Delivery Hero profitiert vom Lieferboom

Hussam Masri

Werbung. Der Lieferdienst Delivery Hero hat die kollabierte Wirecard-Aktie im DAX ersetzt. Dabei ist das Unternehmen erst seit drei Jahren an der Börse notiert und schreibt bisher Verluste. Es ist die rasante Wachstumsstory, die den Aufstieg in Deutschlands erste Börsenliga so schnell möglich machte. Die Berliner konzentrieren sich auf die internationale Expansion, nachdem sie ihr Deutschlandgeschäft mit den Marken Foodora, Lieferheld und Pizza.de für etwa eine Mrd. Euro an den niederländischen Konkurrenten Takeaway.com abgegeben haben. Analysten sehen diesen Ausstieg kritisch. Delivery Hero beschäftigt mittlerweile rund 25.000 Mitarbeiter in 40 Ländern weltweit. Als Betreiber von Internet-Plattformen zur Bestellung und Lieferung von Essen leitet das Unternehmen die Nutzer an teilnehmende Restaurants weiter und vereinnahmt Provisionen. Zudem können die Partnerrestaurants komplementäre Zusatzdienste vom Marketing bis zur Logistik inklusive Fahrerdisposition und Flottenmanagement in Anspruch nehmen. Asien ist für Delivery Hero der wichtigste Markt mit einem Umsatzanteil von mehr als 40 Prozent, gefolgt von der Region Afrika und Naher Osten. Auch Lateinamerika gilt als Wachstumstreiber für den DAX-Neuling.

Bei seiner Expansion setzt Delivery Hero stark auf Zukäufe. Kürzlich wurde das im Nahen Osten und Nordafrika tätige Unternehmen InstaShop für 360 Mio. US-Dollar aufgekauft. Ferner steht die Übernahme des südkoreanischen Lieferdienstes Woowa für 3,6 Mrd. Euro an und jüngst wurde eine Erweiterung der Präsenz in Lateinamerika durch den Kauf des Start-Ups Glovo angekündigt. Analysten verweisen auf den hohen Kapitalbedarf, den Delivery Hero stemmen muss. Das junge Unternehmen sei in einem Markt mit sehr hohem Wachstumspotenzial tätig, der jedoch von einer hohen Wettbewerbsintensität mit Verdrängungen und Übernahmeaktivitäten geprägt sei. Die fortgesetzte Expansion in diesem Umfeld werde auch die Gewinnentwicklung in den kommenden Jahren prägen. Für 2020 und 2021 erwarten Analysten keinen Vorstoß in die Gewinnzone. Im ersten Halbjahr des laufenden Jahres wurde die Ertragslage unter anderem durch den Ausbau des eigenen Lieferdienstgeschäfts sowie den Start der sogenannten „Dmarts“ belastet. Von diesen Lagerhäusern werden Alltagsartikel wie Arzneimittel, Blumen und Lebensmittel aus dem Supermarkt innerhalb kürzester Zeit geliefert. Letztendlich musste Delivery Hero im Zeitraum Januar bis Juni eine Ausweitung der Netto-Verluste aus dem fortgeführten Geschäft auf 443,2 Mio. Euro berichten.

Mit seiner hohen Wachstumsdynamik überzeugte der Konzern jedoch auf ganzer Linie. Zusätzlich zur kontinuierlichen Erschließung neuer Märkte erwiesen sich die Auswirkungen der Corona-Pandemie als Umsatztreiber. Im Vorjahresvergleich wurden die Bruttoerlöse in den ersten sechs Monaten 2020 daher auf 957,5 Mio. Euro fast verdoppelt.

Da das Unternehmen als Profiteur der Corona-Krise wahrgenommen wird, ist auch die Aktie bisher überwiegend mit steigenden Notierungen durch die Zeit der Pandemie manövriert. Der Wachstumstitel mit starken Kursschwankungen weist jedoch hohe implizite Volatilitäten auf, die die Konditionen von Investmentalternativen wie Aktienanleihen begünstigen. Demnach eröffnen sich Gelegenheiten für Anleger, die grundsätzlich bzw. für das kommende Jahr eine positive Einschätzung für Delivery Hero teilen und ihre Strategie mit Festzins sowie endfälligem Puffer umsetzen möchten.

5,00 Prozent p.a. Festzins und 30 Prozent endfälliger Puffer nach einem Jahr

Die DekaBank 5,00 % Delivery Hero Aktienanleihe 10/2021 (WKN DK0X4G) zahlt zur Fälligkeit nach einem Jahr einen festen Zins in Höhe von 5,00% p.a. bezogen auf den Nennbetrag (1.000,00 Euro). Damit die Rückzahlung zum Nennbetrag erfolgt, muss die Delivery Hero-Aktie am Bewertungstag (14.10.2021) wenigstens auf oder über dem Basispreis (70,00 Prozent des Startwerts) schließen.

Anderenfalls drohen Verluste bei der Rückzahlung, da statt des Nennbetrags im Wert gesunkene Delivery Hero-Aktien zu 70% des Startwerts an den Anleger übertragen werden. Zudem unterliegt die Aktienanleihe wie jede Schuldverschreibung insgesamt dem Emittentenrisiko. Demnach würden insbesondere im Falle einer Zahlungsunfähigkeit der DekaBank Verluste bis hin zum Totalverlust des investierten Nennbetrags drohen.

Die Zeichnung läuft vom 28.09.2020 bis 16.10.2020, vorbehaltlich einer Verlängerung oder Verkürzung.

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