Duell der Gaming-Aktien: Activision Blizzard vs. Nintendo

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Duell der Gaming-Aktien: Activision Blizzard vs. Nintendo

Die führenden Videospielunternehmen befinden sich derzeit in einer guten Position. Laut SuperData erreichten die Ausgaben für digitale Spiele im März einen Rekord von 10 Milliarden US-Dollar, angetrieben dadurch, dass infolge der COVID-19-Pandemie alle zu Hause eingesperrt sind. Aber diese Top-Gaming-Konzerne haben immer noch viele Möglichkeiten für langfristiges Wachstum in einer vielversprechenden Branche.

Activision Blizzard verfügt über einige der bekanntesten Spielserien der Branche, darunter Call of Duty, World of Warcraft und die Candy-Crush-Spiele für Mobilgeräte. Das Unternehmen hatte Ende 2019 eine Spielerbasis von mehr als 400 Millionen aktiven Nutzern.

Nintendo wird voraussichtlich starke Zahlen vorlegen für das im März abgelaufene Quartal. Das Videospielsystem Nintendo Switch war über die letzten Wochen ausverkauft, nachdem der Spielehit Animal Crossing: New Horizons veröffentlicht worden war. Er führte im letzten Monat die Verkaufscharts unter den Videospielen an.

Ich persönlich besitze Anteile an beiden Aktien, aber lass uns diese Videospielkonkurrenten vergleichen, um zu sehen, welcher auf lange Sicht die bessere Investition darstellt.

Entscheidende Unterschiede

Activision Blizzard und Nintendo sind zwei verschiedene Arten von Videospielunternehmen. Der offensichtlichste Unterschied besteht darin, dass Activision sich auf die Herstellung von Spielen konzentriert, während Nintendo den größten Teil seines Jahresumsatzes mit Hardware erzielt, in erster Linie mit dem Nintendo Switch. Die Hardware-Verkäufe machten 55,6 % der Einnahmen von Nintendo im Neunmonatszeitraum bis Dezember 2019 aus. In den letzten zehn Jahren hat Activision eine höhere Betriebsmarge als Nintendo erzielt, was weitgehend auf die niedrigeren Margen zurückzuführen ist, die durch Hardware im Vergleich zum Verkauf von Spielen erzielt werden.

Chart: Umsatzentwicklung von Activision Blizzard und Nintendo in Mrd. USD, basierend auf rollenden Zwölfmonatszeiträumen (YCharts-Daten)

Wie du jedoch sehen kannst, ist Nintendos Betriebsmarge stetig gestiegen, da die Hardware-Verkäufe als Prozentsatz des Umsatzes zurückgehen. Der Nintendo Switch kam 2017 auf den Markt und hat 52,5 Millionen Einheiten verkauft, aber es wird für Nintendo immer schwieriger, noch weiter zuzulegen, da es jedes Jahr immer mehr Hardware-Einheiten verkaufen muss, um das gleiche Wachstumsniveau zu halten.

Wie man in diesem Chart sehen kann, beginnt sich das Umsatzwachstum von Nintendo abzuflachen.

Chart: Wachstumsrate des Umsatzes von Nintendo, basierend auf rollenden Zwölfmonatszeiträumen (YCharts-Daten)

Nintendos Prognose aus der Zeit vor der Coronaviruskrise sah für das Geschäftsjahr 2020 (das im März endete) ein Umsatzwachstum von 4 % vor. Je nachdem, wie sich die starken Switch-Verkäufe im März in den Büchern niederschlagen, könnte diese Prognose übertroffen werden.

Außerdem haben Nintendos digitale Verkäufe fast ein Drittel der Gesamteinnahmen erreicht. Dazu gehören Abonnements für Nintendo Switch Online, herunterladbare Inhalte und digitale Versionen von Spielepaketen, die direkt über den Nintendo eShop auf dem Switch-Gerät verkauft werden. Ein weiteres Wachstum der digitalen Verkäufe dürfte auch weiterhin Nintendos Rentabilität zugutekommen.

Auf der anderen Seite erwirtschaftete Activision Blizzard 53 % seiner Einnahmen durch In-Game-Inhalte wie zum Beispiel die virtuellen Gegenstände, die die Spieler im Spiel kaufen. Das bedeutet, dass Activision im Gegensatz zu Nintendo nicht so oft neue Spiele veröffentlichen muss, um Verkäufe zu generieren.

Nintendos Geschäft ist weitgehend auf Konsolen-Hardware-Zyklen aufgebaut, die etwa fünf bis sieben Jahre dauern. Eine neue Konsole lässt die Verkäufe in den ersten Jahren nach der Markteinführung sprunghaft ansteigen, wie dies bei der Wii-Konsole im Jahr 2006 und bei der Switch-Konsole in den letzten Jahren der Fall war. Aber schließlich flacht die Wachstumskurve ab.

Aus diesem Grund glaube ich, dass Activision Blizzard grundsätzlich ein besser positioniertes Geschäftsmodell hat. Es kann noch immer gute Umsatzströme mit den Spielern von World of Warcraft generieren, einem Online-Multiplayer-Titel, den es seit 2004 gibt. Auch Overwatch und Hearthstone haben seit ihrem Debüt vor einigen Jahren immer noch aktive Spielerbasen. Das einzige Spiel, das Activision jährlich veröffentlicht, ist Call of Duty, das typischerweise eines der meistverkauften Spiele des Jahres ist.

Insgesamt macht Nintendos Abhängigkeit von Hardware-Innovationen seinen zukünftigen Wachstumspfad zu einer größeren Herausforderung als das, was Activision bevorsteht. Im Vergleich dazu kann Activision neue Inhalte für bestehende Spiele entwickeln und hin und wieder eine neue Spieleserie auf den Markt bringen.

