Dax: Konjunkturhoffnungen überwiegen für den Moment – Wirecard wird zum Spielball der Spekulanten, Lufthansa kann sich nicht aufraffen

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Nach einem etwas holprigen Eintritt in die neue Woche, bei dem es kurz so aussah als könne der Dax die Marke von 12.000 Punkten nicht halten, sind die Aktienmärkte bis zum Mittag doch noch in Schwung gekommen. Momentan notiert der Dax mit einem kleinen Plus bei etwa 12.100 Punkten.

Dax: Konjunkturhoffnungen überwiegen für den Moment – Wirecard wird zum Spielball der Spekulanten, Lufthansa kann sich nicht aufraffen

Die Investoren sind nach wie vor hin- und hergerissen zwischen den wieder gestiegenen Corona-Sorgen und Konjunkturdaten, die auf eine Erholung der Wirtschaft hindeuten. Sorgenvoll schauen die Marktteilnehmer vor allem in die USA, wo es erneut zu Lockdown-Maßnahmen kam. Aber auch in Deutschland halten die Befürchtungen einer zweiten Infektionswelle an.

Schützenhilfe gab es von konjunktureller Seite: Die Stimmung bei Unternehmern und Verbrauchern der Euro-Zone verbessert sich nach dem Rekordeinbruch wegen der Corona-Krise spürbar. Das Barometer für das Geschäftsklima kletterte im Juni um 8,2 auf 75,7 Punkte, wie die EU-Kommission am Montag bekanntgab. Die Erholung verstärke sich. Von Reuters befragte Ökonomen hatten allerdings einen stärken Anstieg auf 80 Zähler erwartet. Optimistisch zeigten sich die Industrie-Manager und die Verbraucher. Aber auch bei den Dienstleistern, am Bau und vor allem im Handel hellte sich die Stimmung auf. In den größten Volkswirtschaften der Euro-Zone verbesserte sich die Stimmung – besonders stark in Frankreich (+9,4 Punkte), in den Niederlanden (+8,3), Spanien und Italien (je +8,2) und in Deutschland (+6,6).

Wirecard nur noch Spekulation

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Die Aktien von Wirecard werden derweil endgültig zum Spielball von Spekulanten. Nach einem Verlust von knapp 99 Prozent in den vergangenen sieben Handelstagen legten die noch im Dax notierten Aktien am Montag um rund 140 Prozent auf 3,08 Euro zu. Solche Kursbewegungen sind mit fundamentalen Entwicklungen kaum mehr zu erklären.

Lufthansa bekommt die Kurve nicht

Die Papiere der Lufthansa weiteten ihren jüngsten Kursrutsch am Montag aus. Mit minus 3,6 Prozent rutschten die Anteile der Fluggesellschaft als MDax-Schlusslicht auf das Niveau von Ende Mai zurück. In rund drei Wochen verloren sie inzwischen wieder rund 30 Prozent. Lufthansa-Großaktionär Heinz Hermann Thiele sagte der Airline nach der staatlichen Rettung einen „schmerzhaften Weg“ während einer „fünf bis sechs Jahre“ dauernden Sanierung voraus. Ein Börsianer sieht die Lufthansa-Anleger damit noch einmal an die harte Realität erinnert, zumal Thiele auch eher Patriotismus als finanzielle Erwägungen als Grund für sein Engagement angeführt habe.

Die Aktien von Ströer fielen um 1,0 Prozent, nachdem die US-Investmentbank Goldman Sachs die Aktien des Anbieters von Außenwerbung wegen ihrer zuletzt überdurchschnittlichen Kursentwicklung von „Buy“ auf „Neutral“ abgestuft hat. Dagegen profitierten die Titel von ProSiebenSat.1 von einer Kurszielerhöhung der Citigroup-Analysten von 8,50 auf 13,30 Euro und der bestätigten Kaufempfehlung. Die Titel des Medienkonzerns gewannen 4,0 Prozent auf 10,50 Euro.

Die Papiere der Compugroup sprangen nach einer Empfehlung von Mainfirst um 5,3 Prozent auf 67,50 Euro nach oben. Mainfirst-Experte Daniel Grigat rät zum Wiedereinstieg in die strukturelle Wachstumsstory und gab ein Kursziel von 85 Euro an. Die jüngste Kapitalerhöhung habe gezeigt, dass die Übernahmeambitionen des auf Arztpraxen und Apotheken spezialisierten Softwareanbieters deutlich stärker seien als bisher gedacht.

Der deutsche Wohnimmobilienkonzern Ado Properties will den Berliner Konkurrenten Consus Real Estate komplett übernehmen. Nach eigenen Angaben hat Ado bereits Zusagen der Aktionäre, um auf einen Anteil von insgesamt mehr als 80 Prozent zu kommen. Finanzieren will Ado den Deal mit einer Kapitalerhöhung von 450 Millionen Euro. Zudem sollen die eigenen Aktionäre auf eine Dividende für 2019 verzichten. Die Ado-Aktien zeigten sich zuletzt kaum verändert.

Die vor Kurzem von Aroundtown übernommene Immobiliengesellschaft TLG hat sich von Einzelhandelsimmobilien im Wert von knapp einer halben Milliarde Euro getrennt. Mit dem Geld will TLG seine Liquidität und Kapitalstruktur stärken und sich künftig auf Büroimmobilien konzentrieren. Die Aroundtown-Papiere sanken um 0,4 Prozent.

onvista/dpa-AFX/reuters

Titelfoto:  anathomy / Shutterstock.com

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