Japan will Lohnerhöhungen steuerlich fördern

Reuters

Tokio (Reuters) - Die japanische Regierung will Lohnerhöhungen durch Steuersenkungen für Unternehmen fördern.

Umgekehrt sollen große Firmen, die die Gehälter nicht heraufsetzen wollen, bestimmte Steuererleichterungen verweigert werden, wie aus dem am Mittwoch veröffentlichten Plänen der Regierungspartei LDP hervorgeht. Dieser Ansatz von Zuckerbrot und Peitsche unterstreicht die Bemühungen von Ministerpräsident Fumio Kishida, die Löhne um mindestens drei Prozent steigen zu lassen.

Experten sind allerdings alles andere als sicher, dass die Steuerpläne ziehen. "Ich bezweifle, dass die steuerlichen Maßnahmen die japanischen Unternehmen sofort zu Lohnerhöhungen veranlassen werden, da sie erst vor kurzem die Löhne angehoben haben", sagte Chefvolkswirt Yoshimasa Maruyama vom Finanzhaus SMBC Nikko Securities. "Dennoch zeigt der jüngste Schritt, dass die Regierung keine andere Wahl hat, als in die Löhne der Privatwirtschaft einzugreifen."

Seit ihrer Machtübernahme Ende 2012 haben die von der Liberaldemokratischen Partei geführten Regierungen Druck auf die Unternehmen ausgeübt. Diese sitzen zwar auf rekordhohen Barmitteln, knausern aber bei Lohnerhöhungen. Viele Manager begründen diese Zurückhaltung mit den ungewissen wirtschaftlichen Aussichten.

Nun soll mit Steuererleichterungen nachgeholfen werden. Große Unternehmen, die ihre Löhne und Gehälter um vier Prozent im Vergleich zum Vorjahr anheben, sollen laut dem Reuters vorliegenden Plan künftig Abzüge von bis zu 30 Prozent ihrer steuerpflichtigen Einkünfte gewährt werden. Kleine Betriebe, die ihre Löhne um 2,5 Prozent anheben, kommen für einen Steuerabzug von bis zu 40 Prozent infrage. Gleichzeitig sollen Unternehmen, die ihren Mitarbeitern nicht mehr zahlen wollen, keine Steuerabzüge für Ausgaben in Bereichen wie Forschung und Entwicklung, Investitionsförderung, 5G, digitale Transformation und Klimaneutralität geltend machen können.

Daten der Industriestaaten-Organisation OECD zeigen, dass die japanischen Löhne in den vergangenen 30 Jahren weitgehend stagniert haben. Die nach den USA und China drittgrößte Wirtschaftsmacht der Welt ist auch deshalb in eine Deflation abgerutscht. Es wird erwartet, dass die vollständige Fassung der Steuerpläne am Freitag von den Parteien gebilligt wird.

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