betreiben der Republikaner durch, dass die Stimmen per Hand ausgezählt werden müssten. Am Tag des Wahlauftakts kippte ein Gericht jedoch die umstrittene Anordnung. Nur wenige Wochen vor dem Wahltag würde diese Regel zu neuen Unsicherheiten führen. Das schade der Öffentlichkeit, heißt es in der Erklärung von Richter Robert McBurney. Eine Kopie seines Urteils wurde von der den Demokraten nahestehenden Website "Democracy Docket" des Anwalts Marc Elias veröffentlicht. Das Wahlchaos, das entstehen könnte, stehe in völligem Widerspruch den Verpflichtungen der Wahlausschüsse, die dafür sorgten, dass die Wahlen fair, rechtmäßig und ordnungsgemäß abliefen, hieß es. Die Entscheidung kann von einem Berufungsgericht möglicherweise wieder aufgehoben werden.

HARRIS HÄLT KNAPPEN VORSPRUNG VOR TRUMP

In den USA können wegen der starken direkten Demokratie auf Kommunal- und Landesebene die Wahlzettel mehrere dicht bedruckte Seiten umfassen, auf denen zahlreiche Entscheidungen zu treffen sind. Da je nach Bundesstaat auch viele Ämter wie Staatsanwälte direkt vom Volk bestimmt werden, ist die Auszählung deutlich aufwendiger als etwa in Deutschland und erfolgt daher oft maschinell.

Der Ausgang der Präsidentenwahl dürfte ein Kopf-an-Kopf-Rennen werden. Harris hält derzeit ihren knappen Vorsprung vor Trump. In einer am Dienstag veröffentlichten neuen Reuters/Ipsos-Umfrage liegt Harris mit 45 Prozent zu 42 Prozent drei Prozentpunkte vor Trump. Nach dem Ausstieg von Präsident Biden aus dem Wahlkampf übernahm Harris im Juli die Kandidatur der Demokraten.

Insbesondere in den Swing States bemühen sich die Kandidaten im Schlussspurt des Wahlkampfs um Stimmen. Finanzstarke Unterstützung erhält Trump von Tesla-Chef Elon Musk. Dieser kündigte an, für Trump in Pennsylvania Wahlkampf betreiben zu wollen. Er war dort bereits mit Trump zusammen aufgetreten. Insgesamt spendete Musk 75 Millionen Dollar an die Republikaner und stieg damit zu einem Großspender der Partei auf, wie aus Dokumenten der US-Wahlkommission hervorgeht. Musk hat in der Vergangenheit eigenen Angaben zufolge demokratische Kandidaten gewählt. Bei diesem Wahlkampf vollzog er jedoch einen deutlichen Schritt nach rechts und sagte Trump im Juli seine Unterstützung zu.

(Bericht von Jack Queen, Andy Sullivan, geschrieben von Kerstin Dörr.; Redigiert von Hans Busemann; Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte)

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