Investor Inflexion kauft Finanzen.net von Axel Springer

Berlin (Reuters) - Der Finanzinvestor Inflexion übernimmt die Onlineplattform Finanzen.net von Axel Springer.
"Die Partnerschaft mit Inflexion eröffnet eine spannende neue Phase für Finanzen.net mit beschleunigtem Wachstum", teilten die Gründer und Gesellschafter der Plattform, Jens Ohr und Peter Schille, am Freitag mit. Inflexion-Deutschlandchef Martin Preuss sagte der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung", man übernehme den 90-Prozent-Anteil von Springer. Branchenkreisen zufolge liegt der Unternehmenswert bei etwa 400 Millionen Euro. Man könnte davon ausgehen, "dass es mehrere hundert Millionen sind", sagte Preuss dazu der "FAZ". Springer-Manager Julian Deutz erklärte, Finanzen.net habe mit dem Mittelstandsinvestor "nun den idealen Partner, um in die nächste Wachstumsphase zu starten".
Mit rund 36 Millionen monatlichen Visits ist Finanzen.net mit Sitz in Karlsruhe eines der beliebtesten Finanzportale in Deutschland. Zur Gruppe gehört auch der Trading-Spezialist Traderfox und der sogenannte Neobroker Finanzen.net Zero. Der Online-Broker könnte unter regulatorischen Änderungen auf EU-Ebene leiden, die das Geschäftsmodell beeinträchtigen dürften. Ab 2026 will die EU die Praxis des sogenannten "Payment for Order Flow" (PFOF) verbieten. Dies ist eine wichtige Einnahmequelle von Neobrokern. Sie leiten die Aufträge ihrer Kunden an bestimmte Handelsplätze und bekommen dafür eine Rückvergütung der Börsen. Kunden zahlen dann für das Handeln mit Aktien oder Fonds nur eine sehr kleine oder gar keine Gebühr.
(Bericht von Klaus Lauer, redigiert von Myria Mildenberger; - Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte).)