Wir werden im Folgenden untersuchen, wie diese Strategie zu weitaus höheren Renditen für die Aktionäre von Activision Blizzard geführt hat.

Auf das Wachstum kommt es entscheidend an, wenn unterm Strich mehr herauskommen soll

Die nachstehende Grafik veranschaulicht das Umsatzwachstum der beiden Unternehmen in den letzten zehn Jahren. Während Activision im Laufe der Zeit eine allmähliche Verbesserung seines Umsatzes verzeichnen konnte, brachen die Einnahmen von Nintendo Anfang des Jahrzehnts ein, als die Einführung der Wii-U-Konsole es nicht schaffte, ein begeistertes Publikum zu gewinnen.

Chart: Operative Margen im Vergleich (YCharts-Daten)

Während Nintendo seine Einnahmen seit der Einführung von Switch vor drei Jahren schneller als Activision gesteigert hat, verfügt Activision über eine Pipeline mit neuen Spielen, die seine Ergebnisse in den nächsten fünf Jahren beflügeln sollten.

Zum Beispiel hatte das Unternehmen bisher enormen Erfolg mit Call of Duty: Mobile, einem Free-to-Play-Titel, der nach seinem Start im Oktober 2019 mehr als 150 Millionen Installationen erreichte. Im März brachte das Unternehmen mit Call of Duty: Warzone einen neuen, kostenlos spielbaren Battle-Royale-Shooter heraus, der für 50 Millionen neue Spielerkonten sorgte. Hinter der Call-of-Duty-Spieleserie steckt derzeit viel Schwung und Activision ist in der Lage, seine monatlichen aktiven Nutzer im Jahr 2020 zu erweitern, wodurch das Unternehmen über ein größeres Publikum verfügt. Folglich erweitern sich kontinuierlich die Möglichkeiten, zusätzliche Erträge zu generieren, was sich für das Unternehmen positiv auswirken wird.

Darüber hinaus hat das Management zahlreiche Projekte in der Entwicklung, darunter Overwatch 2 (das Original von Overwatch verkaufte sich 50 Millionen Mal). Außerdem wird gerade die Veröffentlichung von Diablo 4 und einer mobilen Version namens Diablo: Immortal vorbereitet. Dabei handelt es sich um Abkömmlinge einer sehr beliebten Spieleserie, von denen sich nach ihrer Veröffentlichung wahrscheinlich viele Millionen von Exemplaren verkaufen werden.

Activision Blizzard hat sich auf die Entwicklung mobiler Versionen einiger seiner beliebtesten Produktreihen konzentriert, um von dem schnell wachsenden Markt für Handyspiele zu profitieren. In den nächsten fünf Jahren hat das Unternehmen die Möglichkeit, das Umsatz- und Gewinnwachstum wieder zu beschleunigen. Bei Nintendo auf der anderen Seite beginnt das Geschäft durch die Sättigung mit Switch-Geräten zu stagnieren.

Abschließendes Urteil

Es ist vermutlich bereits offensichtlich, aber ich sage es noch einmal klar und deutlich: Ich glaube, dass Activision Blizzard langfristig die bessere Investition sein wird. Dieses Diagramm fasst zusammen, warum:

Chart: Relative langfristige Kursentwicklung (YCharts-Daten)

In den letzten zwei Jahrzehnten waren die Renditen zwischen den beiden Aktien nicht einmal annähernd gleich hoch. Nintendos niedrigere Rendite spiegelt den Zyklus von Treffern und Fehlschlägen bei den Konsoleneinführungen wider. Der japanische Spielehersteller verfügt über wertvolle Marken wie Mario und Zelda, und er sollte weiterhin positive Renditen erzielen, aber Activision hat eine bessere Erfolgsquote und liefert auf lange Sicht phänomenale Renditen für Investoren.

Der CEO von Activision Blizzard, Bobby Kotick, hat das Unternehmen in die richtigen Bahnen gelenkt. So gelang ihm etwa die Orchestrierung der Zusammenführung von Activision und Blizzard im Jahr 2008 ausgezeichnet. Kotick war auch bereit, bestimmte Produktreihen aufzugeben, die keine gute Kapitalrendite erzielen, darunter Guitar Hero im Jahr 2011 und Destiny im Jahr 2018. Das Unternehmen hat seit vielen Jahren bewiesen, dass es die großen Chancen in der Branche ergreifen kann. Dazu gehören das immer populärer werdende First-Person-Shooter-Segment mit dem ursprünglichen Call of Duty vom Jahr 2003 und zuletzt der E-Sport mit der Overwatch League.

Die nächsten zehn Jahre dürften für Investoren gleichermaßen lohnend sein, da das Unternehmen weiter in den Bereich der Handyspiele expandiert, der das am schnellsten wachsende Marktsegment bei den weltweiten Spieleverkäufen darstellt.

Dennoch ist Nintendo nach wie vor eine gute Investition, weshalb ich auch davon einige Anteile besitze. Aber wenn man nach einem optimal positionierten Spieler in der Videospielindustrie sucht, dann sollte Activision Blizzard die erste Wahl sein - später kann man immer noch darüber nachdenken, Aktien von Nintendo hinzuzufügen.

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Dieser Artikel wurde von John Ballard auf Englisch verfasst und am 26.04.2020 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.
John Ballard besitzt Aktien von Activision Blizzard und Nintendo. The Motley Fool besitzt Aktien von Activision Blizzard und empfiehlt Activision Blizzard. The Motley Fool empfiehlt Nintendo.

Motley Fool Deutschland 2020

Bild: Getty Images

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