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Casino-Währung Bitcoin

Jessica Schwarzer

Die Börsen beben, doch der Bitcoin markiert ein neues Jahreshoch. Ist die Kryptowährung etwa doch ein sicherer Hafen? Wohl kaum. Sie ist hochspekulativ, mehr Casino-Währung als seriöse Anlageklasse.

Casino-Währung Bitcoin

Der eskalierende Handelsstreit zwischen den USA und China hat Investoren weltweit die Laune verdorben. Dow Jones, Dax und Co. sind im Sinkflug. Kryptowährungen scheinen immun gegen diese Entwicklungen zu sein. Die größte Cyberwährung, der Bitcoin, markierte am Sonntag sogar ein neues Jahreshoch bei etwa 7.500 Dollar. Höher notierte sie zuletzt im August 2018. Der Bitcoin als sicherer Hafen in stürmischen Zeiten? Wohl kaum!

Der Bitcoin ist hochspekulativ, nichts für schwache Nerven und taugt wenig als Zufluchtsort in der Krise. Denn der Wert des Bitcoins schwankt extrem. Die Freude über das Jahreshoch mag groß sein, doch von seinem Rekordhoch von 20.000 Dollar im Herbst 2017 ist er noch weit entfernt, sehr weit sogar. In den vergangenen Jahren mussten Bitcoin-Investoren heftige Abstürze ertragen, erlebten aber auch rasante Erholungs-Rallys. Fakt ist: Der Bitcoin hat seine eigenen Regeln, ist vom Treiben an den Finanzmärkten und der aktuellen Wirtschaftslage entkoppelt. Auch das macht es schwer, seine Kursentwicklung zu prognostizieren.

Keine Frage, der Bitcoin ist eine spannende Sache. Immer mehr Vermögensverwalter entdecken ihn. Gerade erst kündigte Fidelity, immerhin einer der größten Vermögensverwalter der Welt, an, künftig für seine Kunden Bitcoin zu handeln. Bereits seit dem Herbst verwahrt Fidelity digitale Assets. Trotzdem bleibt er sehr riskant.

„Rattengift hoch zwei“

Einer der wahrscheinlich größten Bitcoin-Kritiker ist übrigens Warren Buffett. Der legendäre Investor bezeichnet die Kryptowährung im vergangenen Jahr als „Rattengift hoch zwei“. Zur Hauptversammlung seiner Investmentgesellschaft Berkshire Hathaway legte der gerade noch einmal nach und spottete über den angeblich fehlenden realen Nutzwert des Bitcoin. Dabei hat er den Coin mit einer Muschel verglichen, denn er „liegt einfach nur da“. Auch er betonte: Die Kryptowährung sei ein rein spekulativer Vermögenswert.

Dem kann ich mich nur anschließen. Bitcoins sind reine Zockerei, keine seriöse Anlageklasse wie Aktien, Anleihen oder Rohstoffe. Der Bitcoin ist auch keine „echte“ Währung, also kein gesetzliches Zahlungsmittel wie Euro oder Dollar, sondern ein Spekulationsobjekt. Wetten auf steigende oder fallende Kurse mögen „Spaß“ machen und für Nervenkitzel sorgen, sind aber eben auch brandgefährlich. Der Bitcoin ist, wie viele andere Kryptowährungen auch, eine Casino-Währung. Mehr als „Spielgeld“ sollten Anleger hier nicht investieren. Was aber spannend ist – auch für Anleger -, ist die hinter dem Bitcoin stehende Technologie Blockchain.

Foto: Iaremenko Sergii / Shutterstock.com

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Expertenprofil
Jessica Schwarzer Jessica Schwarzer

Jessica Schwarzer ist eine der renommiertesten Finanzjournalistinnen Deutschlands. Die langjährige Chefkorrespondentin und Börsenexpertin des Handelsblatts (2008 bis 2018) arbeitet heute selbstständig als Journalistin und Moderatorin. Die gebürtige Düsseldorferin hat mehrere Bücher über die Psychologie von Anlegern und Investmentstrategien geschrieben. Zuletzt erschien ihr viertes Buch 'Hin und Her macht Taschen leer? Was die Börsenweisheiten von Kostolany, Buffett und Co. heute noch taugen - Teil 2’. Die deutsche Aktienkultur ist ihr eine Herzensangelegenheit, für die sich sie auch mit Vorträgen und Seminaren, und bei der Initiative finanz-heldinnen stark macht.

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