Schott Pharma mit Gewinnsprung dank starker Spritzennachfrage

Reuters · Uhr
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Frankfurt (Reuters) - Die anhaltend starke Nachfrage nach vorfüllbaren Spritzen hat Schott Pharma im abgelaufenen Geschäftsjahr einen Gewinnsprung beschert.

Der operative Gewinn legte 2023/24 um acht Prozent auf 258 Millionen Euro zu, wie der Mainzer Pharmaverpackungskonzern am Donnerstag mitteilte. Besonders stark war das vierte Quartal: Dank Kapazitätserweiterungen legte das Ergebnis in diesem Zeitraum um 28 Prozent zu. Der Umsatz kletterte im Gesamtjahr um sieben Prozent auf 957 Millionen Euro. Zu konstanten Wechselkursen stand ein Plus von zwölf Prozent zu Buche, womit Schott Pharma das im Sommer angehobene Wachstumsziel von elf bis 13 Prozent erreichte.

"Dank eines starken Jahresendspurts schließen wir unser Geschäftsjahr mit sehr guten Ergebnissen ab und konnten all unsere Ziele für 2024 erreichen", erklärte Finanzchefin Almuth Steinkühler. Sie betonte, dass Schott Pharma stark von der Nachfrage nach Glasspritzen, Polymerspritzen und sterilen Karpulen profitiert habe. "Wir haben frühzeitig begonnen, Kapazitäten auszubauen, und waren dementsprechend in der Lage, diese zusätzliche Nachfrage zu bedienen", sagte sie zu Reuters.

Schott Pharma produziert jährlich rund 13 Milliarden Ampullen, Fläschchen und Spritzen für die Pharmaindustrie. Der Konzern hatte im Frühjahr den Bau einer neuen Produktionsstätte für vorfüllbare Spritzen in Wilson im US-Bundesstaat North Carolina angekündigt, die 2027 den Betrieb aufnehmen soll. Das Unternehmen baut zudem einen neuen Standort für Ampullen in Serbien und strebt eine Verdoppelung der weltweiten Produktionskapazität für vorfüllbare Glasspritzen durch einen neuen Standort in Ungarn an, der im Sommer eingeweiht wurde.

"Wir wollen dort nicht enden", sagte Steinkühler. "Wir prüfen, wo wir expandieren können, nicht nur in Europa, sondern auch in den USA, wo wir die ersten Schritte schon machen, um in der Lage zu sein zu produzieren, wenn die Nachfrage stärker ansteigt." Für das neue Geschäftsjahr geht die Finanzchefin von ähnlichen Anlaufkosten für die Expansionsprojekte wie im vergangenen Jahr aus. Die operative Rendite (Ebitda-Marge) dürfte sich deshalb dann in etwa auf dem Niveau des Vorjahres von 26,9 Prozent bewegen.

Schott Pharma strebt 2024/25 ein währungsbereinigtes Umsatzwachstum im hohen einstelligen Bereich an. Ursprünglich war im Mai ein Umsatzplus innerhalb eines hohen einstelligen bis niedrigen zweistelligen Prozentbereichs prognostiziert worden. Steinkühler erklärte jedoch, dass diese Prognose von einem niedrigeren Wachstum im abgelaufenen Jahr ausgegangen sei, als es letztlich erzielt wurde. "Die absoluten Umsätze, die wir uns im Mai für 2025 vorgenommen haben, peilen wir auch weiter an, nur sind wir 2024 deutlich stärker als ursprünglich angenommen gewachsen." Das operative Ergebnis soll weiter zulegen, auf einem ähnlichen Niveau wie im Vorjahr.

Einen Wachstumsschub versprechen sich die Mainzer durch eine hohe Nachfrage nach Spritzen für GLP-1-Medikamente zur Behandlung von Diabetes und Adipositas wie die Abnehmspritze Wegovy des dänischen Pharmakonzerns Novo Nordisk. "Mittelfristig wird GLP-1 wahrscheinlich rund zehn Prozent unserer Umsätze ausmachen. Das ist ein wichtiger, aber nicht unser einziger Wachstumstreiber." Rückenwind komme auch von Trends wie mRNA-basierte Therapien und Antikörper-Wirkstoff-Konjugaten (ADC), eine neue Klasse von Krebsmedikamenten.

(Bericht von Patricia Weiß, redigiert von Christian Götz. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte).)

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