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Handelsstreit: Kudlow-Aussagen treiben Dow über 28.000 – Aber wie glaubwürdig ist der US-Wirtschaftsberater noch?

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Handelsstreit: Kudlow-Aussagen treiben Dow über 28.000 – Aber wie glaubwürdig ist der US-Wirtschaftsberater noch?

Anfang 2018 hat das Gezanke zwischen den USA und China begonnen. Da stand der Dow Jones bei 24.719 Punkten. Fast 2 Jahre Später knackt der US-Leitindex die Marke von 28.000.  Da könnte man schon auf den Gedanken kommen der Handelsstreit zwischen den beiden größten Volkswirtschaften der Welt sei beigelegt. Das ist aber nicht der Fall, unterm Strich hat sich die Lage seit Beginn des Handelsstreites kontinuierlich verschlechtert. Beide Seiten haben sich mit Strafzöllen überzogen und kein einziger davon ist bislang zurückgenommen worden.

Es werden Fortschritte gefeiert, die keine sind

Freitag hat der Wirtschaftsberater des Weißen Hauses, Larry Kudlow, die Kurse an der Wall Street in die Höhe schießen lassen indem er sagte, dass die USA und China „kurz davor sind“, ein Handelsabkommen zu erzielen. Ein Satz der Hoffnung weckt. Verfolgt man allerdings die Aussagen von Larry Kudlow regelmäßig, dann können schon Zweifel an der Glaubwürdigkeit dieser Aussage aufkommen. Es ist nämlich nicht das erste Mal in diesem Jahr, dass sich der Wirtschaftsberater positiv zum Handelsstreit äußert. Passiert ist danach bislang aber eben nichts. Die Lage hat sich sogar noch verschlechtert.

Die Aussagen und was tatsächlich folgte

Wir beschränken uns bei dem Rückblick mal auf das laufende Jahr. Recht früh, am 28. Februar, behauptete Kudlow, die Handelsgespräche seien „fantastisch“ verlaufen“. Zu einer Einigung führten die „fantastisch“ gelaufenen Gespräche allerdings nicht. Also wurde weiter verhandelt und nicht einmal zwei Monate später, am 3. April, kam die Aussage von Kudlow, dass “gute Fortschritte gemacht“ wurden und die USA und China einem Abkommen “näher kommen” werden, wenn die Gespräche wieder aufgenommen werden. Diese positive Äußerung verlief nicht nur im Sand, sie wurde sogar etwa einen Monat später widerlegt. Am 10 Mai erhöhten die USA die Strafzölle für Fleisch, Weizen, Wein und Flüssiggas von 10 auf 25 Prozent und dass trotz „guter Fortschritte“

Viele Aussagen aber keine Fortschritte

Danach herrschte erst einmal eisige Stille zwischen beiden Parteien. China ergriff wie gewohnt Gegenmaßnahmen. Von einer Besserung zwischen beiden Seiten war rein gar nichts zu erkennen. 3 Monate später wurde dann wieder verhandelt.  Am 4. Oktober sagte Kudlow dann, dass die jüngsten Handelsgespräche mit China einige „positive Überraschungen“ bringen könnten. Fast zwei Wochen später legte er noch einmal nach und berichtete am 17. Oktober: Es gebe „viel Schwung“, um einen Trade Deal abzuschließen. Dieser Schwung scheint anzuhalten, denn passiert ist immer noch nicht außer, dass Kudlow eben am vergangenen Freitag die Formulierung „kurz davor“ gebraucht hat. Die USA und China seien „kurz davor“ ein Handelsabkommen zu schließen. Das reichte, um den Dow Jones über die Marke von 28.000 Punkten zu schieben. Aber passiert ist immer noch nichts.

Bei Donald Trump verhält es sich genauso

Am 11. Oktober verkündet der US-Präsident die USA seien zu einem substanziellen Phase-1-Deal mit China gekommen. Nur einen Tag später, am „National Farmers Day“ legt Trump nach und verkündet das China in den kommenden 2 Jahren für 40 bis 50 Milliarden Dollar Agrar-Produkte kaufen werden und rät seinen Landwirten sich neue Traktoren zu kaufen. Bislang hat China weder die Summe oder Zeitraum bestätigt. Das stört Trump allerdings wenig.  Eine Woche später, am 18. Oktober sagt das amerikanische Staatsoberhaut: Er hoffe, dass das Abkommen zwischen den USA und China bis Mitte November unterzeichnet wird. Aktuell ist Mitte November und passiert ist nichts.

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Aber Trump macht fleißig weiter

Am 21. Oktober sagt der US-Präsident, dass die Verhandlungen zwischen den USA und China “sehr gut“ laufen. Keine 20 Tage später, am 8. November erklärte das US-Staatsoberhaupt erneut, die USA und China stünden kurz vor einem Abkommen. Wirklich?

China widerspricht zumindest nicht

Aus dem Reich der Mitte sind durchaus auch positive Signale zu vernehmen. Allerdings sind die wiederum an Bedingungen geknüpft. Bestehende Strafzölle von den USA sollen entfallen. Die Volksrepublik wiederholte diese Forderung sogar so oft, dass sich Donald Trump dazu genötigt sah, dass Thema aufzugreifen und zu verneinen. Das sorgte erneut für Verunsicherung unter den Anlegern. Aber nicht sehr lange, denn es gibt ja auch noch Larry Kudlow, der die Stimmung ja wieder hebt.

Viel Performance für nichts

Es bleibt weiter ein großes Geheimnis, ob sich die USA und China wirklich so nahe gekommen sind, dass ein Phase 1 Deal wirklich zustande kommt. Sowohl Kudlow, als auch Trump haben in den nun fast 2 Jahre andauernden Handelsstreit zwischen den USA und China gezeigt, dass sie problemlos ihre Meinung frei nach Konrad Adenauer: „Was kümmert mich mein Geschwätz von gestern, nichts hindert mich, weiser zu werden,“ ändern können.

Daher ist für mich immer noch nicht sicher, ob die USA und China tatsächlich einen ersten Teil-Deal zum Abschluss bringen. Daher ist auch nicht ausgeschlossen, dass es Richtung Jahresende noch eine böse Überraschung geben könnte.

Allerdings haben die letzten beiden Jahre gezeigt, dass bei den Anlegern die Hoffnung größer ist als die Angst. Sonst wäre der Dow jetzt nicht über 28.000 Punkten. Trump und Kudlow richten es eben immer wieder. Da stört es auch keinen Anleger, dass am 15. Dezember 10 Prozent Straffzölle auf viele Konsumgüter aus dem Reich der Mitte in Kraft treten könnten.

Von Markus Weingran / CNBC

Foto: Tomasz Makowski / Shutterstock.com

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