Experten fordern - IWF muss in Krise mit mehr Kapital ausgestattet werden

Reuters

Washington/Berlin (Reuters) - Der Internationale Währungsfonds (IWF) sollte Experten zufolge in der Corona-Krise mit mehr Mitteln ausgestattet werden, um vor allem ärmeren Ländern helfen zu können.

Das Institut für Weltwirtschaft (IfW) in Kiel brachte am Mittwoch eine Erhöhung von derzeit einer Billion auf zwei Billionen Dollar ins Spiel. Eine Billion Dollar entspricht in etwa einem Prozent der globalen Wirtschaftsleistung. "Das ist zu wenig, selbst wenn die Mittel 2021 wie vorgesehen um 500 Milliarden Dollar erhöht würden", sagten die IfW-Ökonomen Rolf Langhammer und Christoph Trebesch. Vor allem Industriestaaten sollten ihre Kreditlinien an den IWF ausweiten.

IWF-Chefökonomin Gita Gopinath sagte der Nachrichtenagentur Reuters am Dienstagabend, die aktuellen Möglichkeiten des Fonds seien "ziemlich substanziell". Über sogenannte Sonderziehungsrechte könnten zusätzliche Mittel bei Bedarf mobilisiert werden. Dies werde bei der laufenden IWF-Frühjahrestagung diskutiert. 100 der 189 IWF-Mitgliedsländer hätten wegen der Coronavirus-Pandemie für Notfallfinanzierungen vorgefühlt, die Hälfte davon seien arme Staaten. Laut IWF droht der Weltwirtschaft dieses Jahr die schlimmste Rezession seit der Großen Depression in den 1930er Jahren.

Der IWF hat zu Wochenbeginn bereits 25 besonders armen Ländern Schuldenerleichterungen in Höhe von 215 Millionen Dollar gewährt. Weitere Maßnahmen in diese Richtung werden derzeit international abgestimmt, am Nachmittag beraten darüber die 20 führenden Industrie- und Schwellenländer (G20). Die IfW-Ökonomen sagten, auch China und private Gläubiger müssten mitmachen. "Alle Zins- und Tilgungszahlungen sollten für bis zu zwei Jahre ausgesetzt werden, also über die derzeit vorgeschlagenen sechs Monate hinaus." Ähnlich äußerte sich IWF-Chefökonomin Gopinath: Weil die Corona-Folgen teilweise erst noch kämen, müssten die Schuldenerleichterungen womöglich bis ins Jahr 2021 verlängert werden.

Die sieben führenden Industriestaaten (G7) hatten am Dienstag beschlossen, Schuldenerleichterungen unter bestimmten Bedingungen mitzutragen. Der Bundesregierung zufolge geht es um ein Volumen von 14 Milliarden Dollar. Frankreichs Finanzminister Bruno Le Maire sprach von 20 Milliarden Dollar inklusive Zusagen von privaten Gläubigern. Bei den G20-Beratungen wird vor allem wichtig, ob Widerstand gegen die Pläne aus China kommt. Die Volksrepublik ist noch vor der Weltbank der wichtigste Gläubiger in Entwicklungsländern, darunter vieler Länder in Afrika.

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