Im SDax notierte Aktie

Spezialpharma-Unternehmen Medios kürzt Jahresziele - Aktie bricht ein

dpa-AFX · Uhr (aktualisiert: Uhr)
Quelle: Natali _ Mis/Shutterstock.com

(dpa-AFX) - Das Spezialpharma-Unternehmen Medios senkt kurz vor Ablauf des Jahres seine Ziele. Der Schritt kommt überraschend, denn vor rund einem Monat hatte der Vorstand seine Prognose nach einem starken Quartal noch bestätigt. Doch die Hoffnungen auf millionenschwere Einnahmen kurz vor Jahresschluss erfüllten sich nicht.

"Wir können nun Mitte Dezember besser abschätzen, welche Aufträge in diesem Jahr noch abgearbeitet werden können", begründete Medios-Chef Matthias Gärtner den Schritt am Donnerstag im Gespräch mit der Finanz-Nachrichtenagentur dpa-AFX. Dieses fehlende Geschäft dürfte sich in die kommenden Monate verschieben, ergänzte der Manager. An der Börse brach die Aktie ein.

Das im SDax notierte Papier verlor bis zum Nachmittag mehr als acht Prozent auf 11,68 Euro und fiel damit auf den niedrigsten Stand seit 2017. Allein im laufenden Jahr hat es mehr als ein Viertel an Wert eingebüßt. Doch bereits seit Ende der Pandemie, in der die Börse noch Höchstkurse für Medios über 40 Euro aufgerufen hatte, war es konsequent abwärtsgegangen.

Der Vorstand um Medios-Chef Gärtner rechnet nun 2024 mit einem Umsatzanstieg im Vergleich zum Vorjahr von knapp drei Prozent auf rund 1,85 Milliarden Euro, wie das im Unternehmen in Berlin mitteilte. Bisher war der auf Individualmedizin spezialisierte Konzern davon ausgegangen, seinen Erlös in diesem Jahr auf 1,9 bis 2,1 Milliarden Euro steigern zu können.

Auch seine bisherige Gewinnprognose für das Tagesgeschäft dürfte Medios nicht mehr erreichen: Die Führungsspitze geht jetzt davon aus, dass das um Sondereffekte bereinigte Ergebnis vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (bereinigtes Ebitda) statt der zuvor erwarteten 82 bis 91 Millionen nun lediglich bei rund 80 Millionen Euro herauskommen wird. Vor einem Jahr hatte Medios ein bereinigtes operatives Ergebnis von 60,5 Millionen Euro erzielt.

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Medios hatte zuletzt schon tiefer gestapelt und den Markt seit einiger Zeit auf das untere Ende der Spanne vorbereitet. Als Grund nannte Gärtner einige neue regulatorische Vorgaben, die sich auf Medios negativ ausgewirkt hätten. Zudem verzögerte sich die Übernahme des niederländischen Branchenkollegen Ceban Pharmaceuticals. "Wir konnten Ceban erst im Juni und damit einen Monat später als erhofft konsolidieren", sagte Gärtner.

Dennoch werde Medios in diesem Jahr eine deutliche Ergebnissteigerung von rund einem Drittel erzielen, unterstrich der Manager. Die bereinigte operative Marge habe sich zuvor 3,4 auf 4,3 Prozent "dramatisch" erhöht. "Und unsere Wachstumsstory geht weiter", ergänzte Gärtner. Konkrete Ziele für 2025 werde es aber erst im Februar geben.

Medios stellt individualisierte Therapien her, deren Zusammensetzung und Dosierung auf den jeweiligen Patienten zugeschnitten sind. Das Unternehmen war 2016 an die Börse gegangen und war im Juli in den Kleinwerteindex SDax zurückgekehrt./tav/stw/nas

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