Europas Börsen vor US-Jobdaten leicht erholt

Reuters

Frankfurt (Reuters) - Nach den jüngsten Kursverlusten kehren Anleger an die europäischen Aktienmärkte zurück.

Vor den mit Spannung erwarteten US-Arbeitsmarktdaten scheuten sie jedoch größere Käufe. "Ein starker Bericht würde die Türen zu einer noch schnelleren Straffung der Geldpolitik ein erstes Stück öffnen", sagte Portfolio-Manager Thomas Altmann vom Vermögensberater QC Partners. Dax und EuroStoxx50 legten am Freitag jeweils ein knappes halbes Prozent auf 15.378 beziehungsweise 4123 Punkte zu.

Experten sagen für November den Aufbau von 550.000 neuen Stellen außerhalb der US-Landwirtschaft voraus. Dies wäre etwas mehr als im Vormonat. Sollte der Wert unter 300.000 bleiben, sei die erwartete beschleunigte Drosselung der Wertpapierkäufe durch die US-Notenbank wieder vom Tisch, prognostizierte Naeem Aslam, Chef-Marktanalyst des Brokerhauses AvaTrade. Ein überraschend hoher Jobaufbau werde dagegen Spekulationen auf eine aggressivere Straffung der Fed-Geldpolitik schüren.

OMIKRON-THEMA SCHWEBT WEITER ÜBER KÖPFEN DER ANLEGER

Allerdings werde sich nach Bekanntgabe der Zahlen rasch die Pandemie wieder als entscheidender Faktor in den Vordergrund drängen, warnte Analyst Jochen Stanzl vom Online-Broker CMC Markets. "Inwieweit die Impfstoffe gegen die Omikron-Variante wirken, ob und wie die Mutation die laufende vierte Welle in Deutschland beeinflusst und ob sie im Verlauf zu höheren Hospitalisierungen und Todesfällen führt, ist Stand heute noch nicht geklärt. Deshalb dürfte die Schaukelbörse auch in der kommenden Woche anhalten."

Unterdessen zog der Ölpreis wieder an, obwohl die großen Exportländer nicht wie erhofft mit ihrer monatlichen Ausweitung der Produktionskapazitäten pausieren. Die Sorte Brent aus der Nordsee verteuerte sich um knapp drei Prozent auf 71,62 Dollar je Barrel (159 Liter). Die Entscheidung der "Opec+", zu der neben den Mitgliedern des Exportkartells weitere Förderländer wie Russland gehören, signalisiere eine anhaltend robuste Nachfrage, schrieben die Analysten von Goldman Sachs. Analystin Ann-Louise Hittle von der Beratungsfirma Wood Mackenzie wies zudem darauf hin, dass sich die Gruppe die Möglichkeit für eine rasche Reaktion offen gehalten habe, sollte die Omikron-Variante die Konjunktur dämpfen.

AURUBIS UND ALLIANZ ERFREUEN MIT AUSBLICK

Am deutschen Aktienmarkt winkte Aurubis mit einem Kursplus von zeitweise gut acht Prozent der größte Tagesgewinn seit zwei Jahren. Das angepeilte operative Ergebnis der Kupferhütte liege über den Erwartungen, sagte ein Börsianer. Gleiches gelte für die angekündigte Dividende.

Auch die Allianz blickt optimistisch in die Zukunft. Die Dividende solle jährlich um mindestens fünf Prozent steigen. Außerdem stellte der Versicherer Aktienrückkäufe in Aussicht. Anlagestratege Jürgen Molnar vom Brokerhaus RoboMarkets sprach von einem starken Signal. "Der Aktienkurs ist durch die Corona-Pandemie zwar nicht übermäßig gestiegen, das Management sieht für die Zukunft aber scheinbar noch sehr viel Potenzial nach oben."

In Stockholm brachen die Papiere von Sobi dagegen um mehr als 25 Prozent ein, so stark wie nie. Da die geforderte Annahmequote verfehlt wurde, zogen der Finanzinvestor Advent und der Staatsfonds von Singapur ihre acht Milliarden Dollar schwere Übernahmeofferte für die Biotechfirma zurück.

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