Aktienmärkte: Politische Spannungen zwischen China und den USA belasten Börsen weltweit ++ Shop Apotheke: Erst weiterer Rekord, dann Gewinnmitnahmen erwartet ++ Tesla: Klage gegen Konkurrent Rivian

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Aktienmärkte: Politische Spannungen zwischen China und den USA belasten Börsen weltweit ++ Shop Apotheke: Erst weiterer Rekord, dann Gewinnmitnahmen erwartet ++ Tesla: Klage gegen Konkurrent Rivian

Der sich verschärfende Streit zwischen China und den USA und auch die Sorgen rund um die Corona-Pandemie haben heute zu Handelsbeginn auf die Stimmung am deutschen Aktienmarkt geschlagen. Der Dax ist mit einem deutlichen Minus von 1,5 Prozent bei einem Stand von 12.899 Punkten in den Handel gestartet und hat damit wieder die runde Marke von 13.000 Punkten eingebüßt.

Der Dax steuert jedoch trotz allem auf seine vierte Gewinnwoche in Folge zu, denn im Wochenverlauf ergäbe sich aktuell immer noch ein minimales Plus von 0,05 Prozent. In dem Vierwochenzeitraum seit Ende Juni ist der Dax bislang um knapp 7 Prozent nach oben geklettert und hatte sich Dienstag zeitweise sogar auf 13.313 Punkte gezeigt. Damit hatte er erstmals seit dem Corona-Crash in diesem Jahr wieder im Plus gelegen.

USA weiter in der Krise

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„Zuletzt hatten die Anleger die Pandemie aus ihren Köpfen verbannt. Doch Covid-19 dürfte heute auf die Börsenbühne zurückkehren“, erwartet Marktanalyst Christian Henke von IG unter Verweis auf die wöchentlichen US-Arbeitsmarktdaten vom Vortag. In den Vereinigten Staaten war die Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe in der Corona-Pandemie erstmals seit mehr als drei Monaten wieder angestiegen. Damit wird deutlich, dass sich die größte Volkswirtschaft der Welt trotz Lockerungen der Corona-Auflagen immer noch in einer schweren Krise befindet. Zudem warnen auch Frankreich und Spanien aktuell wieder vor einem Anstieg von Corona-Fällen.

Politische Spannungen schicken Börsen weltweit auf Talfahrt

Hinzu kommt die Reaktion Chinas auf die bevorstehende Schließung eines chinesischen Konsulats in Houston (Texas). China forderte nun seinerseits die USA auf, ihre diplomatische Vertretung in der Stadt Chengdu zu schließen. Das ohnehin seit langer Zeit angespannte Verhältnis zwischen den beiden Ländern erreicht damit einen weiteren Tiefpunkt, was sich auf den Welthandel weiter negativ auswirken könnte. In China und Hongkong reagierten die Aktienmärkte am Morgen mit kräftigen Verlusten und auch an der Wall Street gab es am Vortag deutliche Verluste. Dort machten die Investoren vor allem bei den zuletzt sehr stark gelaufenen Technologieaktien Kasse.

Intel zieht Infineon mit nach unten

Hierzulande stehen nun ebenfalls vor allem Technologie-Werte im Fokus, vor allem auch nach den am Vorabend nach US-Börsenschluss vorgelegten Zahlen des Chipkonzerns Intel. Zwar verlieh der Ausbau von Rechenzentren in der Corona-Krise dem US-Chipriesen im vergangenen Quartal einen kräftigen Schub, doch nicht gut kam am Markt die bereinigte Bruttomarge an. Die Aktie gab nachbörslich kräftig nach und zieht nun auch Infineon auf Tradegate – verglichen mit dem Xetra-Börsenschluss am Vortag – nach unten.

