Diese 3 Aktien sind im Moment vollkommen überbewertet

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Diese 3 Aktien sind im Moment vollkommen überbewertet
Broker schlägt Hände vor rotem Chart über den Kopf Börsencrash schlechte Performance

Lockdown-Maßnahmen zur Begrenzung der Verbreitung von COVID-19 haben in den letzten Monaten Onlinedienste mächtig angekurbelt. Die Unternehmen dahinter genießen zwar den Aufschwung, trotzdem sind das nicht automatisch sichere Investitionsmöglichkeiten. Der Markt verliert halt manchmal schlicht den Kopf. Hier sind drei dieser Aktien, die im Moment überbewertet sind.

1. Zscaler

Die Cybersicherheitslösungen von Zscaler ermöglichen es Mitarbeitern, von überall sicher auf Internet und cloudbasierte Ressourcen zuzugreifen. Da „Work-from-home“ die Kerngeschäfte des Unternehmens ankurbelte, hob das Management die Umsatzprognose für das Gesamtjahr 2020 auf 422 bis 424 Millionen USD an, was einem jährlichen Wachstum von 39 bis 40 % entspricht.

Der Aktienkurs von Zscaler befindet sich nun auf einem Allzeithoch und der Markt bewertet das Unternehmen mit einem Verhältnis von Unternehmenswert zu Umsatz von 36.

Zscaler hat sich eine höhere Bewertung sicherlich verdient. Man bietet eine starke Leistung in einem Cloud-Cybersicherheitsmarkt, der langfristig wachsen wird. Aber diese heftige Bewertung übersieht bedeutende Risiken, die zu enttäuschenden Ergebnissen führen könnten.

Da das Unternehmen expandiert, scheint das weitere hohe Umsatzwachstum eine Herausforderung zu sein. Trotz der höheren Prognose ist das Umsatzwachstum von 39 bis 40 % ein deutlicher Rückgang gegenüber den 59 % des letzten Jahres.

Zudem verschärft sich der Wettbewerb. So bieten beispielsweise der Technologieriese Cisco Systems und der Cybersicherheitsspezialist Palo Alto Networks ähnliche Lösungen. Erst neulich schlossen sich vier Cyber-Security-Unternehmen zusammen, um umfassende Sicherheitslösungen für Mitarbeiter fern der Büros zu integrieren.

Darüber hinaus ist Zscaler noch nicht profitabel geworden. Im letzten Quartal stiegen die operativen Verluste auf 20,5 Millionen USD gegenüber 13,5 Millionen USD im Vorjahr. Grund dafür ist, dass das Unternehmen 61 % seines Umsatzes für Verkaufs- und Marketingausgaben aufwendete, um das Wachstum zu fördern.

2. Fastly 

Der Aktienkurs von Fastly (WKN: A2PH9T) stieg gegenüber den Tiefstständen im März um mehr als 600 %. Das Verhältnis von Unternehmenswert zu Umsatz stieg auf 40.

Dieser phänomenale Anstieg ist zum Teil durch die Abhängigkeit des Unternehmens vom Wachstum der Internetnutzung gerechtfertigt. Die flexiblen Lösungen von Fastly verbessern die Verfügbarkeit von Internetdiensten dank seiner 72 „Points-of-Presence“ (Rechenzentren) auf der ganzen Welt.

Dank eines Anstiegs durch die „Stay-at-home“-Anweisungen hob die Geschäftsführung im vergangenen Quartal die Umsatzprognosen für das Gesamtjahr an. Sie rechnet nun mit Einnahmen in der Größenordnung von 280 bis 290 Millionen USD. Zuvor waren es 255 bis 265 Millionen USD. Das entspricht einem jährlichen Wachstum von 42 % zur Jahresmitte.

Darüber hinaus dürfte die jüngste Partnerschaft zwischen dem riesigen Einzelhändler Walmart und der Cloud-Plattform Shopify die Investoren begeistert haben. Immerhin nutzt Shopify die Infrastruktur von Fastly.

