Dienstreisen nach Venedig: Oberster Rechnungshof rügt Münchner Uni

dpa-AFX

MÜNCHEN (dpa-AFX) - Taxikosten von 64 000 Euro und Tausende Euro für eine Fortbildung in Venedig: Der Bayerische Oberste Rechnungshof (ORH) prangert die Verschwendung von öffentlichen Geldern an der Münchner Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) an. In einem bislang unveröffentlichten Prüfungsbericht, über den zuerst die "Süddeutsche Zeitung" berichtet hatte, werden teure Taxifahrten, Bewirtungskosten in teuren Restaurants und eine Abschiedsfeier für einen Dekan mit touristischem Programm für 12 000 Euro aufgelistet, wie der ORH am Donnerstag bestätigte.

Laut Rechnungshof ließ sich ein einziger Beschäftigter insgesamt 64 000 Euro erstatten - für Fahrten mit dem Taxi vom Dienstort nach Hause. Außerdem ließ sich eine Fakultät von 2001 bis 2017 insgesamt 21 000 Euro Bewirtungskosten erstatten - für Mittagessen in zum Teil gehobenen Restaurants

Gleich zwei interne Veranstaltung der Münchner Universität wurden nach ORH-Angaben in Venedig abgehalten. Für eine "interne Strategietagung" fielen insgesamt rund 15 000 Euro Reisekosten an, für eine Fortbildung zum Thema Projektmanagement sogar mehr als 17 000 Euro.

Die Universität wies die Vorwürfe zurück und betonte, sie sehe weder "straf- noch dienstrechtlichen Handlungsbedarf" gegen Mitarbeiter. "Auch von Verschwendung kann hier keine Rede sein, ganz im Gegenteil: Die LMU geht sorgsam mit öffentlichen Geldern um, und in den Fakultäten wird unter schwierigen Rahmenbedingungen Hervorragendes geleistet, wie gerade das abgelaufene Sommersemester wieder gezeigt hat." Dass die beiden internen Veranstaltungen in Venedig abgehalten wurden, begründete die Uni mit dem Fehlen eines eigenen Tagungszentrum./bsj/DP/fba

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