Delivery Hero: Die Aktie ist ein Liebling der Analysten – So ist die Lage beim Unternehmen

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Delivery Hero: Die Aktie ist ein Liebling der Analysten – So ist die Lage beim Unternehmen

Der Essenslieferdienst Delivery Hero gehört bislang zu den Gewinnern in der Corona-Pandemie. Der Trend, Essen online zu bestellen und sich nach Hause liefern zu lassen, hat in dieser Zeit noch einmal zugenommen. Und nun könnte dem Unternehmen dank der Insolvenz des skandalträchtigen Zahlungsdienstleisters Wirecard womöglich sogar der Aufstieg in die erste Börsenliga winken. Was bei Delivery Hero los ist, was Analysten sagen und was die Aktie macht.

So ist die Lage beim Unternehmen

Während viele Betriebe und Firmen unter den wirtschaftlichen Folgen der Pandemie ächzen, kann sich Delivery Hero über mangelndes Geschäft nicht beklagen. Im Gegenteil: Gerade in Zeiten der Ausgangsbeschränkungen schnellte das Bestellvolumen nach oben. Im ersten Quartal – also von Januar bis März – zog der Umsatz mit einem Plus von fast 93 Prozent auf 515 Millionen Euro an. Die Zahl der Bestellungen verdoppelte sich ebenso beinahe: Mit 2,4 Milliarden Euro stand beim bestellten Bruttowarenwert ein Anstieg von rund 58 Prozent zu Buche. Da hatte die Corona-Krise noch nicht einmal ihre volle Wucht entfaltet.

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Delivery Hero will nun auch auf Zusatzgeschäfte bauen. So hatte das Unternehmen angekündigt, verstärkt auf „Quick Commerce“ und dabei auch auf andere Waren zu setzen. Neben Lebensmitteln könnten zum Beispiel auch Medikamente über die eigene Plattform schneller zum Kunden gebracht werden, wie dem Management rund um Vorstandschef Niklas Östberg vorschwebt. Die Nachfrage nach Lebensmitteln war ihm zufolge im Zuge der Pandemie erheblich gestiegen. Das Unternehmen will im zweiten Quartal 2020 weiterhin die Zahl der Anbieter erhöhen und die Lieferservices verbessern.

An seiner Jahresprognose will das Management aber nicht rütteln. Östberg strebt einen Jahresumsatz von 2,4 bis 2,6 Milliarden Euro an – das wäre ein Plus von rund 70 Prozent zum Vorjahr. Dabei dürfte das Unternehmen aber weiterhin rote Zahlen schreiben. Das operative Ergebnis (bereinigtes Ebitda) soll nach wie vor zwischen minus 14 und minus 18 Prozent des Umsatzes betragen. Darin sind aber bereits Kosten von 50 Millionen Euro für die Coronavirus-Krise enthalten, mit denen Delivery Hero zuletzt im Nahen Osten und Nordafrika rechnete.

In Deutschland ist das Unternehmen nicht mehr vertreten. Seine Marken Foodora, Lieferheld und Pizza.de hat Delivery Hero im vergangenen Jahr an den niederländischen Rivalen Just Eat Takeaway (Lieferando) verkauft.

Delivery Hero betreibt in mehr als 40 Ländern Bestellplattformen für Essen lokaler Anbieter und beschäftigt 25.000 Mitarbeiter, davon rund 1300 in Berlin. Dabei hat der Lieferdienst zuletzt kräftig zugekauft, etwa den südkoreanischen Branchenkollegen Woowa. Damit baut das Management das Asiengeschäft aus. Bislang gelten der Nahe Osten und Nordafrika als Wachstumsträger des Konzerns. Nachgesagt wurde Delivery Hero auch ein Interesse an dem US-Konkurrenten Grubhub. Dieser ging allerdings an den Rivalen Just Eat Takeaway.

Angesichts der Turbulenzen beim Zahlungsabwickler Wirecard kann sich Delivery Hero laut Aktienindex-Experten sogar Hoffnung auf einen Aufstieg vom MDax in den Dax machen. Steigt Wirecard im September aus der ersten Börsenliga ab, ist Delivery ihnen zufolge neben dem Aromenhersteller Symrise einer der Nachfolgekandidaten.

Das sagen die Analysten

Analysten sind dem Unternehmen wohlgesonnen. Die im dpa-AFX Analyser vertretenen Experten raten durchweg zum Kauf der Delivery-Aktie. Diejenigen Analysten, die ihre Einschätzung für das Papier seit Mitte April erneuert haben, schreiben ihm im Schnitt ein Kursziel von 93,60 Euro zu. Besonders optimistisch ist das Analysehaus Jefferies, das ein Kursziel von 113 Euro errechnet.

Jefferies-Analyst Giles Thorne ist optimistisch: der Online-Essenslieferant profitiere von den außerordentlichen Zeiten und erlebe damit eine „gute Corona-Krise“. Die industrielle, strategische und finanzielle Logik sei dabei „bestechend“. Dazu komme, dass der Wettbewerb in dem Bereich durch die vermehrten Zusammenschlüsse von Unternehmen nachlasse. Beim Jahresausblick sieht der Experte Luft nach oben.

Auch Commerzbank-Analyst Andreas Riemann schätzt, dass das Unternehmen kurzfristig von einer steigenden Nachfrage während des wirtschaftlichen Stillstands im Zuge der Virus-Pandemie profitiert. Die Genehmigung des Woowa-Deals voraussichtlich gegen Ende des Jahres sollte das operative Ergebnis 2021 antreiben.

Bei der UBS konstatiert Hubert Jeaneau eine anhaltend gute Marktdynamik der Branche. Der Essenslieferant sei gut positioniert, um durch die Unwägbarkeiten der Covid-19-Krise zu steuern. Herausforderungen verspüre das Unternehmen lediglich in der Region Nahost und Nordafrika. Die zuletzt trotz der Corona-Krise soliden Resultateverdeutlichten das attraktive Wachstumspotenzial der Branche, schrieb dazu RBC-Analystin Sherri Malek.

Das macht die Aktie

Die Corona-Panik an den Börsen hatte zwar auch nicht vor Delivery Hero halt gemacht – der Aktienkurs brach im Börsencrash bis Mitte März um mehr als ein Drittel auf rund 50 Euro ein -, allerdings besannen sich die Anleger rasch eines Besseren und machten Delivery Hero als potenziellen Krisengewinner aus.

Der Papiere kletterten in bis dahin nicht gekannte Höhen. Ende Juni wurde das aktuelle Rekordhoch knapp über 96 Euro erreicht. Aktuell kosten die Aktien immer noch rund 91 Euro. Zum Vergleich: der Ausgabepreis beim Börsengang im Juni 2017 lag bei 25,50 Euro. Nach einer anfänglichen Berg- und Talfahrt entwickelt sich der Aktienkurs seit Ende 2018 positiv. Nachdem im Dezember 2019 der Kauf von Woowa bekannt geworden war, bekam das Papier noch einmal einen deutlichen Schub.

Größter Aktionär von Delivery Hero ist der südafrikanische Medienkonzern Naspers mit gut 22 Prozent der Anteile, die Investmentfirma Baillie Gifford kommt auf rund 10,6 Prozent. Gut 50 Prozent befinden sich im Streubesitz.

Aktuell bringt es das Unternehmen an der Börse auf eine Marktkapitalisierung von rund 18 Milliarden Euro. Der Rivale Just Eat Takeaway kommt auf etwa 13,8 Milliarden Euro.

onvista/dpa-AFX

Titelfoto: Mano Kors/ Shutterstock.com

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