Weitere Unternehmensmeldungen:

Shop Apotheke: Angehobene Jahresziele der Shop Apotheke dürften am Freitag für ein weiteres Rekordhoch der Aktien sorgen. Im vorbörslichen Handel auf Tradegate sprangen die Papiere der Online-Arzneimittelhändlers im Vergleich zum Xetra-Börsenschluss bereits um 1 Prozent auf 147,00 Euro hoch. Erst tags zuvor hatten sie bei 145,60 Euro ein Hoch markiert und sind seit Jahresbeginn damit nun schon um 233 Prozent hochgeschossen. Dennoch rechnen Händler nach den neuen Zielen zunächst mit weiteren Kursgewinnen, erwarten dann jedoch Gewinnmitnahmen. „Die höher gesteckten Ziele bei Umsatz und operativem Ergebnis ist positiv für die Stimmung und vergrößert auch den Abstand zwischen der Konkurrentin Zur Rose, die in diesem Jahr nur ein Umsatzwachstum von 10 Prozent in Aussicht gestellt hat“, sagte ein Händler. Die Shop-Apotheke rechnet nun mit einem Umsatzwachstum von mindestens 30 Prozent. Er sah jedoch keine Überraschung in den Äußerungen und auch ein anderer Händler verwies darauf, dass das SDax -Unternehmen bereits eine Zielanhebung avisiert hatte. „Die Aktien sind reif für Gewinnmitnahmen“, ergänzte er.

Brenntag: Im Blick der Anleger könnte zudem noch der Chemikalienhändler Brenntag mit seinem Geschäftsbericht stehen, dessen Aktien auf Tradegate bereits zulegten und nun in Richtung neues Rekordhoch steuern dürften. Auch er kam im zweiten Quartal besser durch die Corona-Krise als erwartet. Die US-Investmentbank Goldman Sachs lobte die klar überbotenen Schätzungen, was die Robustheit des Geschäftsmodells von Brenntag in einer konjunkturell schwierigen Zeit belege.

Delivery Hero: Auch Delivery Hero könnten einen Blick wert sein und zeigten sich auf Tradegate schwach. Der möglicherweise schon im August in den Dax einziehende Essenslieferdienst lässt die Anleger über den Zeitpunkt eines möglichen Sprungs in die Gewinnzone im Ungewissen. Auf die Frage des Handelsblatts (Freitagausgabe), wann das Unternehmen profitabel werde, antwortete Firmenchef Niklas Österberg: „Ich weiß es wirklich nicht. Als ich letztes Mal ein Datum genannt habe, habe ich mich geirrt.“

Signify : Der Lichtkonzern Signify schlägt sich in der Corona-Krise besser als erwartet. Die Umsätze der Niederländer sind im zweiten Quartal nicht so stark zurückgegangen, wie Experten befürchtet hatten. Die Erlöse sanken im Vergleich zum Vorjahr auf vergleichbarer Basis – also um Zu- und Verkäufe sowie Währungseffekte bereinigt – um 22,5 Prozent auf 1,47 Milliarden Euro, wie der Konzern am Freitag in Eindhoven mitteilte. Die bereinigte Ebitda-Marge blieb mit 9 Prozent stabil. Hier waren die Analysten lediglich von etwas mehr als 5 Prozent ausgegangen. Unter dem Strich stieg der Gewinn sogar von 50 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum auf 81 Millionen Euro. Grund dafür waren allerdings geringere Kosten und einmalige steuerliche Vorteile wegen einer veränderten Organisationsstruktur. Das Management traut sich allerdings weiterhin keine Jahresprognose zu, gibt sich aber zuversichtlich: Das Geschäftsmodell sei widerstandsfähig, der Liquiditätsbedarf sei gut gedeckt. Seine Prognose hatte der Konzern im April wegen der hohen Unsicherheiten durch die Corona-Krise zurückgezogen. Signify gehörte früher zum Elektronikkonzern Philips und ist seit Mai 2016 ein eigenständiges börsennotiertes Unternehmen.

Tesla: Tesla will seinen US-Konkurrenten Rivian wegen angeblichen Diebstahls von Geschäftsgeheimnissen zur Rechenschaft ziehen. In einer Klage wegen unfairen Wettbewerbs wirft der Elektroautopionier dem Rivalen ein „alarmierendes Schema“ zur Abwerbung von Mitarbeitern vor, um an vertrauliche Informationen zu gelangen. Rivian wies dies am Donnerstag (Ortszeit) zurück. Die Anschuldigungen seien haltlos und stünden im Widerspruch zu Rivians Unternehmenskultur, Ethos und Richtlinien, hieß es in einer Stellungnahme. Das bei einem Gericht in San Francisco eröffnete Verfahren richtet sich auch gegen vier frühere Tesla-Mitarbeiter, die mit sensiblen Daten zum Kontrahenten übergelaufen sein sollen. Tesla und Rivian liefern sich einen scharfen Konkurrenzkampf um das erste Elektroauto im lukrativen Pick-up-Segment. Auch wenn Tesla wesentlich bekannter ist, könnte der mit Milliarden von Investoren wie Ford, Amazon oder den Finanzriesen T. Rowe Price und Blackrock hochgerüstete Rivale am Ende durchaus die Nase vorn haben.

