Daimler kann Mercedes-Absatzrückgang durch Corona begrenzen

Reuters

Frankfurt (Reuters) - Daimlers Pkw-Tochter Mercedes-Benz hat die Corona-Krise dank der schnellen Erholung des Automarktes in China rasch abgeschüttelt.

Daimler kann Mercedes-Absatzrückgang durch Corona begrenzen

Im vierten Quartal erreichte die Marke mit dem Stern einen Absatz auf Vorjahresniveau. Der Jahresabsatz ging nach dem Einbruch um fast ein Fünftel im ersten Halbjahr nur noch um 7,5 Prozent auf 2,164 Millionen gegenüber dem Vorjahr zurück, wie das Unternehmen am Freitag mitteilte. China war der einzige große Markt mit einem kräftigen Zuwachs von knapp zwölf Prozent. Daimler verkaufte insgesamt 774.382 Modelle in China und damit jeden dritten Pkw auf dem größten Einzelmarkt. In Europa und den USA hinterließ die Pandemie, unter der die Wirtschaft leidet, tiefe Bremsspuren mit Rückgängen von 16,4 und 13,0 Prozent.

Die Schwaben müssen keine Strafzahlungen der EU für überhöhte CO2-Emissionen der Flotte fürchten, mit denen Analysten in Höhe von bis zu einer Milliarde Euro gerechnet hatten. Dank der Verkaufserfolge vor allem bei Plug-in-Hybriden - Fahrzeugen mit Elektro- und Verbrennungsmotor - verdreifachte Mercedes den Absatz emissionsarmer Fahrzeuge auf mehr als 160.000 Stück. Die bald auslaufende Elektroversion des Stadtflitzers Smart profitierte von der staatlichen Kaufprämie in Deutschland, sie verkaufte sich mit rund 27.000 Einheiten doppelt so oft wie 2019. Vom ersten Modell der neuen E-Automarke EQ, dem EQC, schlug der Autobauer weltweit nach holprigem Start 20.000 Exemplare los. Daimler werde die CO2-Reduktionsziele für die Flotte in Europa erreichen, erklärte Ola Källenius, zugleich Vorstandschef von Daimler und Mercedes-Benz. Der Anteil der elektrifizierten Autos am Gesamtabsatz kletterte von zwei auf 7,4 Prozent und soll in diesem Jahr auf 13 Prozent zulegen. "Nach aktuellem Stand erwarten wir, dass wir die CO2-Ziele in Europa auch in 2021 erfüllen werden", erklärte Källenius.

Für das laufende Jahr setzt Mercedes weiter auf die Neuauflage der Luxuslimousine S-Klasse. Von dem Modell mit Verbrennungsmotoren wurden mehr als 40.000 Stück bestellt, erklärte Vertriebschefin Britta Seeger. Bei Preisen von meist über 100.000 Euro gilt die S-Klasse als das profitabelste Modell. Der Auftragseingang liege über dem Verkaufsauftakt des Vorgängermodells, erklärte Seeger. Schon bevor die Rivalen Audi und BMW ihre Jahresabsätze veröffentlichten, reklamierte Mercedes für sich abermals die Spitzenposition der weltweit führenden Premiummarke.

Bei der Sparte Vans sank der Absatz um neun Prozent auf knapp 326.000 Fahrzeuge. Mit den Elektroversionen der Transporter Sprinter und Vito verdreifachte sich die Zahl der verkauften E-Transporter auf 6200 Wagen.

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