Die hohe Bewertung von Fastly deutet darauf hin, dass der Markt auf lange Sicht erstaunliche Ergebnisse erwartet. Zugegeben, Fastly hat innovative Lösungen für Entwickler parat. Aber da diese den Bau von Rechenzentren erfordert, bleibt dies ein kapitalintensives Geschäft. Infolgedessen verblasst die Bruttomarge des Unternehmens von 56,7 % im letzten Quartal, die im Vergleich zum vergangenen Jahr stabil geblieben ist. Zum Vergleich: Software-as-a-Service (SaaS)-Anbieter haben Bruttomargen von über 70 %.

Das Unternehmen hat zudem erhebliche Vertriebs- und Marketingausgaben sowie Forschungs- und Entwicklungskosten. Die sind notwendig, um mit riesigen Public-Cloud-Anbietern zu konkurrieren. Zu denen gehört auch der viel größere Konkurrent Akamai Technologies. Somit rechnet das Management ein weiteres Jahr mit Non-GAAP (bereinigten) operativen Verlusten zwischen 10 und 20 Millionen USD.

3. Zoom Video Communications 

Zoom Video Communications(WKN: A2PGJ2) Unternehmenswert-Umsatz-Verhältnis von 88 ist noch mal ein ganzes Stück über dem von Zscaler und Fastly. Der Aktienkurs des Unternehmens ist seit Anfang des Jahres um 285 % gestiegen. Auch hier sind die Gründe klar: Alle bleiben zu Hause, Software wird immer wichtiger.

Investoren sollten wissen, dass Zoom sehr hoch bewertet wird. Bereits vor der Coronaviruskrise war das hohe zweistellige Umsatzwachstum beeindruckend. Und das Unternehmen konnte im letzten Quartal phänomenale Ergebnisse vorweisen.

Die Einnahmen stiegen auf 328,2 Millionen USD, 169 % mehr als im Vorjahr. Das Unternehmen musste Cloud-Infrastrukturen von Drittanbietern nutzen, um die riesige Nachfrage nach seinen Tools zu bedienen. Das senkte die Bruttomarge. Trotzdem verzeichnete Zoom einen Gewinn von 27,0 Millionen USD, ein Plus von 0,2 Millionen USD im Vergleich zum Vorjahresquartal.

Das Management hob seine Prognose ebenfalls an, und zwar nicht zu schüchtern. Für das Gesamtjahr prognostizierte man einen Umsatz zwischen 1,775 und 1,800 Milliarden USD. Davor ging man von einer Spanne von 905 bis 915 Millionen USD aus.

Via YCharts

Bei derart hohen Bewertungen erwartet der Markt dann natürlich, dass sich diese beeindruckenden Ergebnisse langfristig fortsetzen werden.

Das erscheint jedoch überaus optimistisch. Die Situation rund um COVID-19 beruhigt sich. Der Wettbewerb auf dem Videokommunikationsmarkt verschärft sich ebenfalls. Microsoft hat beispielsweise seine Kollaborationsplattform Microsoft Teams und Alphabets Google hat Meet. Da Zoom jetzt vermehrt auf Security setzt, könnte auch die bislang einfach zu bedienende Software weniger attraktiv werden.

Zooms unfassbares Kurs-Gewinn-Verhältnis (P/E) von 1.540 ist ein weiteres Zeichen dafür, dass der Markt das Unternehmen überbewertet und alle Risiken ignoriert.

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The Motley Fool besitzt und empfiehlt Aktien von Alphabet, Fastly, Microsoft, Palo Alto Networks, Shopify, Zoom Video Communications und Zscaler. Herve Blandin besitzt Aktien von Cisco Systems. Dieser Artikel erschien am 7.7.2020 auf Fool.com und wurde für unsere deutschen Leser übersetzt.

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Foto: Getty Images

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