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Apple: Aufpolierte TV App soll dem Videostreaming-Dienst den Weg bereiten – Besteht eine Chance gegen Netflix und Co?

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Apple: Aufpolierte TV App soll dem Videostreaming-Dienst den Weg bereiten – Besteht eine Chance gegen Netflix und Co?

Apple will vor dem Start des eigenen Videostreaming-Dienstes seine TV-App mit einer Neugestaltung attraktiver für die Nutzer machen. Neu in der am Montag eingeführten Version sind unter anderem personalisierte Empfehlungen sowie die Möglichkeit, direkt in der TV-App auf Filme und Serien aus Apples iTunes-Plattform zuzugreifen. Außerdem enthält die App jetzt neue Bereiche für TV-Channels anderer Anbieter sowie für Kinder-Inhalte.

TV App wird aufpoliert

Mit dem Umbau vertieft Apple die Anstrengungen, die TV-App für seine Kunden zu einer zentralen Anlaufstelle beim Video-Konsum zu machen. Bereits jetzt können sie in der Anwendung unter anderem nächste Serien-Folgen aus verknüpften Videodiensten wie Amazon Prime oder Sky Ticket anzeigen lassen. Zum Ansehen der ausgewählten Inhalte wird man dann in die App des jeweiligen Anbieters weitergeleitet. Das wird sich auch mit der neuen Version von Apples TV-Anwendung nicht ändern. Die nun hinzugefügten Channels laufen hingegen direkt in der TV-App.

In Deutschland startet Apples TV-App zunächst mit nur einem solchen Kanal: „STARZPLAY“, der nach einer Gratis-Testzeit von zwei Wochen 4,99 Euro im Monat kostet. Weitere sollen folgen. Zum Vergleich: Bei Amazon Prime kosten die meisten dieser Sender-Angebote 3,99 Euro pro Monat und es gibt eine große Auswahl.

Apple bringt die neue Version der App nun auch wie angekündigt auf aktuelle vernetzte Fernseher von Samsung. Anders als in der TV-App auf Apple-Geräten wird man dort allerdings keine Inhalte aus anderen Streaming-Anwendungen wie Amazon Prime und Sky Ticket angezeigt bekommen. In diesem Jahr wird man auch Inhalte aus der TV-App auf Apple-Geräten auf Sony -Fernseher übertragen können, wie der Konzern am Montag ankündigte.

Netflix und Co. sind bisher noch nicht in Apple´s Portfolio

In der TV-App wird auch Apples eigenes Videostreaming-Angebot Apple TV+ verfügbar sein, dessen Start für den Herbst angekündigt wurde. Der Konzern verpflichtete für die Serien und Filme Hollywood-Starts wie Jennifer Aniston und Reese Witherspoon unter den Produzenten sind Filmemacher wie Steven Spielberg und J.J. Abrams. Zu Preisen und Geschäftsmodell äußerte sich Apple bei der ersten Vorstellung im März zunächst nicht.

Für Apple ist die TV-Anwendung ein zentraler Teil der Vision des Konzerns für die Zukunft des Fernsehens. Sie soll das Verbindungsglied zwischen Apps verschiedener Anbieter sein. Dem iPhone-Konzern gelang es bisher allerdings nicht, den Streaming-Platzhirsch Netflix sowie die großen US-Senderketten auf die Plattform zu bringen. Laut Medienberichten gibt es unter anderem Differenzen darüber, welche Daten die Anbieter von Apple bekommen können.

Datenschutz-Einschränkungen gibt es jetzt auch bei der Personalisierung der Vorschläge in der neuen TV-App. So basieren die Empfehlungen lediglich auf Informationen zum Sehverhalten über die Apple-Plattform – Sendungen, die man anderswo angeschaut hat, werden nicht berücksichtigt.

App soll Fundament für kommenden Streamingdienst werden

Der Schritt der Neugestaltung der App ist nachvollziehbar, da sie das Fundament bildet, auf dem der hauseigene Videostreaming-Dienst laufen soll. Eine Verbesserung der Services zielt auf die bessere Kundenbindung ab. Die Strategie, mit der App einen zentralen Knotenpunkt aufzubauen, der die Inhalte von diversen Plattformen wie Sky, Amazon Prime, Netflix und Co. bildet, geht ebenfalls in die richtige Richtung, aber der tatsächliche Nutzen ergibt sich nur, wenn der Kunde auch die externen Angebote hat, auf die verwiesen wird. Eine Weiterleitung für deutsche Kunden zu Sky, wenn sie beispielsweise Game of Thrones gucken wollen, ist für diese nur relevant, wenn sie Sky ebenfalls abonniert haben.

Generell ist für die App noch Potenzial für den weltweiten Markt da, denn das Angebot im heimischen US-Markt ist mit dem größeren Spektrum an Kanälen wie HBO, Starz, Showtime und mehr wesentlich breiter gefasst (und könnte im internationalen Markt ausgebaut werden).

Das Potenzial ist da, aber die Konkurrenz ist groß

Dass Apple den Streaming-Markt angreift, ist angesichts der Wachstumszahlen nicht verwunderlich. Der Marktforscher IHS Markit hat ausgerechnet, dass 2021 bereits 650 Millionen Kunden weltweit Online-Video-Dienste wie Netflix, Amazon Prime & Co. abonniert haben werden. 2016 waren es noch 290 Millionen. Dazu hat sich in sieben Jahren die Zahl der zahlenden Netflix-Abonnenten weltweit mehr als versechsfacht auf knapp 140 Millionen Ende 2018. Viel Potenzial also. Zudem hat das Unternehmen bereits eine gigantische Infrastruktur an Diensten, die mit ihren diversen Funktionen und Services ein eigenes Ökosystem bilden, in welches der Kunde möglichst komplett integriert werden soll. Ein Streaming-Dienst ist da eher ein Muss als eine Option. Der Nachteil ist jedoch klar: Die Konkurrenz um Netflix, Amazon Prime und Co. ist groß und teilweise bereits sehr viel tiefer im Markt etabliert. Ob Apple sie vom Thron stoßen kann ist fraglich.

Aktie leidet unter allgemeinem Marktbeben

Das Wertpapier des Technologie-Giganten musste gestern einen herben Einschnitt von 5,8 Prozent einstecken. Der Grund dafür lag in den Auswirkungen des sich zuspitzenden Handelsstreits zwischen den USA und China. Apple ist geschäftich stark vom Reich der Mitte abhängig.

Apple Tageschart (Nasdaq)

Die Vorstellung der neugestalteten App konnte jedoch zum Ende des Handelstages wieder für einen leichten Kursanstieg sorgen, der die Verluste ein wenig begrenzt hat.

Die US-Bank JPMorgan hat Apple nach einer Kartellklage und angesichts der Sorgen im Handelsstreit USA/China auf „Overweight“ mit einem Kursziel von 235 US-Dollar belassen. Der jüngste Kursverlust von rund 11 Prozent seit vergangener Woche dürfte vor allem auf die Sorgen über Zölle zurückzuführen sein, schrieb Analyst Samik Chatterjee in einer am Dienstag vorliegenden Studie. Seines Erachtens sei dies zwar eine Überreaktion, doch rechne er kurzfristig mit noch mehr Abwärtsdruck, wenn die Handelssorgen weiter wachsen.

(onvista/dpa-AFX)

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