Atoss Software: Der Hersteller von Personalmanagement-Software Atoss Software hat im ersten Halbjahr von der hohen Nachfrage nach Software in der Corona-Krise profitiert. Die Erlöse stiegen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um ein Fünftel auf 40,6 Millionen Euro. Das operative Ergebnis (Ebit) legte sogar um ein Drittel auf 11,5 Millionen Euro zu, wie das Unternehmen, das seit dem 22. Juni im SDax gelistet wird, am Freitag in München mitteilte. Die Ebit-Marge lag bei 28 Prozent gegenüber 26 Prozent im Vorjahr. Atoss Software bestätigte außerdem die Prognosen. Die Ergebnisentwicklung werde insbesondere von derRealisierung von Großprojekten und der Kostenkontrolle angesichts der Coronavirus-Pandemie getragen, hieß es vom Unternehmen. Die Auftragslage sei exzellent. Atoss Software habe in allen Geschäftsbereichen zugelegt, das höchste Wachstum erzielte die vergleichsweise kleine Sparte mit Cloud-Software. Investitionen in den Ausbau der Kapazitäten vor allem im Bereich Kundenservice seien zudem vorangetrieben worden. Fürs Gesamtjahr geht der SDax-Konzern weiterhin von einem Gesamtumsatz von 80 Millionen Euro und einer Ebit-Marge von über 25 Prozent aus.

Vodafone: Der britische Telekommunikationskonzern Vodafone hat im abgelaufenen Quartal wegen der Coronakrise deutliche Einbußen einstecken müssen. Der Serviceumsatz – also ohne den Verkauf von Endgeräten wie Handys und Tablets – ging auf vergleichbarer Basis im ersten Geschäftsquartal (Ende Juni) um 1,3 Prozent zurück, wie das Unternehmen am Freitag in London mitteilte. Das sei aber im Rahmen der eigenen Erwartungen gewesen, hieß es. In den vergangenen Quartalen hatte Vodafone allerdings einen starken Trend nach oben mit Wachstumsraten von zuletzt 1,6 Prozent aufzuweisen. Insgesamt rutschten die Erlöse auf Konzernebene um 1,4 Prozent auf 10,51 Milliarden Euro ab. Um Zu- und Verkäufe sowie um Wechselkursschwankungen bereinigt wäre es sogar ein Minus von 2,8 Prozent gewesen. Insbesondere in den von der Pandemie schwer getroffenen Ländern Italien, Spanien und Großbritannien kam es zu deutlichen Rückgängen. In Deutschland, Vodafones größtem Einzelmarkt, hielten sich die Erlöse aus eigener Kraft dagegen stabil. Inklusive der Effekte aus der Übernahme des Kabelanbieters Unitymedia kletterte der Umsatz hierzulande um ein Viertel. Vodafone teilt zum ersten Quartal lediglich Umsatzzahlen mit. Die Jahresprognose behält das Unternehmen bei.

Jungheinrich: Nach dem jüngsten Höhenflug der Jungheinrich-Papiere haben die Anleger am Freitag Kasse gemacht. Mit einem vorbörslichen Abschlag von 5,5 Prozent auf Tradegate zollten sie ihrem zuletzt starken Lauf Tribut. Allein am Vortag hatten die Anteile des Herstellers von Flurförderzeugen nach einem starken Ausblick sich um 15 Prozent verteuert und so viel gekostet wie zuletzt im Dezember 2019. Die US-Investmentbank Morgan Stanley stufte nun die im Nebenwerteindex SDax notierten Vorzüge von „Overweight“ auf „Equal-weight“ ab mit einem Kursziel von 25 Euro. Die Erwartungen einer schrittweisen Geschäftserholung seien mittlerweile eingepreist, schrieb Analystin Katie Self in einer am Freitag vorliegenden Studie. Insgesamt erschienen die Aktien aber in Relation zur europäischen Investitionsgüterbranche nicht sonderlich hoch bewertet.

onvista/dpa-AFX

Titelfoto: Tomasz Makowski / Shutterstock.com

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