Compugroup spricht mit Finanzinvestor CVC über Einstieg

München (Reuters) - Der Finanzinvestor CVC will beim Medizinsoftware-Anbieter Compugroup einsteigen.
Das Unternehmen aus Koblenz bestätigte am Sonntag "fortgeschrittene Gespräche" mit CVC über ein milliardenschweres Übernahmeangebot und einen späteren Rückzug von der Börse. Die Kernaktionäre um Gründer und Aufsichtsratschef Frank Gotthardt und dessen Sohn, Vorstandschef Daniel Gotthardt, die ebenfalls an den Gesprächen beteiligt seien, wollten ihre Mehrheitsbeteiligung von 50,1 Prozent dabei aber nicht abgeben, betonte Compugroup in einer Stellungnahme zu einem Bericht der Agentur Bloomberg. Sie wollten "eine strategische Partnerschaft mit CVC begründen", sofern die Gespräche erfolgreich abgeschlossen werden könnten.
Laut Compugroup hat CVC ein Angebot über 22 Euro je Aktie in Aussicht gestellt. Das wäre ein Drittel mehr als der Schlusskurs von 16,48 Euro vom Freitag. Das Unternehmen hat an der Börse seit Februar nach einer Gewinnwarnung mehr als die Hälfte seines Wertes verloren. Mit der möglichen CVC-Offerte würde Compugroup an der Börse mit 1,18 Milliarden Euro bewertet. Dem Bloomberg-Bericht zufolge erwägt CVC, seine Offerte noch im Lauf der Woche vorzulegen.
Die Familie Gotthardt hält allein 46,3 Prozent der Anteile an Compugroup, weitere 3,8 Prozent liegen bei Reinhard Koop. Frank Gotthardt hatte Compugroup 1987 gegründet und 2007 an die Börse gebracht. Sein Sohn Daniel war im Sommer zum Vorstandschef aufgerückt. Frank Gotthardt ist auch als Eigentümer des Erstliga-Eishockeyclubs Kölner Haie bekannt. Dem 74-Jährigen gehört das Boulevard-Nachrichtenportal Nius, dessen bekanntester Kopf der ehemalige "Bild"-Chefredakteur Julian Reichelt ist.
(Bericht von Alexander Hübner, redigiert von Ralf Bode. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com)