Centeno (EZB) - Konkrete Zielvorgaben für Renditen nur schwer umsetzbar

Reuters

Lissabon (Reuters) - Portugals Notenbankchef Mario Centeno hat sich skeptisch zu Überlegungen geäußert, die EZB solle in der Geldpolitik auch die Möglichkeit konkreter Renditeziele für Anleihen ins Auge fassen.

Eine solche Zinskurvenkontrolle, bei der Währungshüter neben den kurzfristigen auch die längerfristigen Zinsen am Markt steuern, verfolgen die japanische und die australische Notenbank. Centeno zufolge könnten Zentralbanken aber nur dann konkrete Zinsraten versprechen, wenn bestimmte Bedingungen gegeben seien, wie er der Online-Publikation CentralBanking.com in einem am Mittwoch veröffentlichen Interview sagte. "Und das wird nicht der leichteste Weg nach vorne sein," fügte er hinzu.

Aus Sicht von Centeno sind die aktuellen Instrumente der EZB zum Umgang mit den Folgen der Virus-Krise wirksam. Sie "funktionieren sehr gut, günstige Finanzierungsbedingungen zu bewahren", sagte der Notenbanker. Anfang Januar hatte sein EZB-Ratskollege, Spaniens Notenbankchef Pablo Hernandez de Cos, dafür plädiert, die Europäische Zentralbank (EZB) solle eine Kontrolle der Zinskurve als Option prüfen. Die Erfahrungen von Notenbanken mit dieser Strategie legten nahe, dass dann beispielsweise weniger Anleihekäufe erforderlich seien.

Die EZB stellt momentan ihre geldpolitische Strategie auf den Prüfstand. Im Zentrum steht dabei ihr Inflationsziel von knapp unter zwei Prozent, das sie schon seit Jahren verfehlt. Notenbankchefin Christine Lagarde hatte unlängst in Aussicht gestellt, dass die EZB im September über die Ergebnisse berichten werde.

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