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Geldpolitische Börsen

Stefan Riße

2017 hatten viele Angst vor politischen Risiken, und sahen mit Vorsicht am Jahresanfang auf das folgende Börsenjahr. Schließlich hatte es 2016 mit dem Brexit und der Wahl von Donald Trump einige Erschütterung gegeben. Es kam wie immer erstens alles anders und zweitens als man denkt. 2017 wurde ein gutes Börsenjahr trotz der Wahl in Frankreich trotz des Konfliktes mit Nordkorea und dem unberechenbaren Donald Trump im Weißen Haus.

Auch 2018 kam alles anders

Gelehrt durch das Jahr 2017, in dem sich mal wieder zeigte, dass politische Börsen kurze Beine haben, fielen die Prognosen für 2018 dann deutlich positiver aus. Da war die Steuerreform von Trump und eine Konjunktur die weltweit gut lief. Was sollte also schief gehen. Am Ende - ein Jahr später- lässt sich sagen, diese Prognose war ein noch größerer Irrtum. Denn 2018 war das schlechteste Börsenjahr seit zehn Jahren. Besonders in Deutschland regnete es bezüglich des DAX ordentlich rein.

Die Geldpolitik ist entscheidend

Liest man dieser Tage die Begründungen für das schlechte Abschneiden der Aktien, dann sind es wieder die politischen Risiken die dafür verantwortlich gewesen sein sollen. Da werden der ungeklärte Brexit, die Haushaltsprobleme in Italien und natürlich der Handelsstreit mit den USA genannt. Ja, auch die Zinspolitik der amerikanischen Notenbank Federal Reseve (FED)wird erwähnt. Sie ist aber viel entscheidender als die anderen politischen Ereignisse die es auch 2017 gab. Denn 2018 schlugen die nun seit drei Jahren schrittweise angehobenen Zinsen in den USA durch und was noch stärker wog und wiegt sind die Staatsanleiheverkäufe der durch FED – Stichwort Quantitativ Tightening. Seit Oktober zieht die FED so 50 Milliarden Dollar aus dem Finanzsystem.Dies war der entscheidende Unterschied zwischen dem Börsen Jahr 2017 und 2018.

Erholung ja, neuer Rekordkurse erst einmal nein.

Was bedeutet all das nun für das Börsenjahr 2019? Aus stimmungstechnischer Sicht sind die Märkte weit überverkauft und eine Erholung ist angezeigt. Eine echte neue Hausse mit neuen Rekordkursen ist aber erst zu erwarten, wenn die US Notenbank umsteuert und die Geldpolitik wieder lockert. Dann allerdings ist das Kurspotenzial auch hier in Deutschland in enorm. Die Diskrepanz zwischen der Rendite von Staatsanleihen mit 0,2 Prozent für zehnjährige Titel und dder Dividendenrendite des DAX von aktuell 4 % ist größer denn je und macht Aktien alternativloser denn je.

Der langfristige Anleger findet hier also momentan schon sehr ordentliche Kaufkurse und kann schon gelassen zuschlagen und abwarten bis der Börsenzug sich wieder nach oben in Bewegung setzt.

Hinweis: Die Inhalte der Kolumnen dienen ausschließlich der Information und stellen weder eine Anlageberatung oder sonstige Empfehlung im Sinne des Wertpapierhandelsgesetzes dar noch sind sie als Zusicherung etwaiger Kursentwicklungen zu verstehen. Die geäußerten Ansichten geben allein die Meinung des jeweiligen Autors wieder. Für den Inhalt der Kolumne ist allein der jeweilige Autor verantwortlich.
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Expertenprofil
Stefan Riße Stefan Riße Kapitalmartktstratege Acatis Investment

Stefan Riße Jahrgang 1968, aus Bremen ist Börsianer mit Leib und Seele. Seit seinem 16. Lebensjahr beschäftigt er sich intensiv mit den internationalen Finanzmärkten.

Nach dem Abitur und Praktika bei Banken und Vermögensverwaltern arbeitete er zwei Jahre lang als Broker, bevor er in den Journalismus wechselte. Er schrieb für Zeitschriften wie Forbes und Focus und ist seit über fünf Jahren ständiger Kolumnist für Focus Money.

Bekannt wurde Stefan Riße aber vor allem aufgrund seiner Tätigkeit als Börsenkorrespondent für "n-tv", wo von 2001 bis 2005 seine Berichte live vom Frankfurter Börsenparkett gesendet wurden. Von 2006 bis 2011 war er Chief Market Strategist der Deutschlandniederlassung von CMC Markets – dem ersten CFD- Market-Maker in Deutschland.

Seit Mai 2018 ist er Kapitalmarktstratege bei Acatis Investment und als dieser nach wie vor gefragter Interviewgast u. a. auch bei "n-tv" wo er regelmäßig auftritt.

Bereits im Alter von 17 Jahren lernte er den im September 1999 verstorbenen Börsenaltmeister André Kostolany kennen, mit dem ihn bis zu dessen Tod eine enge Freundschaft verband.

Sein bisher letztes Buch „Die Inflation kommt!“ war eines der erfolgreichsten Wirtschaftsbücher im Jahr 2010 und erreichte Platz 1 der Handelsblatt-Bestsellerliste.

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