Aktien vererben wie Warren Buffett – 1 Lektion für Investoren, die bald in Rente gehen wollen

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Aktien günstig einkaufen und irgendwann einmal teuer verkaufen - diese triviale Strategie dürfte so ziemlich jeder Investor im Groben verfolgen.

Doch was, wenn die über Jahrzehnte gesammelten Aktienschätze unzerstörbare Klassiker sind, die zudem auch noch satte Dividenden ausschütten? So etwas verkauft man nicht - so etwas wird vererbt!

Warren Buffett steht kurz vor seinem 90. Geburtstag. Bis zum seinem Abgang bei seiner Holding Berkshire Hathaway dürften also nicht mehr allzu viele Jahre ins Land ziehen. Wie wir es von der Börsenlegende gewohnt sind, hat er natürlich bereit alles bis ins Detail vorbereitet.

Ein schweres Erbe

Wie organisiert man seinen Abgang, wenn das Erbe zu einem Großteil mit persönlichem Talent und dem Faktor Zeit erwirtschaftet wurde? Beide Parameter sind eng mit der Person des Investors verbunden und stehen nach dessen Ableben nicht mehr zur Verfügung.

Warren Buffett scheint für dieses Problem eine Lösung gefunden zu haben. Sonst hätte er nicht in seinem viel beachteten Brief an die Aktionäre von Berkshire Hathaway verlauten lassen, dass Berkshire „zu 100 Prozent auf unseren Abgang vorbereitet“ ist. Mit „uns“ meint er natürlich sich selbst und seinen langjährigen - bereits 96-jährigen - Partner Charlie Munger.

Fakt ist: Berkshire Hathaway ist am Markt aktuell rund 510 Mrd. US-Dollar wert (Stand: 24.02.2020). Ein echt dickes Biest!

Fakt ist aber auch, dass Buffett in den vergangen Jahren die Barreserven massiv hat anschwellen lassen. Unfassbare 128 Mrd. US-Dollar werden aktuell bei Berkshire gehortet (Stand: viertes Quartal 2019).

Kenner von Buffets Investmentstrategien werden in diesen Zahlen kein Problem sehen. Schließlich investiert das Orakel für gewöhnlich ungern in Phasen, in denen die Gier den Markt fest im Griff hat.

Stattdessen vertreibt sich die Börsenlegende seine Zeit mit Aktienrückkäufen und sogar mit Index-ETFs.

Steckt mehr hinter Buffetts Vorsicht?

Dass Buffett derzeit scheinbar keine Investitionen findet, die sich in seinen Augen lohnen, könnte nur die halbe Wahrheit sein.

Ja, die Aktienmärkte verhalten sich seit gut zehn Jahren recht monodirektional. Auf dem heutigen Niveau dürfte sich jeder geübte Value-Investor zweimal überlegen, ob sich ein Einstieg lohnt.

Doch in Buffetts Fall kommt erschwerend hinzu, dass er die Früchte seiner Saat sehr wahrscheinlich nicht mehr ernten können wird. Sein Partner Charlie Munger sagte einst: „Das große Geld entsteht nicht beim Kaufen und Verkaufen, sondern beim Warten.“

Wer nicht mehr viel Zeit zum Warten hat, kauft nach dieser Logik sicher nicht mehr im großen Stil hinzu. Außer ein paar marktbreite ETFs oder gleich die eigenen Aktien.

Das mag dem Wald-und-Wiesen-Investor merkwürdig erscheinen. Schließlich könnte sich Buffett mit einem Geniestreich in seiner aktiven Zeit bis weit über seinem Abgang hinaus unsterblich machen.

Doch heute investieren, obwohl man für die Resultate - ob gut oder schlecht - in Zukunft nicht die Verantwortung übernehmen muss? Das könnte nicht nur Buffetts Nachfolger vor einige Probleme stellen (verkaufen oder nicht?), sondern auch Buffetts fein kalibrierte Entscheidungsfindung empfindlich stören. Ein zu großes Ego hat schon so manchen Investor zu Fall gebracht - das weiß Buffett sicher auch.

Insgesamt vermute ich, dass viele der Entscheidungen, die Buffett in den letzten Jahren getroffen hat, bereits als Vorbereitung für seinen Abgang zu interpretieren sind. Wie schon so oft können wir auch aus den wahrscheinlich letzten Aktionen der Börsenlegende eine Menge lernen!

Fazit: Investieren ist eine Kunst - bis zum Schluss!

Die wichtigste Lektion, die Investoren aus Buffetts Übergabepraxis lernen können, ist meiner Meinung nach die Folgende: Höre auf zu investieren, wenn dir der für die Reifung notwendige Zeithorizont aller Wahrscheinlichkeit nicht mehr gegeben ist.

Investoren, die ein gut sortiertes Aktienportfolio vererben möchten, haben nach dieser Logik vor allem eine Aufgabe: Sich zu überlegen, wann der Zeitpunkt gekommen ist, ab dem sie nichts mehr hinzukaufen.

Das ist natürlich leichter gesagt als getan. Wer viele Dividendenaktien im Portfolio hat, wird auch in der Wartezeit mit Dividenden zugeschüttet. Die liegen dann - wie bei Buffett - als Bargeldposition völlig unnütz herum. Eine Zumutung für jeden Investor und sicher nicht leicht zu ertragen.

Investieren ist eine Kunst. Selbst zum Ende der Karriere werden dem Investor kritische Entscheidungen abverlangt. Das macht die Sache nicht einfacher - aber immerhin bis zum Ende spannend!

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Stefan Naerger besitzt keine der erwähnten Aktien. The Motley Fool besitzt und empfiehlt Aktien von Berkshire Hathaway (B-Aktien) und empfiehlt die folgenden Optionen: Long January 2021 $200 Call auf Berkshire Hathaway (B-Aktien), Short January 2021 $200 Puts auf Berkshire Hathaway (B-Aktien) und Short March 2020 $225 Call auf Berkshire Hathaway (B-Aktien).

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Foto: The Motley Fool

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