Euro mit positivem Signal: Ausbruch aus dem Abwärtstrend

Bernd Raschkowski

Der Euro genießt generell sicherlich nicht den besten Ruf. Unsere Gemeinschaftswährung stand in den letzten Jahren massiv unter Druck, im Vergleich zum US-Dollar verlor der Euro deutlich an Wert. Verantwortlich hierfür waren die Staatsschuldenkrise einiger Mitgliedsländer, das allgemein schwache Wirtschaftswachstum, der Brexit sowie die politische Uneinigkeit. Doch mittlerweile scheint sich die Lage zu bessern. Aus charttechnischer Sicht hat der Euro mit dem Ausbruch aus dem Abwärtstrend ein positives Signal generiert.

In der folgenden Abbildung ist die Entwicklung des Währungspaars Euro/US-Dollar seit September 2018 dargestellt:

Euro in US-Dollar, Candlestick-Chart

In der Abbildung ist der charttechnische Abwärtstrend der vergangenen Monate zu sehen. Der Euro verlor seit Ende 2018 zeitweise rund zehn Prozent an Wert. Klingt nicht viel? Für eine Währung ist das durchaus heftig. Und der Euro stand auch davor schon unter schwerem Verkaufsdruck.

Anfang Oktober diesen Jahres markierte die Gemeinschaftswährung das Jahrestief bei 1,0878 US-Dollar. Erst danach startete eine Erholungsbewegung, welche bis heute anhält. Aktuell notiert der Euro bei 1,1144 US-Dollar.

Klare Brexit-Wahl verleiht Auftrieb

Zuletzt verbuchte der Euro mehrere Plus-Tage in Folge. Neben besser als erwarteten Konjunkturdaten aus Deutschland war auch der klare Sieg der Tories bei der Großbritannien-Wahl ein treibender Faktor, schließlich scheint das Brexit-Chaos nun ein Ende zu haben. Klare Verhältnisse werden von der Börse stets begrüßt. Die große Unsicherheit der letzten Monate lastete dagegen auf der Notierung.

Charttechnik: Abwärtstrend gebrochen

Mit dem jüngsten Anstieg der Währung haben sich neue technische Signale ergeben. Denn der Abwärtstrend der vergangenen Monate wurde nun verlassen. Maßgeblich hierfür war der Sprung über die negative Abwärtstrendlinie bei 1,11 US-Dollar. In diesem Bereich verlief gleichzeitig auch ein klassischer charttechnischer Widerstand.

Mit dem Bruch des Abwärtstrends verbessern sich nach der Lehre der Charttechnik die Aussichten für die Währung. Eine neue Aufwärtsbewegung ist nun wahrscheinlicher als die Fortsetzung des Abwärtstrends. Mittelfristig gehe ich von steigenden Kursen aus, mein erstes Ziel liegt im Bereich von rund 1,14 Dollar, wo sich ein erster Widerstand befindet.

Konkrete Trading-Marken nutzen

Vor dem Hintergrund der positiven Chart-Signale (dem Ausbruch aus dem Abwärtstrend) habe ich eine Long-Position im Währungspaar Euro/US-Dollar auf nextmarkets eröffnet. Der Einstieg erfolgte am 16. Dezember um 11.27 Uhr zu 1.11394 US-Dollar, das Kursziel (Take Profit) bei 1.1595 Dollar.

Das positive Gesamtbild für den Euro würde sich erst mit einem Rutsch der Währung unter 1,11 US-Dollar eintrüben. In diesem Fall müsste der jüngste Ausbruch als Fehlsignal betrachtet werden. Zur Risikobegrenzung aller Trading-Positionen sollte immer ein Stopp-Kurs gesetzt werden. Ich selbst habe die Absicherungsmarke hier bei 1.1055 US-Dollar gewählt. Auf nextmarkets kommentiere ich die Trading-Idee regelmäßig und gebe mögliche Änderungen der Parameter bekannt.

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Expertenprofil
Bernd Raschkowski Bernd Raschkowski

Bernd Raschkowski analysiert seit mehr als 20 Jahren die Entwicklungen an den Kapitalmärkten und leitet daraus nachhaltige Börsenstrategien ab. Der studierte Dipl.-Kaufmann nutzt einen ganzheitlichen Ansatz aus volkswirtschaftlichen Daten, Unternehmensnachrichten, Charttechnik sowie der Verhaltensökonomie. In seiner Freizeit verbringt Bernd Raschkowski viel Zeit auf dem Mountainbike.

Mehr von Bernd Raschkowski finden Sie auf den Seiten von nextmarkets.

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07.06.2020, 06:35, außerbörslich

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