EZB - Mittelfristige Inflationserwartungen der Verbraucher gesunken

Berlin (Reuters) - Die mittelfristigen Inflationserwartungen der Verbraucher in der Euro-Zone sind einer EZB-Umfrage zufolge gesunken.
Im Mittel (Median) rechneten die Konsumenten im September nach den am Freitag veröffentlichten Zahlen damit, dass die Inflation auf Zwölf-Monats-Sicht bei 2,4 Prozent liegen wird. Im August hatten sie 2,7 Prozent veranschlagt. Die Teuerungsrate auf Drei-Jahres-Sicht sahen die Verbraucher in der September-Umfrage bei 2,1 Prozent. In der vorangegangenen August-Umfrage hatten sie noch mit 2,3 Prozent gerechnet.
Die monatlichen Daten zu den Inflationserwartungen der Verbraucher liefern der Europäischen Zentralbank (EZB) Informationen zum Inflationsbild in der Währungsunion. Rund 19.000 Konsumenten aus elf Euro-Ländern, darunter Deutschland, Frankreich und Italien, nehmen an der Umfrage teil.
Die Bundesbank gibt noch keine vollständige Entwarnung in Sachen Inflation. Zwar sank die Teuerungsrate in Deutschland im September auf - nach europäischen Standards berechnete - 1,8 Prozent. Zum Jahresende dürfte sie aber wieder höher liegen. "In den nächsten Monaten wird die Teuerungsrate voraussichtlich wieder ansteigen", betonte die Bundesbank. "Der Grund hierfür sind unter anderem Basiseffekte bei Energie." So hätten die Rohölpreise im September des vergangenen Jahres einen Hochpunkt erreicht und seien danach wieder gesunken, was nun die Inflation antreiben könnte. "Auch für Nahrungsmittel ist – wegen der zuletzt gestiegenen Rohstoffpreise – mit einer höheren Inflationsrate zu rechnen." Schließlich dürfte sich die Teuerung bei Dienstleistungen noch eine Weile auf erhöhtem Niveau halten: "Vor dem Hintergrund kräftig steigender Löhne vollzieht sich die Disinflation in diesem Bereich weiterhin sehr viel langsamer als bei den Industriegütern."
(Bericht von Rene Wagner, Reinhard Becker, redigiert von Sabine Ehrhardt. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte).)