Die Aussetzung der Disney-Dividende bringt keine Probleme mit sich

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Die Aussetzung der Disney-Dividende bringt keine Probleme mit sich

Die Ergebnisse des zweiten Finanzquartals von Walt Disney (endete am 28. März 2020) zeigten die Auswirkungen der Maßnahmen, die das Unternehmen zur Kontrolle der Ausbreitung von COVID-19 ergriffen hat. Die Schließung seiner Freizeitparks und die Einstellung von Kreuzfahrten schadete vor allem den Einnahmen und der Profitabilität in seinem Segment Parks, Erlebnisse und Produkte. Auch die anderen Geschäftsbereiche des Unternehmens, wie Mediennetzwerke und Direct-to-Consumer & International, bekamen die Auswirkungen zu spüren, da es weniger Inhalte für Sport- und andere Programme gab, was die Zuschauerzahlen und die Werbung beeinträchtigte.

Insgesamt schätzte die Unternehmensleitung, dass die Coronaviruspandemie den Quartalsgewinn vor Steuern von Disney um 1,4 Milliarden Dollar geschmälert hat. Damit verringerte sich der diesjährige Gewinn auf 1,1 Milliarden Dollar gegenüber 7,2 Milliarden Dollar im Vorjahr. In der Vorjahreszahl sind jedoch weitere Einnahmen in Höhe von 5 Milliarden US-Dollar enthalten, die in erster Linie auf einen einmaligen Gewinn zurückzuführen sind, als Disney seine Beteiligung an Hulu auf 60 % verdoppelte.

Da die US-Freizeitparks des Unternehmens geschlossen sind, Filmveröffentlichungen verzögert und Live-Sportübertragungen eingestellt werden (was die ESPN-Sender beeinträchtigt), wird Disney die Auswirkungen im dritten Quartal zu spüren bekommen. Obwohl es einige positive Anzeichen gibt, zum Beispiel die Öffnung des Freizeitparks in China und die Reservierungsbuchungen von Walt Disney World in Florida ab dem 1. Juli, bleibt die kurzfristige Zukunft von Disney unklar. Vor diesem Hintergrund beschloss Disney, die halbjährliche Dividende, die normalerweise Anfang Juli gezahlt wird, ausfallen zu lassen. Normalerweise sendet ein Unternehmen, das seine reguläre Auszahlung nicht vornimmt, ein negatives Signal an die Investoren. Diese Zeiten sind jedoch untypisch. Die Schlüsselfrage für Investoren ist daher, ob dies ein Anzeichen der Zeit oder ein Anzeichen für die Zukunft ist.

Viel Bargeld

Zunächst einmal verfügt Disney über reichlich Bargeld und schloss das Quartal mit 14,3 Milliarden Dollar ab, verglichen mit 5,4 Milliarden Dollar am Ende des Geschäftsjahres 2019. Das Unternehmen erhöhte seine Kredite von 47 Milliarden Dollar (35 % Schulden/Gesamtkapital) auf 55,4 Milliarden Dollar (38 % Schulden/Gesamtkapital). Normalerweise ist eine geringere Verschuldung wünschenswert, aber es ist sicherlich verständlich, dass Disney seine Kassen auffüllt.

Trotz der Herausforderungen des letzten Quartals lag der Free Cashflow dennoch bei 1,9 Milliarden Dollar, was einem Rückgang von 30 % gegenüber dem Vorjahreszeitraum entspricht. Da sich die Lockdown-Maßnahmen außerhalb Chinas auf den Rest der Welt ausweiten und somit die Ergebnisse des dritten Quartals stärker beeinflussen, erwarte ich, dass der Free Cashflow von Disney kurzfristig unter Druck geraten wird, aber er sollte sich wieder erholen, sobald die Weltwirtschaft wieder auf den Beinen ist.

Das Management hat mehrere Schritte unternommen, um den Cashflow zu erhalten, einschließlich der Reduzierung der diskretionären Ausgaben für Posten wie Marketing und Kapitalausgaben. Das Unternehmen hat auch die Löhne und Gehälter der Unternehmensleitung gesenkt und mehr als 120.000 Beschäftigte entlassen. Die Entlassung von Mitarbeitern (selbst bei Auszahlung ihrer Sozialleistungen) und die gleichzeitige Auszahlung der regulären Dividende an die Aktionäre hätte eher schlecht ausgesehen. Ich gehe davon aus, dass der Vorstand selbst bei reduzierter wirtschaftlicher Aktivität die Dividende wieder aufnehmen wird, wenn Disney seine Geschäftstätigkeit wieder aufnimmt. Schließlich gibt es keine langfristigen Probleme, mit denen Disney konfrontiert ist.

Starke Vermögenswerte

Disney ist mehr als ein reines Medienkonglomerat; es verfügt über eine Sammlung erstklassiger Immobilien. Das stimmt mich zuversichtlich, dass sich die Dividendenaussetzung als vorübergehend erweisen wird.

Natürlich gibt es Freizeitparks. Darüber hinaus besitzt das Unternehmen die Sender ABC, Disney und ESPN und produziert und vertreibt Filme unter Walt Disney Pictures, Marvel, Lucasfilm und Pixar, um nur einige zu nennen. Im vergangenen Jahr erwarb Disney Twenty-First Century Fox und fügte seine Film- und Fernsehstudios sowie Kabelnetze hinzu. Durch den Kauf in Höhe von 71 Milliarden Dollar kamen starke Vermögenswerte wie die X-Men- und Fantastic-Four-Franchises hinzu.

Im vergangenen November startete das Unternehmen einen neuen Streaming-Dienst, Disney+. Damit wurde ein neuer Vertriebskanal geschaffen, der sprunghaft wächst: Es hat bereits mehr als 50 Millionen zahlende Abonnenten. Das Management hat den Dienst in einer klugen Art und Weise ausgebaut, insbesondere während der Coronaviruspandemie. So brachte sie beispielsweise schnell den Film Onward auf Disney+ heraus, nachdem sein Kinostart aufgrund von Kinoschließungen ins Stocken geraten war. Disney+ hat auch den Aufbau von Inhalten fortgesetzt, um Abonnenten anzuziehen, darunter Originalinhalte - und das beliebte Theaterstück Hamilton wird im Juli auf der Plattform erscheinen.

Zugegeben, der Verzicht auf die erwartete Dividendenzahlung ist eine schwer zu schluckende Pille. Aber Disney kann auf eine großartige Erfolgsgeschichte zurückblicken, und mit diesen großartigen Medienwerten wird sich das Unternehmen zweifellos stark erholen.

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Lawrence Rothman, CFA besitzt keine der erwähnten Aktien. the Motley Fool besitzt und empfiehlt Aktien von Walt Disney und empfiehlt die folgenden Optionen: Long Januar 2021 $60 Calls auf Walt Disney und Short Juli 2020 $115 Calls auf Walt Disney.

Dieser Artikel wurde von Lawrence Rothman auf Englisch verfasst und am 17.05.2020 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

Motley Fool Deutschland 2020

Foto: The Motley Fool

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