IWF - Zweite Corona-Welle dürfte Konjunkturerholung in Euro-Zone verlangsamen

Reuters

Washington/Berlin (Reuters) - Die zweite Corona-Infektionswelle droht nach Einschätzung des Internationalen Währungsfonds (IWF) die Wirtschaft in der Euro-Zone zu schwächen.

Sollte sich die Lage in der Pandemie in den nächsten Monaten nicht wesentlich ändern, werde das Wachstum im ersten Quartal 2021 geringer ausfallen als zuletzt erwartet, teilte der IWF am Montag mit. Konkrete Zahlen nannte er allerdings nicht. Der aktuelle Ausblick sei mit immenser Unsicherheit behaftet, vor allem wegen der Pandemie, die es einzugrenzen gelte.

Der IWF empfahl den 19 Ländern der Euro-Zone, die seit Ausbruch der Corona-Krise extrem lockere Finanzpolitik fortzusetzen. Dies sei wegen der zweiten Welle vermutlich länger nötig als zunächst gedacht. "Solche Unterstützungen zu früh zurückzunehmen, würde die Erholung aus der Spur werfen." Mit den staatlichen Geldern wurde zuletzt vor allem verhindert, dass Firmen reihenweise pleitegehen und noch mehr Beschäftigte ihre Arbeitsplätze verlieren.

Wichtig sei auch der 750 Milliarden Euro schwere Corona-Wiederaufbaufonds, der ein spürbarer Treiber der konjunkturellen Erholung werden könnte, so der IWF. Hier müsse Europa die letzten Hürden bei der Umsetzung und Verteilung der Gelder überwinden. "Weitere Verzögerungen würden die Perspektiven der Erholung in der Eurozone verschlechtern." Ungarn und Polen blockieren die Auszahlung, weil sie sich daran stören, dass die Gelder an die Einhaltung rechtsstaatlicher Prinzipien wie der Unabhängigkeit von Gerichten und Medien gekoppelt werden soll.

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